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„Von Kräuterhexen und Beipackzettelübersetzern“

Wiebke Günther

Wie entstehen eigentlich Depressionen?

Die dunkle Jahreszeit beginnt. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Jedes Jahr in dieser Zeit werden besonders viele Menschen depressiv. Durch Corona sind die Zahlen der an Depression erkrankten Patienten/innen stark gestiegen. Für Betroffene ist es schwer Hilfe zu finden, da sie oft gesagt bekommen „Stell dich nicht so an!“. Aber wie entstehen eigentlich Depressionen und wie kann man Betroffenen helfen?

Mann steht vor Fenster.

Foto: Viele Patienten/innen mit Depressionen fühlen sich allein gelassen. Es ist wichtig ihre Probleme ernst zu nehmen.

Eine Depression ist per Definition eine, den Lebensumständen unangepasste, negative Verstimmung. Das äußert sich in Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit und sogar Suizidgedanken. Trauer um zum Beispiel einen geliebten Menschen kann so davon abgetrennt werden. Die genauen Ursachen für Depressionen, wie für viele andere Krankheiten des Gehirns, konnten noch nicht gefunden werden. Es gibt aber verschiedene Theorien, die durch die Wirkung der Medikamente gestützt werden. Die wichtigste ist die "Monoaminmangel-Hypothese". Monoamine sind Botenstoffe im Gehirn, die für Signalweiterleitungen im Körper wichtig sind. Zu diesen gehören auch Noradrenalin, Dopamin und Serotonin. Sie sind für eine positive und gelassene Stimmungslage verantwortlich, also kurz gesagt: Für Glücksgefühle. Bei depressiven Patienten/innen wird vermutet, dass diese Botenstoffe zu schnell abgebaut oder nicht genug produziert werden. Mithilfe von Medikamenten wird versucht, dieses Problem zu beheben. Die am meisten verschriebene Gruppe sind die sogenannten Selektiven-Serotonin-Reuptake-Inhibitoren (SSRI). Sie vermindern die Aufnahme von Serotonin in Speicherstrukturen unserer Nervenzellen. Dadurch erhöht sich die Konzentration im synaptischen Spalt und es steht vermehrt Serotonin zur Verfügung. Dadurch empfinden Patienten/innen mehr Glücksgefühle.

Aber wie bei vielen Medikamenten, schlagen diese nicht bei allen Patienten/innen an. Zum Glück gibt es noch weitere verschiedene Arzneistoffe, die auf eine ähnliche Art und Weise wirken, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen.

Depressionen wurden viele Jahre lang nicht ernst genommen, dabei sind sie gerade in den Industrieländern zu einer Volkskrankheit geworden. Daher sollten sie ernst genommen werden. Für Angehörige ist es wichtig, dass sie die Betroffenen unterstützen. Viele Patienten/innen trauen sich nicht, professionelle Hilfe anzunehmen, dabei ist eine Psychotherapie der erste Schritt zur Heilung.

Das war jetzt ein kurzer Überblick über ein sehr komplexes und vielschichtiges Thema. Den ganzen Umfang von Ursache und Therapie behandeln wir in unserem Studium. Wenn ihr dazu noch mehr wissen wollt, könnt ihr gerne einen Kommentar hinterlassen.

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