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Operntipp: WUT

Ein virtuoser Text für ein unversöhnliches Gefühl mitten im Europa der Gegenwart.

Im Rahmen der Raumbühneninstallation HETEROTOPIA wird Elfriede Jelineks Stück, als Gastspiel des neuen Theaters, in der Oper Halle aufgeführt. Am 03.10 konnte ich dabei sein und mir einen Einblick verschaffen wie es ist, eine solche Inszenierung aus einer komplett anderen Perspektive erleben zu können.

Die eigentlichen Zuschauerränge wurden überbaut und dienen nun als Spielstätte. Die Inszenierung endet für den Zuschauer nicht am Vorhang, im Gegenteil hier fängt sie erst an. Allein dieses Raumkonzept macht die Stücke in der aktuellen Spielzeit so unglaublich spannend. Der Zuschauerbereich wird auf die Drehbühne, hinter dem Vorhang verlagert.

Auf dieser Drehbühne beginnt die Inszenierung dann auch. Mit fortlaufenden Perspektivenwechseln werden Meldungen zu den Attentaten in Paris gegen die französische Satirezeitschrift »Charlie Hebdo« und zur Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt auf Videowände rund um die Zuschauer projiziert. In den folgenden, fast 3 Stunden werden viele Geschehnisse und vorherrschende Gefühle Europas thematisiert.

Die Texte von der Literaturnobelpreisträgern sind nicht immer leicht zu verstehen. Oft bleibt keine Zeit die gerade gesehen Szenen zu interpretieren. Kaum ist eine Handlung abgeschlossen, dreht sich die Bühne wieder und nach einer Szene die Parallelen zur griechischen Antike zieht, wird der Zuschauer mit Darstellungen des NSU Trios konfrontiert.

Das Ganze ist bei weitem keine leichte Kost. Man muss sich wirklich konzentrieren und darauf einlassen. Viele Interpretationen und Zusammenhänge habe ich erst Tage nach dem Opernbesuch verstanden. Wer sich jedoch mit nicht ganz so leichter Kost anfreunden kann, dem sei ein Besuch des Stückes wirklich ans Herz gelegt. Insbesondere die Bezüge zu aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen in Europa waren inhaltliche Highlights für mich. Aber auch die Raumbühne und das Ensemble, das einen grandiosen Job gemacht hat, rechtfertigen einen Besuch allemal.

Karten gibt es Momentan nur och für die Vorstellungen im Februar und März. Weitere Informationen zu dieser Inszenierung und zu weiteren in der Raumbühne gibts hier: Bühnen-Halle

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