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Mein Studiengang
Musikwissenschaft

Musik ist mein Leben

Ich studiere Musikwissenschaft im Master. Im Bachelor habe ich Musikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften mit der Gewichtung 120/60 studiert, also einen klassischen Zwei-Fach Bachelor mit Haupt- und Nebenfach. Seit 2 Jahren habe ich meinen Bachelorabeschluss.

Für Musik interessiere ich mich, seit ich denken kann, bereits im Kindergarten wollte ich zur musikalischen Früherziehung. Das Nächste war damals der Kinderchor der Stadt Halle, bei dem mich meine Eltern dann anmeldeten. Falls das noch nicht klar geworden ist: ich bin gebürtiger Hallenser! Mit meinem 8. Lebensjahr begann ich dann mit Keyboardunterricht, später wurde ich zum Klavierunterricht „upgegradet“. 2000 verspürte ich den Drang, an mindestens vierstimmiger Chormusik teilzuhaben, also wechselte ich zum Stadtsingechor zu Halle, der – nebenbei bemerkt – der älteste Knabenchor in Mitteldeutschland ist. Zum Leben eines jeden Sängers gehört dann eine ausführliche musikalische Ausbildung, so interessierten mich schnell vor allem Musikgeschichte und auch Musiktheorie. Eigentlich wollte ich nach Abitur und freiwilligem kulturellen Jahr Gesang studieren. Für den Fall, dass das nicht klappen würde, suchte ich mir eine vollwertige, für mich ebenfalls interessante Alternative. Schnell war die Musikwissenschaft gefunden. Diese teilt sich in drei Bereiche: Musikethnologie, systematische und eben historische Musikwissenschaft. Letztere ist für mich persönlich die attraktivste, weil darunter zum Beispiel das Wissen zur Entstehung von Musikwerken fällt. Weil alle Vorsingen für Gesang im Jahr 2010 negativ verliefen, begann ich schließlich mit dem Musikwissenschaftsstudium. Einen neuen Versuch, studierter Sänger zu werden, kam mir seitdem nicht mehr in den Sinn, da aus Plan B der Plan A wurde.

Musikwissenschaft in Halle hat einiges zu bieten!

Erst einmal gibt es hier für alle drei Teilbereiche mindestens eine Professur, darunter der Vorsitzende der Gesellschaft für Musikwissenschaft Prof. Dr. Wolfgang Auhagen (Systematische Musikwissenschaft) und der Präsident der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Historische Musikwissenschaft). Direkt im Institut befinden sich drei Bibliotheken. Meistens ungestört kann man in der Unibibliothek ein Referat, ein Seminar oder eine Vorlesung vorbereiten. Einzige Ausnahme: Es ist Mittwochmorgen und die im gleichen Haus befindliche Stadtmusikbibliothek führt gerade Grundschulkinder durch ihre Räume. Wer Übungsräume sucht, kommt in der Regel auch auf seine Kosten, bevorzugt sollte man aber in den Abendstunden suchen. Während der Volresungszeit gibt es inzwischen einen Übplan, in den sich jeder eintragen muss, wenn man einen Raum braucht. Jedes Semester werden andere Vorlesungs- und Seminarinhalte angeboten, außer das FSQ Modul, quasi ein „Grundlagenmodul“, da dieses jedes Semester stattfindet. Die Teilnehmerzahlen in den Seminaren sind in der Regel überschaubar, Fragen stellen und sich an Diskussionen zu beteiligen ist äußerst erwünscht. Auch Exkursionen werden im Rahmen von Modulen öfter angeboten. Ich selber war im Mai 2012 für lau in Berlin, um ein Konzert in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche zu hören. Nicht weit vom Institut befindet mit dem das Händelhaus das Geburtshaus des großen Sohnes der Stadt: Georg Friedrich Händel. Von dort wird die jährliche wissenschaftliche Händeltagung organisiert und es können regelmäßig Vorträge und Konzerte besucht werden.

Halle und die Musik

Wer sich dann abseits seines Studiums immer noch musikalisch betätigen möchte, hat eine große Auswahl. Das akademische Orchester und die Unibigband sind für Instrumentalisten zum Beispiel zwei Anlaufpunkte. Oder man benutzt das Instrument, was jedem Menschen gegeben ist: die Stimme. In Sachen Chorgesang hat Halle eine Vielzahl an Möglichkeiten zu bieten. Von Kammerchor bis „Großchor“ ist alles dabei, in der Regel muss man überall Vorsingen um aufgenommen zu werden.

Im Juni gibt es für jeden Klassikliebhaber ein Highlight aus musikalischer Sicht: Die Händelfestspiele. Bekannte Künstler und Orchester kommen nach Halle und geben Konzerte. An das Jahr 2012 denke ich dabei besonders gerne zurück. Da durfte ich bei der Brockes Passion von Händel im Dom einen kleinen solistischen Part übernehmen: den Ankläger Jesu, Caiphas. Es waren zwar nur rund zwei Seiten reiner Notentext, aber wer kann schon von sich behaupten, vor ausverkauftem Haus, und unter der Leitung der Dirigentin Michi Gaigg, ein Solo gesungen zu haben?

Auch für nicht unbedingt klassische Musik und Theaterliebhaber ist gesorgt: in der Messe, im Steintor und der Händelhalle gibt es regelmäßig Auftritte von bekannten Künstlern. Sogar Fernsehshows wie "Verstehem sie Spaß?" sind öfter zu Gast. Wer noch andere Möglichkeiten zur Abendgestaltung nutzen will, der geht in eine der zahlreichen Bars oder Clubs.

Warum ich hier bin

Ich bin gebürtiger Hallenser, bisher kam ein Wechsel meines Wirkungsgebietes nicht in Frage. Nach dem Abitur gab es hier das Studienfach, das ich studieren wollte. Halle lädt auch einfach zum Verweilen ein. Es gibt Grünflächen, die im Sommer zum Ausruhen und Herumliegen einladen. Es gibt einiges an Kultur: Opernhaus, Staatskapelle, Neues Theater und Puppentheater, die einen gut gefüllten Spielplan anbieten. Eine Vielzahl an Museen rundet das Angebot in Sachen Kultur ab. Wem angucken nicht reicht, der kann, wie oben beschrieben, auch mitmachen.