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„Von Kräuterhexen und Beipackzettelübersetzern“

Wiebke Günther

Jetzt wird es bunt

Jetzt wirds bunt

Chemie ist die Wissenschaft die knallt und stinkt.

Ein schöner Satz, über den ich immer wieder schmunzeln muss, denn es stimmt. Zur Zeit findet wieder ein Laborpraktikum statt. Und wenn die Zeit gekommen ist, in der über 100 Studenten in unseren Laborsälen stehen und experimentieren, dann kann man das auch riechen. Dann wabert allmählich durch das ganze Gebäude ein vertrauter Duft von Praktikum (Wenn ihr anfangt etwas mit Chemie zu studieren, werdet ihr verstehen was ich meine.).

Also da stehen wir nun wieder, umgeben von den feinen Noten der Lösungsmittelrückstände und rätseln, was wir eigentlich gerade analysieren. Als angehende Apotheker sind wir ja, wie bereits schon einmal erläutert, für die Qualität der Arzneimittel zuständig. Dazu gehört nicht nur den Gehalt und Verunreinigungen zu bestimmen, sondern auch sicherzustellen, dass es überhaupt der richtige Arzneistoff ist, den wir da vor uns haben. Jetzt gibt es ja nicht nur Acetylsalicylsäure (Aspirin) sondern auch so etwas wie Methamphetamin (Crystel Meth). Nur wie kann man das sicher unterscheiden? Ganz einfach, Farbreaktionen. Leider ist es theoretisch sehr viel leichter als praktisch. In einem Medikament sind nun mal nicht nur die Arzneistoffe, sondern auch diverse andere chemische Verbindungen, in der Pharmazie liebevoll als Hilfstoffe bezeichnet, vorhanden. Als Apotheker wird man auf den abenteuerlichen Fall vorbereitet in einer Wüste ein Arzneimittel sicher identifizieren zu können und das ohne technische Hilfsmittel. Sondern alles mit Farbreaktionen. Damit man nun ganz sicher nur einen Arzneistoff und nicht diverse Hilfstoffe charakterisiert können sogenannte Dünnschichtchromatographien (DC) benutzt werden. Dafür nimmt man Kieselgelplatten und trägt auf diese eine Lösung des zu analysierenden Stoffes auf. Diese Platte wird in ein Marmeladenglas  gestellt, in dem sich ein Gemisch aus verschiedenen Lösungsmitteln befindet. Nach einiger Zeit, ungefähr zwischen 10 und 30 Minuten, kann die Platte entnommen werden. Mit einem Bleistift wird markiert, wie hoch das Lösungsmittel auf der Platte gewandert ist. Danach kann die Platte trocknen und unter UV-Licht betrachtet werden. Dabei kann man sehen, wo sich Substanzflecken befinden, indem dunkle Stellen sichtbar werden. Diese Stellen werden wieder mit einem Bleistift umrandet. Anhand der Höhe der Flecken können wir nun einen Wert berechnen, der uns am Ende hilft eine Substanz sicher zu identifizieren. Aber leider reicht dieser Wert nicht aus, denn es gibt mehrere Arzneistoffe die ungefähr den selben Wert haben. Um dieses Problem zu lösen, benutzen wir verschiedene Farbreagenzien. In diese Reagenzien tauchen wir unsere Platten ein. Wenn ein Nachweis positiv ist, entstehen schöne Farben, die nicht nur hübsch anzusehen sind sondern uns auch Hinweise auf unsere Substanz liefern. Aber es wäre ja nun noch so schön, wenn eine Farbe eindeutig einem Stoff zuzuordnen ist. Farben sind leider sehr subjektiv und viele Arzneistoffe ergeben dieselbe Farbe. Deswegen hilft nur vergleichen und probieren. Irgendwann findet man dann doch die Lösung.

Das schöne dabei, die farbenfrohen Platten bringen den Herbst ein bisschen ins Labor.

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