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Till Gaßmann

Erziehungswissenschaft – warum du es studieren solltest!

Insbesondere seit ich als Studienbotschafter für die Uni Halle arbeite, habe ich öfter die Frage bekommen, warum ich den Studiengang eigentlich überhaupt selber studiere und ihn mir ausgesucht habe. Bei mir war das alles eine lange Geschichte mit vielen kleinen Ups & Downs, die mich zu diesem Studiengang geführt hat. Damit du dir vielleicht ein bisschen den Weg zu deinem Studiengangswunsch Erziehungswissenschaft verkürzen kannst, möchte ich dir heute noch einmal, die aus meiner persönlichen Perspektive, wichtigsten Dinge zu dem Studiengang erzählen!

Haus 31 Franckesche Stiftungen

Foto: Hier siehst du einen Blick auf einen Teil des historischen Campus in den Franckeschen Stiftungen. Im Haus 31 finden viele unserer Seminare statt und unsere Fachbibliothek hat dort ihren Standort.


Was zum Geier ist überhaupt Erziehungswissenschaft und womit beschäftige ich mich eigentlich im Studiengang?


Unser Studienportal über die Studienangebotsseite der Uni Halle versucht es so zusammen zu fassen: „Im Studiengang Erziehungswissenschaft werden grundlegende Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Erziehungswissenschaft, unterschiedlicher pädagogischer Professionsbereiche sowie der erziehungswissenschaftlichen Forschungsmethoden vermittelt“. Ganz schön allgemein und schwer formuliert! Daher versuche ich es mal ein bisschen mehr auszuleuchten. Im Studiengang beschäftigt man sich in den verschiedenen Vorlesungen und Seminaren mit sehr vielen verschiedenen Themen, Theorien und Perspektiven auf den Bereich soziale Arbeit und Erziehung. So gibt es beispielsweise Seminare und Vorlesungen mit dem Schwerpunkt auf die Erforschung der Entwicklung von pädagogischer Arbeit und wie sich diese über die Jahrhunderte entlang verändert hat, aber auch oft Veranstaltungen mit eher aktuelleren Themen, wie beispielweise der kritischen Auseinandersetzung mit der Frage woran es liegt, dass Erziehung noch immer so stark gesellschaftlich und strukturell mit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung steht. Du siehst es gibt viel Abwechslung! Dadurch, dass man im Bachelorstudium viele seiner Seminare nach seinen eigenen Themenvorlieben aussuchen kann, habe ich nur selten das Gefühl, ein Modul nur abarbeiten zu müssen, um die Prüfung absolvieren zu können!
 

Was kann ich eigentlich beruflich danach mit dem Studiengang machen?


Das ist eine Frage, die sich viele berechtigterweise stellen, da Erziehungswissenschaft im Vergleich zu anderen pädagogischen Ausbildungen oder Studiengängen (z.B. Lehramt) dir keine feste Karriere und Berufswahl festlegt. Das kann im ersten Moment ein bisschen überfordern, aber ich sehe eher als eine riesige Chance! Denn oft entwickelt man sich während seines Studiums durch die Auseinandersetzung mit seinen thematischen Inhalten und den ersten Praxiserfahrungen (z.B. Praktikum) noch weiter, da man neue Gebiete, eigene zuvor verborgene Stärken oder auch Arbeitsbereiche kennenlernt. Während man an einem Punkt im Lehramtsstudium vielleicht dann doch direkt seine komplette Studiengangs- und Berufswahl hinterfragt, kann man da als Erziehungswissenschaftler*in flexibler drauf reagieren! Klassische Berufe von Erziehungswissenschaftler*innen beispielsweise sind neben der Forschung an sozialwissenschaftlichen Instituten und Universitäten, das Arbeiten als Projektleitung bei Non Profit Organisationen wie UNICEF, als Schulsozialarbeiter*in an Schulen oder auch bei staatlichen Bildungsinstituten wie der Landeszentrale für politische Bildung.  Du siehst, du musst keine Angst haben, wir werden nicht alle Taxifahrer*innen ;) 
 

Muss ich etwas Besonderes können für den Studiengang?


Nein, keine Sorge du musst keine fachlichen Meisterqualifikationen wie ein Mathe-Ass oder der extrovertierteste Mensch auf der Welt sein! Ich denke, es ist aber empfehlenswert, dass du Interesse daran hast, später mit Menschen aus verschiedensten sozialen und kulturellen Hintergründen zu arbeiten und daher auch eine gewisse Empathie und Neugier für neue Situation hat. Ansonsten steht dir nur noch vielleicht die Unibewerbung im Weg. Aber keine Sorge, der NC war in den vergangenen Jahren nur durchschnittlich hoch. Bei den 180er Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft lag er bei 2,4 und bei dem 90er bei 3,0. Du hast also auch gute Chancen mit einem nicht so guten Abitur, eine Berufsausbildung zu erlangen, in der du später im ähnlichen Bereich arbeitest, wie wenn du soziale Arbeit an einer der Fachhochschulen studierst, wo teilweise 1,0 Abiture verlangt werden!
 

Bonus: verschiedene Interessen und Kombinationsmöglichkeiten


Falls du vielleicht meine anderen Blogbeiträge gelesen hast, ist dir vielleicht schon aufgefallen, dass ich neben Erziehungswissenschaft noch Politikwissenschaft studiere. Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich das tue? Ganz einfach, weil mich Politik sehr interessiert und ich mir vorstellen kann, später gerne in der politischen Bildungsarbeit zu arbeiten. Damit möchte ich dir nämlich noch einen kurzen anderen Vorteil des Studiengangs vorstellen: der Kombinationsmöglichkeiten! Wenn du dich entscheidest Erziehungswissenschaft als 90er-Bachelor zu studieren, musst du dir nämlich einen zweiten 90er-Studiengang dazu kombinieren, um beginnen zu können. Warum ist das praktisch? Naja, die Kombinationsmöglichkeit von Bachelorstudiengängen ermöglicht dir vor allem dich schon zu Beginn auf einen Berufswunsch zu spezialisieren oder zwei Studiengängen nach deinem persönlichen Interesse zusammen zu studieren. Genau aus diesen Gründen habe ich mich z.B. auch dazu entschieden, meine Studienkombination so auszuwählen. Eine andere Möglichkeit wäre es z.B. Erziehungswissenschaft mit Medien- und Kommunikationswissenschaften zu kombinieren, wenn dich der Bereich der Medienpädagogik sehr interessiert. Eine Liste der Kombo-Möglichkeiten findest du hier.

Sooo, lange Rede kurzer Sinn: es lohnt sich auf jeden Fall Erziehungswissenschaft zu studieren! Ich hoffe, ich konnte dir somit ein bisschen weiterhelfen bei der Studiengangswahl :) Solltest du weitere Fragen haben, melde dich natürlich gerne bei mir!

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