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Mein Studiengang
Psychologie

Von der Musik zur Psychologie

Ich studiere Psychologie im dritten Semester an der Martin-Luther-Universität. Eigentlich sollte  mein akademischer Werdegang ganz anders aussehen und stand seit meinem fünfzehnten Lebensjahr so gut wie fest – ein Musikstudium in Weimar. Vor Beginn meines zehnten Schuljahres wechselte ich in eine Musikspezialklasse und wohnte im Internat. Dort standen außer den üblichen Fächern auch Musiktheorie, Gehörbildung, Musikgeschichte, Stimmbildung, Dirigat, Chor und Instrumentalunterricht auf dem Stundenplan. Neben den unzähligen stundenlangen Chorproben und Konzertreisen nach Budapest, Berlin, Brüssel etc., saß ich vor allem am Klavier. Es galt: üben, üben, üben – immer mit dem Ziel, Wettbewerbe zu gewinnen und die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule zu schaffen.

Warum Psychologie?

In meinem letzten Schuljahr hat mich allmählich die Freude an der Musik verlassen. Besser gesagt war ich vom ständigen Konkurrenzkampf genervt. Ich hatte den Eindruck, dass es nicht mehr ums gemeinsame Musizieren und dem Gefühl der Musik an sich ging, sondern um perfekte Technik und Abspulen von Gelerntem. Ich wollte meine Leidenschaft für die Musik und vor allem für das Klavierspielen nicht durch ein Studium verlieren. Die „Erleuchtung“ kam dann im Biologieunterricht. Dort haben wir uns ein halbes Jahr lang mit dem Gehirn, der Signalübertragung- und verarbeitung und ein bisschen mit der Neuropsychologie beschäftigt. Ich war begeistert. Ich begann, wissenschaftliche Zeitschriften und psychologische Forschungsberichte zu lesen und war überzeugt, dass ich mein Studienfach gefunden hatte.

Warum Halle?

Halle war eine der ersten Unis, die auf meine Bewerbung reagierte und mir einen Studienplatz anbot. Aber nicht nur das – sie war auch die sympathischste. Denn neben meinem Studienplatz bekam ich eine ganze Menge unterstützendes Material (u.a. von der ich-will-wissen-Kampagne, für die ich jetzt selbst arbeiten darf), das mir die Monate vor und die ersten Wochen im Studium erleichterte. Außerdem bietet Halle ein breites Forschungsspektrum, vor allem auch in Verbindung mit Musik – genau das richtige für mich. In Halle war ich vorher schon einige Male als Besucher oder Chorsänger und hatte nur positive Erinnerungen. Auch eine Freundin, die in Halle ihre Ausbildung gemacht hat, erzählte immer begeistert von der kleinen Großstadt.

Fazit?

Ich bereue meine Entscheidung nicht. Auch wenn im Studium nicht immer alles perfekt läuft (vor allem in Statistik), bin ich immer wieder begeistert davon, wie viel neues ich lernen durfte und darf. Durch die kleine Anzahl an Studierenden in einem Jahrgang, hat man schnell ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt und für die Dozenten ist man nicht nur eine Matrikelnummer. Als Versuchsperson bekommt man zu jeder Zeit Einblick in die verschiedensten Forschungsbereiche der Psychologie und schon im zweiten Semester durften wir eine eigene Studie durchführen. Immer wieder lustig und interessant ist auch, dass man die Welt plötzlich ein bisschen anders wahrnimmt (Aber nein, wir Psychologiestudenten analysieren euch nicht und heilen auch keine psychischen Krankheiten – um dieses Klischee gar nicht erst aufkommen zu lassen.)

Die Stadt Halle ist zu meiner Heimat geworden. Ich liebe die Peißnitz, die Stimmung, die kleinen Cafés, die kleinen Buch – und Plattenläden, die Menschen, die ich hier kennenlernen durfte – einfach alles.
Von der Musik habe ich natürlich nicht ganz gelassen. Ich singe im Universitätschor und Kammerchor, habe einige Menschen getroffen, mit denen ich musizieren kann und übe natürlich weiterhin fleißig Tonleitern – dieses Mal jedoch nicht mehr, ohne mir Gedanken um die gerade ablaufenden psychologischen Prozesse zu machen.