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„Vielseitigkeit ist das Stichwort. “

Paula Sporleder

Wie WhatsApp deinen Schreibstil verändert

Dr. Florian Busch, Linguist des germanistischen Instituts der Uni Halle, zeigt, wie Jugendliche sprachliche Regeln in der digitalen Kommunikation nutzen und welchen Einfluss Emojis in digitalen Gesprächen haben.

Zu sehen ist ein Screenshot der Emoji-Tastatur auf WhatsApp.

Foto: Emoji-Tastatur auf WhatsApp.

Hallo, ich bin Sabrina! Ich studiere an der Uni Halle den Bachelor Interkulturelle Europa- und Amerikastudien (IKEAS) in Kombination mit Psychologie und bin Studienbotschafterin für Internationales. Heute darf ich den Blog meiner Kollegin Paula übernehmen und möchte dir mit dieser Studie einen kleine Einblick in meinen Studiengang verschaffen.

Soziolinguistik ist eine spannende Disziplin

Ich hatte dieses Semester ein Seminar bei Dr. Busch zum Thema Soziolinguistik. Eine sehr spannende Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die sich mit der Wechselwirkung von Sprache(n) und Gesellschaft beschäftigt. Es werden also die sozialen, politischen und kulturellen Einflüsse auf sprachliche Systeme und des Sprachgebrauchs und deren Bedeutungen untersucht. Dazu gehören auch Themen wie Gendern oder Kiezdeutsch. Deswegen fand ich Dr. Buschs Studie „Digitale Schreibregister. Kontexte, Formen und metapragmatische Reflexionen.“ auch äußerst interessant und wollte sie mit dir teilen.

Die Studie analysiert den Einfluss von Messengern bei Jugendlichen

„Häufig beginnt und endet ihr Tag mit dem Blick auf das Smartphone - und damit auch mit den Messengerdiensten“, sagt Busch. Diese Beobachtung weckte auch sein Interesse am Thema digitale Kommunikation bei Teenagern. Deshalb betrachtete der Linguist im Rahmen seiner Promotion, die schriftliche Kommunikation von Jugendlichen im Netz und in der Schule. Dafür wurden rund 200 Schüler*innen befragt, 19.000 ihrer WhatsApp-Nachrichten und knapp 80 Schulaufsätze analysiert. Auch wurden ausführliche Interviews geführt, wo die Schüler*innen über ihr Schreibverhalten in der Schule und ihrer Freizeit sprachen.

Das Ergebnis war eindeutig: Jugendliche achten bei Kurznachrichten (wie über WhatsApp) meist nicht auf Groß- und Kleinschreibung oder Rechtschreib- und Zeichensetzungsregeln. In Schulaufsätzen ist dies nicht der Fall. Die Schüler*innen verfügen also über das notwendige Wissen, aber in der digitalen Kommunikation gelten andere Regeln, erklärt Busch, „die ein persönlicheres, adressatengerechtes Kommunizieren ermöglichen.“ Komplett irrelevant sind die Rechtschreibregeln aber nicht, oft werden Rechtschreibfehler über WhatsApp als peinlich wahrgenommen. Es ist also wichtig, nicht ungebildet zu wirken.

Ein weiterer Fokus der Studie liegt auf den Emojis. Diese spielen eine wichtige Rolle in der digitalen Kommunikation. Entgegen der allgemeinen Auffassung ersetzen sie aber keine ganzen Wörter oder Sätze, sondern dienen als Interpretationshilfe. Bei engeren Freundschaften soll das Nutzen von Emojis aber kaum nötig sein, die Bedeutung einer Nachricht muss nicht so klar illustriert werden wie bei weniger engen Beziehungen.

Spannende Erkenntnisse für den Schulalltag

Dieses besondere digitale Regelwerk führt auch dazu, dass Schüler*innen das Schreiben in der Schule als einfacher wahrnehmen. Über WhatsApp „gibt es viel mehr Möglichkeiten und Nuancen, mit denen Bedeutung transportiert werden kann.“, ein Gespräch ist dadurch deutlich komplexer. Übrigens: Die Studie wurde pünktlich zum Welt-Emoji-Tag am Samstag den 17. Juli veröffentlicht.

Ist dir denn schon mal der Unterschied in deinem eigenen Schreibstil aufgefallen?

Bis bald!

Sabrina 

Und  hier noch der Link zu dieser interessanten Studiie.

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