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„Informatik – Vernetzung der Kompetenzen“

Jenny Chaudhry

Wie man Füße platt läuft...

Besuch der Hochschulmarketingagentur border concepts in Halle

 

Am Freitag den 25.04.2014 durfte ich mit vier Studienberatern der Hochschulmarketingagentur "border concepts" (http://www.bo-co.eu) aus Gronau einen erlebnisreichen Tag in Halle verbringen.

Die border concepts GmbH ist eine europäisch ausgerichtete Agentur für Hochschul- und Studierendenmarketing und bietet effektive Instrumente, um Studieninteressierte zielgerichtet zu erreichen. Seit mehreren Jahren arbeiten wir erfolgreich u.a. mit Nina, Christine, Andrea und Florian zusammen. Jetzt war es an der Zeit auch etwas zurück zu geben und vorallem persönliche Eindrücke in die weitere Arbeit mit einfliessen zu lassen.

 Nachdem ich die vier vom Hotel abgeholt hatte, fuhren wir zum Campus Heide Süd. Dort wartete bereits Christian Kubat vom Bereich Geologie auf uns. Nach einer kurzen Präsentation per Beamer, wo wir uns geografisch gerade befinden, liefen wir den kurzen Weg zum Biologicum. Dort staunten wir nicht schlecht, dass in dem Eingangsbereich Bäume wachsen.

Rechts und links davon durften wir in die Labore schauen und lauschten der Geschichte, warum dieses Gebäude falsch herum gebaut wurde. Die eigentliche Vorderseite mit schickem Eingang ist nur über den hintern Parklplatz erreichbar, während von vorn nur eine öde graue Betonfassade zu sehen ist. Wer dafür verantwortlich ist, wusste Christian leider auch nicht.

Wir schauten danach kurz auf die Infowand des Institutes und tauschten uns aus, wie in den Studienzeiten von Nina und Andrea, oder Florian im Gegensatz zu heute kommuniziert wurde. Ein umfassendes Onlineportal wie Stud-IP gab es damals noch nicht.

 

Auf dem Weg zur größten Mensa der Uni Halle, kamen wir am technologischen Gründerzentrum, am biologischen Forschungszentrum und an den Wohnheimen der Studenten vorbei. Immer wieder staunte unser Besuch wie groß unsere Areale sind und welche Möglichkeiten den Studierenden hier zur Verfügung stehen. In der Mensa selbst war es noch leer, so dass wir hier alles zeigen und erklären konnten.


Als absolut praktisch wurde in dem Zusammenhang die Tatsache gelobt, dass unser Studentenausweis gleichzeitig Mensakarte und Fahrkarte für den ÖPNV ist.

Auf dem Rückweg zum Hauptcampus erfuhren wir noch warum der Weinbergcampus so heisst, obwohl weit und breit kein Weinberg zu sehen ist. Natürlich liegen hier die Wurzeln in der Vergangenheit. Ihr könnt es ahnen, klar, hier gab es Weinberge. Wer hätte das gedacht ;-)

So, der nächste Programmpunkt "Führung über den Campus Heide Süd" mit Frau Waas starteten wir auch nur mit 10 min Verspätung.

Wir liefen eine große Runde, an den Agrargebäuden vorbei, zum botanischen Garten und konnten einen weitläufigen Blick über den Campus werfen. Angedacht ist hier zum Beispiel auch noch ein Sportarreal anzulegen, sobald die Mittel dafür verfügbar sein. Platz ist jedenfalls mehr als genug.

Nach dieser sehr interessanten Führung trafen wir uns mit Friedrich Wittig, der uns den Geologischen Garten im Innenhof zwischen Informatik und Geografie erklärte.

Von Christian wussten wir bereits, das dieser Garten aus der Luft aussah wie eine große Muschel. Umso gespannter waren wir, welche Details hier auf uns warteten. Angefangen beim 30 Tonnen schweren Basalt arbeiteten wir uns durch bis zum Granit und erfuhren warum im Leipziger Stadtbahntunnel keine Bohrmaschine eine Chance hatte, in das härteste Gestein aller Zeiten vorzudringen.

An diesem Stein sieht man übrigens sehr genau wie Muscheln in das Gestein eingeschlossen sind. Im Hintergrund seht ihr den Bergbaubereich. Nachdem wir nun wussten, wieviel Gesteine es gibt, erfuhren wir dort, wie der Mensch diese in den zurückliegenden Jahren verwendet hat. Schlussendlich wissen wir nun auch, woher der Ausdruck "der ist auf den Hund gekommen" stammt.

Wir gönnten uns nach diesen immensen Fußmärschen eine kurze Verschaufpause in der Heidemensa, tankten Sonne und tauschten uns über das Gesehene aus. Im Anschluss ans Essen und zur Vermeidung des Suppenkomas traffen wir uns in den Franckeschen Stiftungen mit Herrn Dr. Beyse. Er ist ein eremierter Professor der Theologischen Fakultät, der sich für uns gern die Zeit nahm und uns viel von seinem Wirken und dem Wachsen der Theologie im Zusammenhang mit den Franckeschen Stiftungen erzählte. Er lud uns ein, im Innenhof seinen Worten zu lauschen.

Sehr beeindruckt folgten wir ihm danach durch die Räume des Institutes und waren überrascht wie flott er uns die wichtigsten Stationen zeigte. Zum Abschluss kredenzte er uns noch einen theologischen Witz, damit wir mit einem Lächeln durch den Tag gehen. Allein dieser Moment berührte nicht nur mich.

Im Anschluss trafen wir uns mit dem Stadtführer Herrn Giesau, welcher seine Leidenschaft den Franckeschen Stiftungen gewidmet hat. Schnell waren im Wohnhaus von August-Herrmann Francke die Schlüssel zu den Räumen geholt und los ging es mit eindrucksvollen Fakten und leichten Anekdoten zu den einzelnen Örtlichkeiten. Die Franckeschen Stiftungen sind seit über 300 Jahren ein Ort der Bücher. Bildung und damit Zugang zum Wissen der Zeit war das Grundanliegen von August Hermann Francke (1663-1727), dem Gründer, der heute nach ihm benannten Franckeschen Stiftungen zu Halle.

In den Jahren 1726-28 entstand am oberen Lindenhof der Franckeschen Stiftungen Halle das älteste profane Bibliotheksgebäude Deutschlands, die historische Kulissenbibliothek.

 

Bereits Albrecht von Haller, Johann Joachim Winkelmann und Johann Wolfgang von Goethe bewunderten die bibliophilen Kostbarkeiten. Wie Theaterkulissen ragen die marmorierten Bücherregale in den Saal hinein, überspannt von barocken Korbbögen. Hinter unscheinbaren Buchrücken verbergen sich die erstaunlichsten Schätze. Das größte und schwerste Buch der Sammlung ist die Bibel des Lucas Osiander (1534-1604). Fast einen halben Meter hoch und 9,5 kg schwer begleitete sie den Prinzen Anton Günther von Anhalt-Zerbst (1653-1714) überall hin und spendete ihm Halt und Trost. Aber auch die erste deutsche Bibel, die in Amerika gedruckt wurde, und viele andere sehr seltene, teils über 500 Jahre alte Bücher werden hier aufbewahrt.

 Nach diesem atemberaubenden Einblick wartete der nächste Höhepunkt auf uns. Das dies wörtlich gemeint war, erschloss sich uns erst, als wir auf der Plattform des historischen Waisenhauses standen und einen einzigartigen Ausblick genossen.

Rund um diese Plattform, waren Zitate aus Unterhaltungen von Francke mit dem König verewigt, welche exakt aus diesen Blickrichtungen entstanden sind.

Hier seht ihr den Blick zum ehemaligen Stadtkern mit der Marktkirche zu Halle.

Unten seht ihr den Blick in den Innenhof des historischen Waisenhaus. Hier studieren heute die Erziehungswissenschaftler, künftige Lehrer und Pädagogen.

Der krönende Abschluss in den Franckeschen Stiftungen bildete der Rundgang in der Wunderkammer des Barock. Die einzige vollständig erhaltene barocke Wunderkammer Europas lässt im ehemaligen Schlafsaal der Waisenknaben im Historischen Waisenhaus ein originales Museumskonzept des 18. Jahrhunderts aufleben.

Die Kunst- und Naturalienkammer besteht aus 16 Teilsammlungen in jeweils fest zugeordneten Schränken. In den Schränken finden sich Objekte der belebten und unbelebten Natur, der Flora und Fauna, Conchylien, Totenmasken, Modelle für den Unterricht, Stücke aus Indien, heilige Dinge, eine Puppensammlung, eine Ansammlung von Alltagsdingen, Kleider und Schuhe, Bilder und Schriften. Außerdem gibt es auch freistehende Objekte, wie den Apothekertisch und diverse Tierpräparate. Im Zentrum der Kammer steht ein Planetenmodell, genauer gesagt das geozentrische Planetenmodell.

Übrigens: Der Eintritt für Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ist frei. Es lohnt sich also in jedem Fall dort vorbei zu schauen.

Nachdem wir uns von Hr. Giesau und Hr. Evers verabschiedet hatten, überlegten wir, was wir mit der restlichen Stunde bis der Zug zurück nach Gronau fährt, noch machen könnten. Da uns allen reichlich die Füße schmerzten, kam also nur noch die Möglichkeit einer kleinen individuellen Stadtrundfahrt mit dem bequemen Mietwagen in Frage.

Also steuerten wir zuerst die Leopoldina an. Die Nationalakademie der Wissenschaften ist eine der ältesten Akademien der Welt. 1652 gegründet und erst vor wenigen Jahren komplett saniert, strahlt dieses Haus weit sichtbar neben der Moritzburg über Halle hinweg. Danach fuhren wir am Multimediazentrum, dem meistdisskutiertesten Gebäude nach dem Hochwasser, vorbei zum Neubau des Geisteswissenschaftlichen Zentrums am Steintor. Danach drehten wir noch eine kurze Autorunde entlang der medizinischen Bereiche an der Magdeburger Straße, einschließlich der Pathologie. Bevor wir dann zum Bahnhof abbogen, war noch mal die Architektur in Halle ein interessantes Thema. Nina, Christine, Andrea und Florian waren absolut fasziniert von den Gründerzeitbauten in Halle. Da ließ ich es mir nicht nehmen noch mal in den Bereich Pfännerhöhe, Südstrasse, Bernhardystraße abzubiegen und dort die schönsten sanierten Häuser in Straßen mit großen Bäumen zu zeigen.

Endstation Bahnhof, platte Füße, den Kopf voller Eindrücke und ein irres Gefühl an Zufriedenheit waren das Resümee unserer Besucher. Herzlich bedankten sie sich und Florian überlegte laut, dass er ja noch die Möglichkeit hat, seinen Master zu absolvieren und das er große Lust hätte, dies in Halle zu tun.

In diesem Sinne: Auf Wiedersehen :-)

 

(Alle Bilder sind Eigentum der Autorin)

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