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„In guter Verfassung“

Jonas Dahmen

Gendersensibel sprechen – aber wie und warum überhaupt?

Es ist der Uni Halle Standard in wissenschaftlichen Hausarbeiten eine möglichst gendersensible Sprache zu verwende. Hier gibt es einen kleinen Überblick über den Sprach-Gender-Wald.

Das generische Maskulin oder: Warum gendergerecht sprechen?

Das generische Maskulinum (generisch meint: Gattungsbezeichnung) ist im Deutschen eine grammatikalische Form, mit welcher wir sowohl generalisierte Aussagen als auch Aussagen über männliche Personen treffen. Und genau hier beginnt das Problem. Es ist somit nicht eindeutig, ob es sich um eine Aussage aller Geschlechter handelt oder ob die Aussage ausschließlich an männliche* Personen gerichtet ist. 

Beispiel: "Alle Lehrer müssen am kommenden Montag zur Fortbildung."

Wenn wir das generische Maskulin meinen, gehen damit grammatikalisch männliche Pronomen einher (z.B.: sein, dessen, welcher, ...), da die Adjektive, Pronomen, Artikel, etc. in grammatikalischer Kongruenz zueinanderstehen. Dies nennt man auch den morphosyntaktischen Zwang

Beispiel.: "die rote Rose, der dunkle Tisch"

Somit werden das grammatikalische und das soziale Geschlecht miteinander sprachlich verschränkt. Es kommt aufgrund der maskulineren „Grundform“ zu einer androzentrischen und „männlichkeitslastigen“ Sprache, in welcher Frauen* weniger sichtbar sind bzw. gemacht werden. 

Frauen sind doch mitgedacht? Wir meinen doch alle zusammen?

Eine Studie von EARSandEYES hat ergeben, dass das Lesen von generischen Maskulina eine männliche Assoziation in uns hervorruft. Somit wird eine Ungleichheit bzw. Schieflage in Bezug auf Geschlechter durch die Sprache konstituiert und reproduziert. Einige Forscher*innen sehen darin auch eine Ursache dafür, dass Frauen keine so genannten „männerdominierten“ Berufe, wie zum Beispiel Tischler, Metallbauer, Elektroniker ergreifen. Sie könnten sich schon aufgrund der Sprache nicht mit einem solchen Beruf identifizieren und wären diesem dann eher abgeneigt.

Mehr Infos zum Thema Gendern findest du auf der Seite des Gleichstellungsbüros der Uni Halle. 

https://www.gleichstellung.uni-halle.de/

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