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Mein schönes Studium

DEN typischen Studientag hab ich noch nicht erlebt und damit auch nicht DEN Wochenablauf. Meinen Stundenplan erstell’ ich mir jedes Semester neu, deswegen gibt es in jedem Semester Verschiebungen und andere Abläufe. Nur eins funktioniert fast im jeden Semester: die Zeit um Mittags in die Mensa zu gehen, abends sich mit Freunden zu treffen oder natürlich auch einfach mal feiern zu gehen. Da das für die meisten wahrscheinlich am interessantesten ist, hab ich unten mal den Wochenablauf von allen Semestern vermischt, zumindest wie ich sie im Bachelor erlebt habe.

Montag

Die Woche startet bekanntlich mit dem Montag, und wenn der Winter mit eisigen Temperaturen herrscht, bin ich schon wach. Ich arbeite im DLC Halle, einem Callcenter, das im Auftrag des ADAC arbeitet. Dort werden auch Studentenjobs vergeben, das heißt, man nimmt Pannen auf und trägt sich zur Arbeit im Schichtplan ein, oder man wird von den Teamleitern angerufen, wenn man nicht im Schichtplan steht. Einmal nutzte ich die Gelegenheit und saß bereits um 5.30 am Telefon und konnte so manches Mitglied darüber hinwegtrösten, dass es erstens kalt ist und zweitens das Auto einfach nicht will. Wenn keine Arbeit ist, versuche ich bis 9 zu schlafen. Idealerweise ist Montag ab 10.15 Uhr oder 12.15 Uhr Vorlesung oder Seminar. Montag ist auch ein besonderer Tag, denn abends geh ich einem großen Hobby nach, dem Chorsingen. Seit 2011 singe ich im damals gegründeten „Vokalensemble Sequenz Halle“ mit. Wir proben jede Woche von 19 bis 21.30 Uhr. Seit dem 20. Mai wissen wir auch, dass wir ein hervorragender Chor sind, denn an diesem Tag, beim Landeschorwettbewerb haben wir dieses Prädikat verliehen bekommen. 2018 dürfen wir dadurch zum 10. deutschen Chorwettbewerb nach Freiburg im Breisgau fahren.

Ach so, zwischen Chor und Uni versuche ich ein vorbildlicher Student zu sein und gehe in die Bibo, um ein wenig zu stöbern oder Referat(e) vorzubereiten. Und am Ende des Abends gibt es mit den Mitsängern vielleicht noch ein Feierabendbier.

Dienstag

Der Dienstag war im ersten Semester DER Hammertag. Um 7 Uhr aufstehen, ab ins Musikinstitut, von 8.30 bis 11.45 Uhr die Einführungsseminare für Musikwissenschaftler besuchen: Musikwissenschaftliches Arbeiten und Musikanalyse. Danach Musiktheorieübung. Und zur Krönung: von 14.15 bis 17.45 Veranstaltungen für bzw. von Wirtschaftswissenschaften. Danach war ich regelmäßig fertig, mit allem. Nur in der Weihnachtszeit gab’s noch die Möglichkeit, sich auf dem herrlichen Weihnachtsmarkt wieder runterzufahren und abzukühlen.

Mittwoch

Am Mittwoch kann man am Abend Bergfest feiern. Vorher geht’s noch ab in die Uni oder die Bibo, man merkt, Musikwissenschaftler sitzen öfter dort und lesen, aber das ist auch in den meisten anderen Studenfächern der Geisteswissenschaften so. Grundsätzlich gilt: man muss nicht alles wissen, man sollte nur wissen, wo wichtige Informationen zu finden sind.

Der Mittwoch ist auch der Tag, an dem die Wirtschaftswissenschaften etwas Besonderes bieten können: Vorlesungen im Steintor, dem ältesten Varieté Deutschlands, oder als Ausweichort die Händelhalle. Man hat also Vorlesung, wo sonst Mario Barth seine platten Pointen reißt oder bekannte Sänger wie Philippe Jaroussky einen Abend lang ein Publikum begeistern. Mittwochs war in der Regel der Tag, an dem ich zum Unisport gegangen bin. Dieses Semester war ich zur spät zur Anmeldung für Floorball, deswegen kann ich höchstens im nächsten Semester wieder gehen. Aber es gibt auch noch unzählige andere Sportarten, die man belegen kann, seit Oktober 2016 geh ich zum Beispiel zum Boxen.

Donnerstag

Donnerstag war meistens erst mal ausschlafen angesagt, Sport machen schlaucht ja auch irgendwie. Die längste Zeit meines Studiums hatte ich donnerstags keine Vorlesungen, dafür bin ich dann wieder mal in die Bib gegangen. Hin und wieder auch nicht, schließlich kann man nicht immer vorbildlicher Student sein. Am Abend geht’s zum 2. Chor, in dem ich mitsinge, der Robert-Franz Singakademie. Die wurden 2014 sogar 200 Jahre alt und gehören damit zu den älteren Singakademien deutschlandweit. Durch das Mitwirken in diesem Chor ergibt sich öfter die Gelegenheit in der Weihnachtszeit das Weihnachtsoratorium vom großen Meister Bach zu singen. Zu Ostern wird regelmäßig eine Passion gesungen und zum Totensonntag ein Requiem. Neben diesen festen Terminen können natürlich immer noch andere Konzerte stattfinden.

Freitag

Auch an Freitagen finden Lehrveranstaltungen in der Abteilung Musikwissenschaft statt, in der Regel aber nur von einem Professor. Deswegen bin ich öfters freitags in der Uni, was nicht unbedingt ungewöhnlich ist oder sein muss. Im Sommersemester ist am ersten Freitag im Juli auch immer die Lange Nacht der Wissenschaften, das heißt so ziemlich jede Abteilung öffnet ihre Pforten und bietet Veranstaltungen an, im Institut für Musik werden dann meistens Konzerte und Vorträge angeboten.