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Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt

Keine Uni-Woche gleicht der nächsten sowie kein Tag dem anderen gleicht. Zwar habe ich ein Semester lang – von der vorlesungsfreien Zeit abgesehen – jede Woche zur gleichen Zeit Veranstaltungen, aber dennoch gibt es immer wieder neue Aufgaben, Erlebnisse und Erfahrungen. Mal sehen, was diese Woche alles passiert. Ich bin gespannt!

Just another manic Monday

Mein Montagvormittag ist mir heilig. Ich habe erst 12 Uhr meine erste Veranstaltung – ein Französisch-Seminar, in welchem die Sprache mittels Zeitungsrecherchen und Diskussionen intensiv geübt wird – und so beginnt mein Tag mit einem üppigen Frühstück und der neusten Folge meiner Lieblingsserie, natürlich in Originalsprache. Danach plane ich meine Woche, schreibe ein paar Emails und telefoniere mit meinen Eltern. Nach dem Seminar treffe ich mich mit Freunden auf einen Kaffee und einen Plausch im Sedir Café direkt am Campus. Das ist mein Stammcafé sozusagen, weil es gemütlich und nah ist und der Kaffee (und Tee) nur 1,50 € kostet. Kurz vor vier mache ich mich auf nach Hause. Gleich habe ich ein Skype-Date im Rahmen eines Uni-Projekts mit einer Kanadierin, die Germanistik in Kanada studiert. Eine halbe Stunde reden wir auf Deutsch, dann auf Englisch. Um Sechs fahre ich mit der Bahn wieder in die Stadt. Fürs Wintersemester habe ich mir das Semesterticket Plus für 78 Euro gegönnt. Damit kann ich den ganzen Tag rund um die Uhr Straßenbahn und Bus in Halle Stadt fahren. Im Winter kommt mir das ganz gelegen, weil es mir mit Fahrrad an manchen Tagen zu gefährlich wäre. Nach einem 45-minütigen Tutorium (das ist ein Begleitseminar zu einer Vorlesung, in dem wichtige Themen nochmal wiederholt und vertieft werden) gehe ich noch fix etwas einkaufen und lasse den Tag mit meinem Freund und einer leckeren selbstgemachten Lasagne ausklingen. Oh, la dolce vita!

An einem Dienstag im April

Der Wecker klingelt um Sieben und ich verfluche ihn auf ewig. Das ist nicht meine Zeit, aber ich quäle mich aus dem Bett. Für das Frühstück reicht die Zeit nicht, worüber ich mich ärgere, aber früher aufstehen schließe ich konsequent als Alternative aus. Um 8.00 Uhr c.t. beginnt meine Vorlesung heute. C.t. bedeutet „cum tempore“ und weist darauf hin, dass die Veranstaltung erst eine viertel Stunde später, also 8.15 Uhr anfängt. Sollte eine Veranstaltung genau zur genannten Zeit stattfinden, dann steht als Kürzel daneben s.t., „sine tempore“. In der Vorlesung über die Fachdidaktik der romanischen Sprachen wird die Sprechakttheorie erwähnt, die ich sofort googlen muss. Heute bleibt keine Zeit für Fragen aus dem Publikum, hatte die Dozentin eingangs erklärt, da wir den Stoff zügig durchnehmen müssen. Das kommt immer einmal vor, aber dafür sind zu einer Veranstaltung von 2 SWS (Semesterwochenstunden) Präsenzzeit in etwa 4 SWS Vor- und Nachbereitungszeit vorgesehen. (Das ist natürlich variabel.) Wer sich von Smartphones und Tablets wie ich eher unterstützt als abgelenkt fühlt, der hat das Glück, in den Vorlesungsgebäuden und auf dem Campus als Student der MLU auf das Uni-WLAN zugreifen zu können. Finde ich ein gutes Word- oder PDF-Dokument zu einem Thema einer Veranstaltung, so speichere ich dieses fix in die Dropbox und kann dann von allen mobilen Geräten und Computern auch zu Hause darauf zugreifen und mir das Thema genauer erarbeiten (Die Dropbox ist wie ein virtueller Dateiordner, in den man über das Internet Dateien kopieren und diese auch mit anderen teilen kann). Nach einer zweiten Vorlesung knurrt mein Magen und ich gehe mit meiner besten Freundin in die Harz-Mensa. Heute gibt es Wurstschnitzel mit Spirelli und Tomatensoße. Eines meiner Leibspeisen. Es klingt verrückt, aber Mensaessen finde ich fantastisch. Für drei, vier Euro bekomme ich ein leckeres und nahrhaftes Hauptgericht, ein Getränk und ein Dessert. Noch einen schnellen Kaffee im Sedir und dann geht’s schon zur nächsten Veranstaltung. Mein Lieblingsseminar dieses Semester. Kommunikationspraxis für Lehramtsstudenten. Danach geht es nach Hause an den Schreibtisch. Lesen, lernen, recherchieren und eben vor- und nacharbeiten.

Mittwoch, a.k.a. mein „Hammer-Tag“

Mittwoch fetzt. Nach einer Vorlesung und zwei Seminaren habe ich 16.00 Uhr Tandemtreffen. Mit vier Spaniern, einer Italienerin, einer Slowakin und zwei anderen deutschen Mädels treffe ich mich wöchentlich zwei Stunden zum Spanischlernen und Deutschlehren. Es ist herrlich. Wir sitzen in der Burse zur Tulpe Caféteria allesamt an einem großen Tisch und an jeder Ecke und Kante wird heiß diskutiert. Dabei helfen wir Deutschen uns gegenseitig: „Wie würdest du am besten den Unterschied zwischen ‚als‘ und ‚wenn‘ erklären?“ oder „Was heißt nochmal ‚Vergangenheit‘ auf Spanisch?“ Und auch die Spanier freuen sich, gemeinsam ihre Sprache zu erklären, zum Beispiel ein Mindmap zum Thema „Spanische Schimpfwörter“. Kurz vor 18:00 Uhr herrscht Aufbruchsstimmung. Ich begebe mich in Richtung Dachritzstraße, wo sich die Institute für Anglistik/Amerikanistik und Romanistik befinden. Hier gebe ich schnell ein Buch in der Bibliothek ab und besuche dann ein Tutorium. Danach könnte ich auf der Stelle in einen Schneewittchenschlaf fallen, aber das Highlight meines Tages steht mir noch bevor: Zwei Stunden „Female Club Dance“ mit dem besten Tanzlehrer der Welt. So beende ich meinen Tag ausgepowered, müde wie ein Postpferd, aber glücklich bis zur Nasenspitze.

Täglich außer donnerstags

Auf dem Plan stehen heute zwei Seminare von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Im ersten wird die französische Literatur des 18. Jahrhunderts behandelt und das Zweite, ein Englisch-Sprachpraxisseminar, ist in etwa wie ein intensiver Leistungskurs. Im Anschluss an die Veranstaltungen setze ich mich in die Bahn in Richtung Südstadt. Gleich gebe ich einem 8-Klässler Nachhilfe in Englisch und nutze die viertel Stunde Fahrtzeit, um noch einmal durch die Arbeitsblätter und Aufgaben zu gehen, die ich für meinen Schüler vorbereitet habe. Auf dem Rückweg meldet mein Freund, dass wir für den Abend Besuch erwarten und ich spute mich. Denn bevor die Korken knallen können, muss ich noch zwei Kapitel zur Syntax der englischen Sprache lesen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gründliche Vor- und Nacharbeitung der Veranstaltungen die Prüfungsvorbereitung ungemein erleichtert und den Aufwand verringert. Ebenso verringert sich mein Lerndruck und ich kann mich gelassener in Prüfungssituationen begeben.

Friday on my mind

Der verfluchte Wecker klingelt wieder um sieben. Aber meine Laune ist gleich auf Hochtouren. Heute ist FREITAG. Ich habe zwar nicht frei, aber nach drei Veranstaltungen von um acht bis um vier, inklusive Mensa-Date zwischendrin, beginnt mein Wochenende. Freitagnachmittag steht für mich Kontaktpflege und Wellness auf dem Programm. So gehe ich entweder abends gemütlich essen und Bierchen trinken, oder mache es mir zu Hause nach einer warmen Dusche mit DVDs und Schmankerl mit meinem Freund gemütlich. Wenn nicht Vorträge oder andere zeitintensive Ausarbeitungen anstehen, so denke ich bis Sonntagabend nicht mehr an die Uni und lasse einfach nur die Seele baumeln. Bevor die neue Woche dann beginnt, werde ich am Abend zuvor die Hausaufgaben (ja, die gibt’s auch im Studium) erledigen und die neue Woche planen. So zackig gehen sieben Tage um und doch freue ich mich jedes Mal auf die neue Runde und die neue Wahnsinnsfahrt.