Studienbotschafter*innen

Mein Blog

„Von Kräuterhexen und Beipackzettelübersetzern“

Wiebke Günther

Reden aber wie?

Hier sollen nun konkrete Ideen zur gendersensibleren Sprache kurz vorgestellt und diskutiert werden, damit du den Durchblick einfach für den Alltag oder deine nächste wissenschaftliche Arbeit.

Info Vorweg: 

Keine der vorgestellten Ideen ist falsch, das nur vorweg. Es liegen ihnen jedoch verschiedene Konzepte zugrunde. Ob man diese gutheißt oder nicht ist jedem selbst überlassen.
 

Damen und Herren; Schülerinnen und Schüler,..:

Eine doch sehr weit verbreitete Idee ist es die weibliche Form, welche durch Movierung der männlichen Form entsteht, mit zu nennen. 
(Movierung heißt: wir hängen ein –in an; Bsp: Lehrer --> Lehrerin)

Kritikpunkt: Es muss eine Form immer vor der andere gennant werden, sodass eine Geschlechterhierarchie entsteht. Es ist hierbei irrelevant, ob die weibliche oder männliche Form den Vorzug erhält. 
 

Das Binnen- I: SchülerInnen

Die Idee hinter dem Vorschlag ist es zwei grammatikalische Formen (weiblich, männlich) gleichzeitig zu nennen. Somit scheint der Kritikpunkt der vorherigen Form entkräftet.

Kritikpunkt: Jedoch geht dieses Konzept davon aus, dass es lediglich die Schüler und die Schülerinnen gibt. Es handelt sich um eine binäre Geschlechtervorstellung.
 

Die Gender- “Gap“: Schüler_innen

Auch die Form mit dem Unterstrich mit anschließend weiblicher Endung, der an die männliche Form angehängt wird, ist ab und an zu sehen. Auch diese Form scheint vorherige Kritikpunkte zu entkräften. Durch die „Gap“ soll Platz für alle Geschlechter, die sich zwischen den Polen männlichen und weiblich bewegen, gelassen werden. Somit wird jede*r inkludiert. Zumindest so die Idee.

Kritikpunkt: Der Unterstrich kennzeichnet häufig eine „Lücke“ (engl.: Gap) als würde etwas fehlen, etwas unvollkommen sein. Dies impliziert, dass falls sich jemand in einer solchen Lücke finden wollte, wirkt es immer, als wäre die Person fehlerhaft, unvollkommen. Jedenfalls kann dies so gelesen werden.
 

Gendersternchen: Schüler*innen

Auch diese Form soll die Kritikpunkte der vorherigen Versuche aufnehmen und verarbeiten. Nun keine Gap, sondern ein Sternchen. Dies hat wohl eine sehr viel positivere Konnotation, sodass jede*r bereit ist, sich wiederzufinden. 

Zudem ein Vorteil: duale Formen wie das Wort „Männer“ es implizieren würde, dem „Frauen“ als Polarität gegenüberzusetzen, können mit Sternchen versehen werden, sodass hier von Männern* und Frauen* die Rede ist. Es gibt somit keine gedachte Gegenüberstellung mehr, sondern ein mitgedachtes ineinander verfließen des Geschlechterspektrums. 
 

Der Doppelpunkt: Schüler:innen

Die Idee ist die gleiche wie bei dem Gendersternchen oder der Gender- „Gap“. Jedoch lässt sich der Doppelpunkt leichter überlesen. Dies hat den Vorteil, dass er sich flüssig lesen lässt, aber somit auch den Nachteil, dass er fast verschwindet, also überlesen werden kann. 
 

Werdet kreativ: 

Neben den hier vorgestellten Ideen, können selbstversändlich auch immer möglichst genderneutrale/heterenormativitätssensiblere Begriffe verwendet werden, wie:

  • Statt Mutter und Vater --> Eltern
  • Mädchen und Junge --> Kind/Kinder
  • Statt Lehrerin und Lehrer --> Lehrperson

Auch möglich ist die Bildung eines Partizips I:

  • Statt Radfahrer --> Radfahrende
  • Schüler und Schülerinnen --> Lernende

Übrigens: Neben den Begriffen Männern*/Frauen*, sind auch folgende Begriffe in einer gendersensiblen und heteronormativitätskritischen Sprache üblich.

Es werden teilweise die Begriffe FLINTA* und LBTQI* verwendet. Diese meinen nach Buchstabenkennung: und ähnliche Buchstabenkombinationen stehen für:

  • F: Frauen (evtl. heterosexuelle cis-Frauen)
  • L: Lesben (homosexuelle Frauen)
  • I: Intersexuelle Personen
  • N: Nicht-binäre Personen
  • T: Trans Personen (trans Männer und trans Frauen) oder Trans*gender
  • Q: Queere / Genderqueere Personen
  • B: Bisexuelle Personen
  • G / S: Gays / Schwule (homosexuelle Männer)
  • A: Asexuelle Personen (Personen ohne /mit wenig sexuellem Verlangen), Aromantische Personen (Menschen die keine/wenig romantische Anziehung versprüren) und/oder Agender (Personen, die sich keinem Geschlecht zuordnen)
  • * Nicht explizit erwähnte Personen, die sich nicht in eine der oben genannten sexuellen Orientierungen oder Geschlechtsidentitäten einordnen und (mit) gemeint sind.

 

 

Zur Übersicht

Warum studieren?

Studieren in Halle

(Studenten)Leben in Halle

Service und Beratung

Für Studienanfänger*innen