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„Auf dem Weg nach ganz oben“

Jessica Lenz

Das Kind in jedem Erwachsenen

Die Verspieltheit im Erwachsenenalter hat in der Gesellschaft ein ambivalentes Dasein: Menschen gelten oft als kindisch, verantwortungslos und unzuverlässig, gleichzeitig aber auch als kreativ.

 

 

Hallo! Ich bin Sabrina und ich darf heute auf dem Profil von Jessica diesen Beitrag mit euch teilen. Ich studiere den 2-fach Bachelor Interkulturelle Europa- und Amerikastudien in Kombination mit Psychologie und bin ebenfalls Studienbotschafterin der Uni Halle.
Ich bin letztens auf eine sehr interessante psychologische Studie gestoßen die, sich rund um das Thema Verspieltheit im Erwachsenenalter dreht und wollte nun ein paar spannende Aspekte mit euch teilen.

Was lässt sich aus vorherigen Studien ableiten? 

Die wichtigste Frage ist: was macht einen Menschen überhaupt verspielt? René Proyer beschreibt es als: „Menschen [die] schlecht mit Langeweile umgehen [können]. Ihnen gelingt es, nahezu jede Situation im Alltag so zu gestalten, dass sie diese als unterhaltsam oder persönlich involvierend erleben“. Vorteile einer verspielten Herangehensweise sind also: Situationen umzudeuten um sie unterhaltsamer und weniger stressig zu machen. 

In den vergangenen Jahren identifizierten verschiedene Studien bereits vier Grundtypen verspielter Erwachsener:

  • Auf andere ausgerichtete Verspieltheit = mit Freunden und Bekannten
  • Leichtherzige Verspieltheit = das Leben wird eher als Spiel betrachtet
  • Intellektuelle Verspieltheit = mit Ideen und Gedanken
  • Extravagante Verspieltheit = Interesse an seltsamen und grotesken Dingen, amüsieren sich über kleine Beobachtungen im Alltag

Neue Forschungungsergebnisse

Can Playfulness be Stimulated? A Randomized Placebo-Controlled Online Playfulness Intervention Study on Effects on Trait Playfulness, Well-Being, and Depression.”. Die Forschenden der Universität Zürich in der Schweiz, Pennsylvania State University in den USA und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wandten sich mit dieser Studie einem neuen Forschungsbereich zu: Verspieltheit bei Erwachsenen. 

Über 500 Versuchsteilnehmer*innen wurden hierfür zufällig in eine von drei Experimental- oder einer Placebogruppe aufgeteilt und sollten eine Woche lang Übungen ausführen, die die Verspieltheit anregen sollten. 

Die verschiedenen Aufgaben stammen aus der Positiven Psychologie, also aus der Untersuchung positiver Aspekte des menschlichen Lebens, und waren:

  • Vor dem Schlafen 3 Situationen aus dem Alltag notieren in denen spielerisch gehandelt wurde
  • Erfahrung nach dem Einsatz von Verspieltheit in einer ungewohnten Situation anwenden 
  • Allgemeine Reflektion über spielerisches Verhalten 
  • Placebo-Aufgabe, welche keinen Einfluss auf das Experiment hatte

Die Psychologen kamen zu dem Ergebnis, dass die Verspieltheit, trotz unterschiedlich starker Ausprägung von Person zu Person, eine trainierbare Eigenschaft ist die, die Stimmung verbessert. Sie sollte also nicht als albern oder unseriös interpretiert werden. Sie kann in vielen Situationen positiv genutzt werden z.B. bei der Aufnahme neuer Perspektiven.

Die Versuchsteilnehmer*innen mussten zusätzlich in regelmäßigen Abständen Fragebögen ausfüllen damit ,verschiedene Persönlichkeitsmerkmale erfasst werden konnten. Die Forschenden hatten nämlich die Vermutung, dass die Übungen die Aufmerksamkeit der Individuen bewusst auf die Verspieltheit richtet und so positive Emotionen erzeugt.

Was lernen wir daraus? 

Proyer äußerte die Möglichkeit die Ergebnisse im Alltag zu nutzen um, beispielsweise das Berufsleben mit mehr Freude gestalten zu können. Er betonte auch, dass solche Übungen in einer Partnerschaft die Beziehungszufriedenheit fördern.

Bereits vorherige Studien zeigten, dass die Verspieltheit ein wichtiger Faktor in der Partnersuche ist, da einige Eigenschaften einer verspielten Person besonders attraktiv sind. So wie: Witze, Wortspiele, Improvisation und Herausforderungen. Verspielte Personen schaffen zudem angenehme Umgebungen, in denen sich andere wohl fühlen.

Ich hoffe ihr, fandet diesen kleinen (psychologischen) Ausflug genauso interessant wie ich. Vielleicht gehört ihr ja auch zu dem verspielten Teil der Gesellschaft oder könnt etwas davon in euren Alltag integrieren.

Vielleicht melde ich mich bald mal wieder. 

Liebe Grüße

Sabrina

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