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Till Gaßmann

Die Jugendpolitiktage 2021 sind vorbei – ich war dabei!

Am vergangenen Wochenende fanden die diesjährigen Jugendpolitiktage der Bundesregierung erstmals komplett digital statt, statt wie sonst gewohnt in Berlin direkt vor Ort. Die vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Verein Jugendpresse Deutschland e.V. über vier Tage ausgedehnte Veranstaltung verfolgt das Ziel, sich über jugendpolitische Themen auszutauschen und Ideen und Lösungsstrategien zur erarbeiten, die im Anschluss direkt an die Bundespolitik weitergegeben werden. Aus den Jugendpolitiktagen 2017 und 2019 ist die Jugendstrategie der Bundesregierung hervorgegangen. Auf den Jugendpolitiktagen 2021 galt es nun, die Jugendstrategie weiter mit Leben zu füllen und langfristige Lösungen zu finden. Mitmachen konnte jeder Jugendliche aus ganz Deutschland zwischen 14 und 27 Jahren.

Screenshot: Till Gaßmann

Foto: Hier ein kleiner Einblick in das Zwischenergebnis auf unserer virtuellen Arbeitsplattform (Stand Freitagnachmittag).

Meine Arbeitsgruppe „Jugend- und Kinderarmut“

Im Voraus konnte man in seiner Anmeldung bereits angeben an welchen der zahlreichen Themenschwerpunkten man persönlich besonders große Interesse hat und sich vorstellen könnte, dann an diesem Thema in einer Arbeitsgruppe (AG) während der Jugendpolitiktage zu arbeiten. Neben den Themen „Jugend- und Kinderarmut“ und „Jugendbeteiligung“ hatte ich damals noch das Thema „Chancengleichheit“ angegeben, welches mich früher schon in meinem langjährigen Engagement bei der studentischen Bildungsinitiative Rock Your Life Halle e.V. begleitet hatte. Über mein Engagement bei Rock Your Life hatte ich schon einmal ausführlich in diesem Blogbeitrag berichtet. Letzten Endes landete ich in der Arbeitsgruppe zum Thema „Kinder- und Jugendarmut“. Ein sehr komplexes, aber auch sehr spannendes Thema und vor allem eine sehr aktuelle Herausforderung für Landes- und Bundespolitik.

Wie lief es in meiner AG?

Letzte Woche Donnerstag ging es am Nachmittag endlich los! Ein moderierter Livestream inklusive Interviews mit Angela Merkel und Franziska Giffey markierten den Auftakt der Jugendpolitiktage. Im Anschluss trafen wir uns als AG das erste Mal im mittlerweile gewohnten Zoom-Meetingraum. Die Zeit nutzten wir vor allem, um uns in unserer kunterbunten Gruppe erst einmal gegenseitig kennenzulernen und um einen Blick auf die kommenden Tage zu werfen. Am Freitag ging es dann auch inhaltlich in unserer AG so richtig los. Am Vormittag gab es einen spannenden Impulsvortrag von einer Referatsleiterin der Bertelsmann Stiftung zu ihrem Forschungsthema „Kinderarmut in Deutschland“. Anschließend fragten wir uns auf Basis des Vortrages u.a. was für uns persönlich Armut bedeutet, welche Auswirkungen Armut aus unserer Perspektive hat oder berichteten teilweise aus eigener Perspektive von eigenen Armutserfahrungen, wodurch wir uns somit über den ganzen Tag hinweg eine erste inhaltliche Basis für das Thema erarbeiteten. Dabei stellten wir insbesondere fest, wie wenig die wachsende Armut in Deutschland im Mittelpunkt der Berichterstattung und der Politik steht, sowie, wie unglaublich weitreichend und vielseitig sich Armut auf einen Menschen auswirken kann.  Am Samstag haben wir uns dann vormittags die Jugendstrategie der Bundesregierung genauer angeschaut und analysiert, welche Strategien zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut die Bundesregierung in diesem Dokument bereits festhält und plant umzusetzen. Dabei ist uns insbesondere aufgefallen, dass Kinder- und Jugendarmut kein zentrales Thema der aktuellen Jugendstrategie der Bundesregierung ist, denn sie wird nirgendwo konkret genannt! Lediglich viele der verschiedenen Folgen von Armut sind indirekt in den verschiedenen Kapiteln wiederzufinden. Darauf aufbauend haben wir den ganzen Samstag dafür genutzt, um miteinander zu diskutieren und zu beraten, welche Handlungsempfehlungen wir der Bundespolitik zur Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut mitgeben wollen. Das Ergebnis: vor allem das Thema genauer benennen und als ein eigenständiges zentrales Thema anerkennen, welches wieder in die Jugendstrategie als eins der Hauptthemen aufgenommen wird.

Mein Fazit

Insgesamt fand ich, dass die diesjährigen Jugendpolitiktage echt Spaß gemacht haben. Das lag aber vor allem daran, dass unsere Gruppendynamik echt gut war und sich keiner komplett ausgeschlossen gefühlt hat. Allerdings hat man auch gemerkt, dass gerade die Diskussionen untereinander sehr darunter gelitten haben, dass wir uns nur digital gesehen bzw. teilweise maximal nur gehört haben. Denn das sorgte nicht nur bei mir öfter mal für ein „innerliches Abschalten und Schweigen“ statt Mitreden…Grundsätzlich finde ich das Konzept hinter den Jugendpolitiktagen eine spannende Idee, da sie gewissermaßen uns jungen Menschen zu mindestens ermöglicht unsere Sichtweisen und Wünsche gegenüber den Ressorts der Bundesregierung zu äußern. Dennoch bliebt der fade Beigeschmack, dass wir Teilnehmenden uns leider nie sicher sein können, ob unsere erarbeiteten Ergebnisse wirklich von den Ministerien mal begutachtet oder einbezogen werden. Gerade das macht mir mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl und der damit verknüpften möglichen neuen Regierungskoalition ein bisschen Bauchschmerzen. Denn diese kann vielleicht wieder ihre Schwerpunkte komplett anders legen…  

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