Studienbotschafter*innen

Blogbeiträge meiner Vorgänger

Ablauf eines Semesters [aus Sicht eines Stundenten !!]

...und die dazugehörige Prüfungszeit

Es ist wirklich jedes Jahr das Gleiche.

Man freut sich darauf, all die ganzen Leute wiederzusehen. Mit ihnen zu reden, zu lachen, sich über alles mögliche zu unterhalten und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Am Anfang ist auch noch alles ganz entspannt. Jeder ist gelassen, gut gelaunt, top in Form und freut sich auf die kommende Zeit. Aber ab einem bestimmten Punkt, ist alles viel zu viel und man weiß nicht so richtig, wo vorne und hinten ist.... was man zuerst machen soll.

Die Rede ist von dem Semester. Nochmal von vorne.

Anfang April oder Oktober freue ich mich wirklich darauf, all meine lieben Kommilitonen wiederzusehen. Viele kommen aus anderen Teilen Deutschlands und deswegen kann ich viele während den Semesterferien nicht sehen. So ein Semester umfasst üblicherweise circa vier Monate Vorlesungszeit. Und ich für meinen Teil, mache in diesen vier Monaten oftmals alles andere- nur nichts für die Uni. Versteht das nicht falsch ! Ich stehe schon früh auf und quäle mich, vor allem im Winter, in der vollen Bahn zum Campus. Dort höre ich mir dann die Vorlesungen an und nach der Uni geht’s dann aber los: Da geht man einen Kaffee trinken, kocht zusammen, macht Sport, muss unbedingt in die Stadt, weil ja gerade überall Mega-Sale ist und arbeiten geht man auch noch.

Als Student ist es, denke ich, auch mal normal in der Woche feiern zu gehen... da quäle ich mich natürlich nicht aus dem Bett, weil das bringt mir nichts und meinem Sitznachbarn höchstwahrscheinlich auch nichts. Meine Oma versucht das seit 2,5 Jahren zu verstehen, aber es klappt nicht so richtig... sie sagt immer, dass zu ihrer Zeit Anwesenheitspflicht in der Schule war. Ich gebe ihr Recht- in der Schule ist auch heute noch Anwesenheitspflicht, aber ich bin auf einer Universität und da gibt es das nicht (Ausnahmen sind Seminare und Übungen). Jedenfalls freut sich meine Oma, wenn sie mich Mittwoch früh anruft und fragt, ob ich ihr am Nachmittag Kartoffeln und 2x6 Flaschen Wasser bringen kann... sie hat es vergessen, mir am Wochenende zu sagen und dann ist das natürlich eine super Sache, dass es nicht so wirklich eine Anwesenheitspflicht gibt.

[Eine Anmerkung: Meine Oma ist 80, geistig sowie körperlich noch wirklich fit und macht sonst alles noch von alleine...aber der nächste Supermarkt ist ein Stück weg und Auto fährt sie nicht]

Also, zurück zum eigentlichen Thema: In der Vorlesungszeit ist meistens alles sehr entspannt. Aber dann kommt die Prüfungszeit und jedes Mal ärgere ich mich, dass ich nicht kontinuierlich die Skripte nachgearbeitet habe (ich glaube allerdings so geht 95% aller Studenten).

Um die Weihnachtszeit denke ich mir „Hmmm, du hast noch circa einen Monat Zeit. Nach Silvester fang ich sofort an“.... das ist dann einer der guten Vorsätze. So richtig fang ich meistens dann erst zwei Wochen vor den Prüfungen an (es gibt auch Prüfungen, da habe ich tatsächlich schon viel ehr angefangen, aber die waren für meinen Intellekt auch sehr hoch). Aber bevor ich mich an den Schreibtisch setze, räume ich die ganze Wohnung auf. Ich wische den Boden, wasche Wäsche, sodass der Wäschekorb komplett leer ist, im schlimmsten Falle topfe ich noch irgendwelche Blumen um....Ich trockne sogar das Geschirr ab, was ich sonst nie mache. Ich mache einfach alles, um nur nicht anfangen zu müssen.

Irgendwann ist dann aber der Punkt erreicht. Ich schaue mir die Skripte an, arbeite dazu im meisten Falle noch etwas aus und fange an, mir das einzuprägen. Fünf Tage vor den Prüfungen sieht meine Wohnung wiederrum aus, als hätte ich sie zwei Monate nicht geputzt. Das Geschirr steht im Spühlbecken und auf meinem ganzen Boden liegen überall Blätter... ich weiß nicht warum ich da so unordentlich bin, aber man sagt ja nicht umsonst „Das Genie beherrscht das Chaos“. Abgesehen von den immerwiederkehrenden Selbstzweifeln und der Wut über mich selbst, eben doch nicht eher angefangen zu haben, gibt es da noch ein weiteres Problem: Mein Essverhalten... ich denke auch da, geht es vielen ähnlich. Da sitze ich am Schreibtisch und esse nebenbei irgendwas.... meistens irgendwas ungesundes. Kekse, Schokolade, Eis, dann zwischendurch eine Schnitte und so geht das die ganze Zeit. Allein aus diesem Grund habe ich mal versucht in der Bibliothek zu lernen...einfach damit ich nichts essen kann, aber das war auch nichts für mich- oder es lag einfach an meinem Nachbarn, der eine schniefende Nase hatte und mich das sehr gernevt hat.

In dieser Zeit läuft nichts optimal. Ich habe das Gefühl, und das täuscht mich darin nicht, dass ich mindestens 3 kg zunehme; ich habe wenig Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden und die sozialen Kontakte, die ich dann noch habe, sind Kommilitonen und mit denen spreche ich zu 90% dann auch nur über die Prüfungen. Letztenendes ist es jedes Semester das gleiche. Man nimmt sich vor, konsequenter zu sein und wirklich rechtzeitig anzufangen mit lernen... und jedes Jahr klappt es nicht (wobei das erste Semester da bei mit super geklappt hat).

Als ich nach dem Abitur meine Ausbildung gemacht habe, dachte ich mir oft „Bin ich froh, wenn ich endlich studiere...da sagt mir keiner was ich zu tun und zu lassen habe...und ich muss auch nicht meinen Chef fragen, ob ich heute mal eine Stunde ehr gehen darf“. Jetzt wünsche ich mir manchmal genau das. Noch ein Punkt der sich seit meinem Studium geändert hat ist mein Zeitmanagement. Ich war damals immer überpünktlich und habe mich über Freunde aufgeregt, die es nie geschafft haben, pünktlich zu sein. Heute ist es so, dass ich es zwar pünktlich schaffe, aber mich dabei immer so beeilen muss, dass mir bei Ankunft am Treffpunkt so warm ist, dass ich erstmal ein Schluck Wasser brauche...


Nun denkt ihr euch vielleicht "So ein Studium ist ja doch nicht so cool !"-->doch, das ist es !!!! Nur die Prüfungszeit ist einfach nicht so cool, aber wenn man es genau nimmt, hält diese „schlimme“ Zeit auch nur maximal 3 Monate im Jahr an und am Ende der Prüfungszeit sagt man sich „Ach komm, so schlimm wars doch gar nicht“.

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