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Pharmazie – Das F steht für Freizeit

Ganz so schlimm ist es nicht, aber Pharmazie ist ein sehr abwechslungsreiches Studium, keine Woche gleicht der anderen. Ich muss mir meinen Stundenplan nicht selbst zusammenbasteln, den gibt es zum Semesteranfang von unserem Institut. Vorlesungen und Laborpraktika wechseln sich immer wieder ab und so wird es nie langweilig. Bei vielen Studiengängen enden die Semester mit lernintensiven Prüfungswochen, nicht so bei Pharmazie- hier sind die An- und Abtestate über das gesamte Semester verteilt, so dass es nie zu viel, aber auch nie zu wenig ist. Pharmazie zu studieren erfordert viel Fleiß und Motivation, aber dafür wird man mit einem interessanten und tollen Studium belohnt.

Montag

Mein Wecker klingelt 6.30 Uhr, ein früher Start in eine volle, anstrengende, aber keinesfalls eintönige Woche. Da 8 Uhr das Seminar zum Praktikum Pharmazeutische Biologie 1 (kurz PB1) beginnt, laufe ich gemütlich gegen 7.30 Uhr vom Wohnheim aus los in Richtung Hoher Weg 8. Dort angekommen suche ich mir einen Platz irgendwo mittig neben meinen Freunden und dann kann’s auch schon losgehen. Im Seminar herrscht Anwesenheitspflicht, so dass wir uns alle im Verlauf der nächsten Stunde in die Teilnehmerliste eintragen müssen. Thema des heutigen Seminars sind natürlich die Aufgaben, die uns im Praktikum PB1 diese Woche erwarten, z.B. Aufbau, Bestandteile, Besonderheiten und Funktionen von Sprossachsen verschiedener Pflanzen.

9 Uhr ist das Seminar schon wieder vorbei und die nächste Vorlesung beginnt erst 14.30 Uhr, genügend Zeit also um sich in die Bibliothek zu setzen und noch ein paar Dinge für das morgige Arzneiformenlehre-Praktikum (kurz AFL 1) rauszusuchen und vorzubereiten. Ich muss mich auf acht verschiedene Rezepturen vorbereiten und zu jeder Rezeptur ein Protokoll anfertigen und mir außerdem überlegen, wie ich was herstelle. Die meiste Vorarbeit habe ich bereits in der letzten Woche erledigt, nachdem wir alle unsere Rezepturen zugeteilt bekommen haben, dennoch muss ich noch zwei Protokolle vervollständigen.

Gegen 12.30 Uhr geht’s dann gemeinsam mit meiner Laborpartnerin raus aus der Bibliothek und rein in die Mensa zum Mittagessen. Nach dieser Stärkung fahren wir zum Steintor, denn dort findet die Anatomie-Vorlesung im Institut für Anatomie und Zellbiologie statt. Ich finde diese Vorlesung sehr interessant und bin schon gespannt, wann die ersten Organe gezeigt werden.

16 Uhr ist dann endlich Feierabend für heute und ich kann endlich meinen Wocheneinkauf erledigen. Wieder im Wohnheim angekommen, bleibt kurz Zeit zum Verschnaufen und mal nichts zu tun.  Bis zum Abendessen gehe ich dann noch ein paar Grundlagen für Arzneiformenlehre durch, da im Praktikum immer wieder mal Fragen zur Thematik gestellt werden und ich natürlich gut vorbereitet sein möchte.

Dienstag

Schon wieder klingelt mein Wecker 6:30 Uhr, eine Stunde später bin ich auch schon wieder unterwegs zur Pharmazie, denn heute heißt es von 8 bis 13 Uhr AFL 1 Praktikum, Station Rezeptur. Schnell den Kittel angezogen, die Schutzbrille und den Spatel eingepackt, die Protokolle und Rezepturanweisungen unterm Arm geklemmt und los geht’s!

Da heute der kurze Praktikumstag ist, stelle ich nur die Rezepturen her, die nicht ganz so aufwendig sind- die Ohrentropfen, einen Sirup, meine OTC Suspension und das Brausegranulat. Zu jeder angefertigten Rezeptur findet ein Gespräch statt, das heißt der Assistent im Praktikum befragt uns Studenten erst einmal allgemein zu den verschiedenen Arzneiformen, die wir hergestellt haben (also Lösungen, Granulate, Sirupe,…) und dann zu den einzelnen Besonderheiten und Anwendungen unserer Rezepturen. Sobald wir das Gespräch erfolgreich bestanden haben und die Herstellung auch noch geglückt ist, gibt’s die Unterschrift des Assistenten auf unserem Laufzettel.

Für heute habe ich schon mal vier von acht Rezepturen mit Gespräch dazu geschafft, das ist sehr gut und ich freue mich, dass der Tag bis jetzt so super lief.

Nachdem ich meinen Arbeitsplatz im Labor aufgeräumt habe, geht’s mit den anderen „mensen“. Natürlich tauschen wir uns dort über unsere Fortschritte und Erfahrungen zum Thema AFL 1 aus. Einige meiner Freunde waren an diesem Tag nicht an der Station Rezeptur, sondern haben Salben angerührt an der Station „Halbfeste“. Da höre ich aufmerksam zu, denn ich darf mich nächste Woche mit diesem Thema auseinander setzen.

14:15 Uhr beginnt dann im Hörsaal Pharmazie die Vorlesung Instrumentelle Analytik. An sich ist das eine interessante Vorlesung, bei der man unter anderem über die verschiedenen Strahlungsarten Genaueres erfährt, aber meine Aufnahmefähigkeit ist gerade am Tiefpunkt angelangt.

16 Uhr beginnt dann die letzte Vorlesung für heute – Organische Chemie. 17.30 Uhr ist es dann geschafft und ich spaziere wieder zurück zum Wohnheim.

Nachdem ich zu Abend gegessen habe, setze ich mich auch nochmal an AFL 1 um mich auf die letzten vier Gespräche, die ich morgen haben werde, vorzubereiten.

Mittwoch

Heute ist der lange AFL 1 Praktikumstag, das heißt von 8 bis 18 Uhr ist dieser Labortag angesetzt. Ich muss heute Kapseln, ein Pulver, einen Arzneispiritus und noch eine Lösung herstellen. Alles, bis auf die Kapseln klappt wunderbar beim ersten Mal und wie es aussieht, werde ich nicht bis 18 Uhr im Labor stehen müssen. Die Kapseln muss ich leider zweimal machen, da beim ersten Mal die Füllung nicht gleichmäßig verteilt war, aber beim zweiten Mal war alles so, wie es sein sollte und ich bin fertig. Es ist 15.30 Uhr und ich räume noch meinen Laborplatz auf und wasche zusammen mit den anderen, die auch schon fertig sind, ein paar Gefäße ab, um den Kommilitonen, die noch etwas herstellen müssen, die Arbeit zu erleichtern.

Im Wohnheim angekommen, setze ich mich gleich nochmal an AFL 1 ran und gucke mir die Grundlagen für das morgige Seminar zum Thema halbfeste Arzneiformen an, was zum Glück nicht allzu lang dauert.

18 Uhr bin ich mit ein paar Freunden in der Stadt verabredet, denn wir hatten alle einen relativ kurzen Tag und wollen diesen jetzt entspannt bei dem einen oder anderen Cocktail ausklingen lassen… :-)

Donnerstag

Heute kann ich mal „ausschlafen“, denn mein Wecker meldet sich erst 7.30 Uhr. Außerdem wird der heutige Tag ziemlich entspannt, das erste und einzige Seminar heute findet von 9 bis 11 Uhr statt. 8.30 Uhr mache ich mich also auf den Weg zur Pharmazie, wo meine Praktikumsgruppe ein AFL 1-Seminar zum Thema „Halbfeste Arzneiformen“ hat. Wir erfahren, dass wir an dieser Station jeweils zu zweit arbeiten werden, jede Zweiergruppe erhält dann einen Zettel, auf dem verschiedene Salben, Cremes, Pasten und Gele stehen, die wir in der darauffolgenden Woche herstellen sollen.

Da heute sonst nichts weiter anliegt, gehen meine Praktikums-Partnerin und ich gleich in die Bibliothek und erarbeiten uns die Herstellungsanweisungen für unsere halbfesten Arzneiformen. Wir schaffen sogar zwei Protokolle zu schreiben und gehen gegen 16 Uhr nach Hause. Freitag habe ich PB 1 Praktikum und bereite mich deshalb noch ein wenig darauf vor, denn das Mikroskopieren und Zeichnen geht viel schneller, wenn man weiß, worauf man achten muss und was wichtig ist.

20 Uhr bin ich dann mit einer Freundin fürs Uni-Kino verabredet, natürlich nehmen wir wieder am Gewinnspiel teil…haben aber wie immer nichts gewonnen :-( Trotzdem ist der Film klasse, die Atmosphäre entspannend und der Abend super lustig.

Freitag

Erbarmungslos klingelt mein Wecker punkt 6.30 Uhr, aber da das Wochenende naht, ist es nicht ganz so schlimm, wie am Montag. 8 Uhr beginnt das Bio-Praktikum am Hohen Weg im Mikroskopier-Saal. Ich versichere mich nochmal, bevor ich das Wohnheim verlasse, dass ich auch genügend Küchenrolle und ein funktionierendes Feuerzeug dabei habe - die Grundausstattung (neben weißem Papier und einem spitzen Bleistift) für dieses Praktikum.

Heute mikroskopieren wir die Sprossachsen von Mais und vom kriechenden Hahnenfuß und sollen davon jeweils die Leitbündel zeichnen. Anschließend gucken wir uns den Kalmuswurzelstock unter dem Mikroskop an und fertigen hierzu auch noch beschriftete Zeichnungen an. 13 Uhr ist es dann auch schon geschafft und vom Wochenende trennt mich nur noch eine Physiologie-Vorlesung und die ist kurz vor 16 Uhr dann auch endlich vorüber. Wochenende!