Studieren mit Kind

Wann ist die beste Zeit, ein Kind zu bekommen? Nach dem Studium, wenn der Job gerade beginnt oder doch besser noch später? Viele Studierende entscheiden sich für die dritte Alternative: Kind plus Studium. Doch passt das? Lassen sich Hörsaal und Baby überhaupt vereinbaren? Im Folgenden zeigen wir, wie Herausforderungen, die sich aus Elternschaft und Studium ergeben, begegnet und gemeistert werden können. Zudem findet ihr Tipps und Ratschläge zu einer Vielzahl an Hilfen.

Kind und Studium erfolgreich meistern

Entgegen gängiger Erwartungen bietet die Zeit des Studiums größere Flexibilität, mehr Freiräume und immer mehr auch familienfreundliche Bedingungen – das Zertifikat audit familiengerechte hochschule, welches die Uni Halle seit 2009 trägt, zeugen davon. Außerdem werden studentische Eltern in vielerlei Hinsicht unterstützt, z. B. durch Beratungsangebote, unterschiedliche Ansprechpartner_innen innerhalb und außerhalb der Universität, kindgerechte Infrastruktur an verschiedenen Universitätsstandorten (Wickel-, Spiel- und Stillmöglichkeiten) sowie weitere familienfreundliche Regelungen.

Welche Ansprüche werdende Eltern geltend machen können, wo ihnen geholfen wird und wer die richtigen Ansprechpartner sind, erfahrt ihr hier.

Was bietet die Uni?

Nehmen die Eltern wieder am Unialltag teil, können sie neben einem Begrüßungsgeld des Studentenwerks Halle von 100€, auch den kostenfreien Kinderteller in der Mensa und das Freitischessen für Eltern oder einen Elternteil in Anspruch nehmen.

Familienfreundlichkeit heißt an der Martin-Luther-Universität natürlich mehr als kostenfreies Mensaessen. So organisiert das Familienbüro der Universität beispielsweise regelmäßig in den Ferien die Betreuung für die Kinder der Studierenden und Beschäftigten.

In Kooperation mit dem Studentenwerk bietet das Familienbüro zudem regelmäßig ein Elterncafé. Hier werden Vorträge beispielsweise zur Bewältigung des Alltags gehalten, praktische Tipps zur Studienorganisation oder Finanzierung eines Studiums mit Kind(ern) gegeben und außerdem hilfreiche Kontakte vermittelt.

Die KiTa Weinberg des Studentenwerks und die Weinbergkids sorgen für eine liebevolle Betreuung der Kinder von studentischen Eltern. Damit Mütter und/oder Väter bei universitären Veranstaltungen teilnehmen können, bietet die Universität zudem die Möglichkeit der Kinderbetreuung über das Familienbüro, die WeinbergKids, Kinderinsel oder Familienetage der Franckeschen Stiftungen an.

Bezüglich des Studienverlaufs können Urlaubssemester aufgrund von Schwangerschaft/Kindererziehung beantragt werden, innerhalb derer Studien- und Modulleistungen erbracht werden können.

Auch für die Freizeitgestaltung sorgt die Universität: das Unikino bietet regelmäßig ein kostenfreies Kinderkino für Groß und Klein an und das Unisportzentrum hat das Sportangebot um Eltern-Kind-Kurse erweitert.

Mit dem Semesterticket können die eigenen Kinder bis einschließlich sechs Jahre (im gesamten MDV-Gebiet) bzw. bis einschließlich 13 Jahre (in der Tarifzone Halle 210) kostenfrei mitfahren.

Beratungsmöglichkeiten

Neben den Angeboten, bietet die Universität auch vielfältige Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten durch das Familienbüro, die Familienbeauftragten der Universität und der einzelnen Fakultäten, den AK Studieren mit Kind und das Studentenwerk an. Die Ansprechpartner_innen helfen bei der Suche nach Kitaplätzen, zinslosen Darlehen oder auch Buch- und Lernmittelbeilagen.

Rechtliche Ansprüche vor der Geburt

Das Jobcenter gewährt ab der 13. Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf, der 17% der Regelleistung beträgt. Außerdem kann man eine Erstausstattung anlässlich der Geburt vom Jobcenter und von der Bundesstiftung „Mutter und Kind“ erhalten. Wer neben dem Studium noch ein Arbeitsverhältnis hat, das wegen Schwangerschaft und Geburt unterbrochen wird, hat zudem Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach stehen jungen Müttern je nach Umfang der Tätigkeit, 13€ pro Tag von der Krankenkasse oder einmalig 210€ vom Bundesversicherungsamt zu.

Ansprüche nach der Geburt

Studentischen Eltern können Elterngeld in Höhe von 300€ für ein Jahr lang beantragen. Dies kann auf zwei Jahre gestreckt werden. Dann gibt es 150€. Das Elterngeld hat keinen Einfluss auf das Bafög oder das Wohngeld. Wer jedoch Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder einen Kinderzuschlag erhält, bei dem wird das Elterngeld verrechnet. Für Studierende ebenfalls interessant ist die Möglichkeit Wohngeld zu erhalten. Unterschreitet das Einkommen eine bestimmte Grenze – nach Abzug bestimmter Freibeträge - kann man Zuschüsse zur Miete erhalten.

Fördermöglichkeiten

Wer sich im Internet über weitere Förderungsmöglichkeiten erkundigen möchte, der sollte sich den Stipendienlotsen anschauen.

Die „Bundesstiftung Mutter und Kind“ wiederum hat sich zum Ziel gesetzt, schwangeren Frauen in Notlagen unbürokratisch zu helfen.

Familien mit Kindern, die durch ein schwerwiegendes Ereignis in eine Notlage geraten sind, hilft die Landesstiftung „Familie in Not“ in Sachsen-Anhalt. Bedürftige können in den örtlichen Schwangerenberatungsstellen schnell und unbürokratisch finanzielle Hilfe bekommen.

„Dem Leben auf die Beine helfen“ – das will die Stiftung „netzwerk leben“ auf verschiedenen Wegen erreichen. In Not und Bedrängnis geratene Schwangere, Kinder, Männer und Frauen, Ehen und Familien erhalten vom Netzwerk schnell und unbürokratisch direkte Hilfen.

Der Hildegardis-Verein vergibt zinslose Darlehen für alleinerziehende Studentinnen.

Veranstaltung in der zentralen Orientierungswoche

"Studieren mit Kind"

Voraussichtlich am Dienstag, den 04.10.2016, 11:00 bis 13:00 Uhr, im Hörsaal XV, Melanchthonianum