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Meine Woche - mehr als nur programmieren

Ich nehme Euch einfach mal mit auf einen gedanklichen Rundgang durch meine Woche im ersten Semester im Studiengang Wirtschaftsinformatik.

Montag

Der Montag beginnt entspannt um 10:15 Uhr mit der Zentralübung "Grundlagen der Wirtschaftsinformatik". Dort geht es zunächst erst mal darum, dass zu vertiefen, was der Prof in der Vorlesung am Mittwoch angesprochen hat. Welche Datenbanken gibt es, welche Prozesse können grafisch dargestellt werden oder warum braucht man verschiedene Programmiersprachen? Kleinere praktische Übungen, die wir zusammen erarbeiten, helfen dabei die Theorie mit der Praxis zu verbinden.

Um 12:15 Uhr gehen wir einfach im gleichen Gebäude in das Audimax. Das ist der größte Hörsaal der MLU, dort finden 520 Studenten Platz. Jetzt steht "Mathematik" auf dem Programm. Die Lösung von linearen Gleichungssystemen und Matrizen werden uns in den nächsten Wochen seitenweise rechnen lassen. Wie funktioniert eine Basistransformation und welche Determinanten brauchen wir für eine Rundreise?

Danach ist erst mal Mittagspause. Entweder man geht in die Mensa, direkt auf dem Uniplatz oder schlendert ein wenig durch die Altstadt von Halle, der Markt ist nur 5 Minuten entfernt.

Um 16:15 Uhr geht es raus nach Heide Süd, dort ist unter anderem der Informatikbereich angesiedelt. Mit der Straßenbahn, die direkt vor der Tür hält, ist man in 10 Minuten auf dem Technologiecampus.  Jetzt folgt endlich etwas Praxis in dem ganzen Theorie-Dschungel, denn wir haben objektorientiere Programmierung und zwar die Übung. Das bedeutet, es gibt im Laufe der Woche mehrere Übungsgruppen, du entscheidest selbst, zu welcher Übung du regelmäßig gehen möchtest. In den jeweiligen Gruppen sind ca. 20 Studenten aus der großen Hauptvorlesung "Objektorientierte Programmierung". Wir haben hier die Möglichkeit Fragen zu unseren wöchentlichen Hausaufgaben direkt mit dem Tutor zu sprechen und bearbeiten zusammen kleinere Übungen, die uns den Vorlesungsstoff praktisch näher bringen

Tja und dann ist es ganz schnell 17:45 Uhr und damit ist der erste Tag der Woche geschafft.

Dienstag

Der Dienstag beginnt auch sehr entspannt um 10:15 Uhr und wir gehen gleich wieder zurück zur Vorlesung "Objektorientierte Programmierung" auf dem Campus Heide Süd. Jetzt gibt es knackige Theorie für alle Informatiker. Zuhören ist angesagt, denn der Prof hat vorher sehr ausführliche Folien ins Netz gestellt, die er dann in der Vorlesung mit uns bespricht. Das macht er, damit wir eben nicht alles mitschreiben müssen, sondern ihm einfach gedanklich folgen können. Wir beginnen mit der Programmiersprache JAVA, die wir von nun an detailliert anzuwenden lernen. Welche Datentypen gibt es und warum ist nicht alles eine Frage der Vererbung?

Nach dieser Vorlesung ist Sprinten angesagt, zwischen Vorlesungsende und Abfahrt der Straßenbahn liegen knappe 5 Minuten.  Die solltest du schaffen, denn 12:15 Uhr geht es auf dem Uniplatz weiter mit "Buchführung". Hier lernst du die Buchung der wichtigsten Geschäftsfälle, die in einem Unternehmen anfallen und du weißt danach wie der Jahresabschluss aufgebaut ist. Dir kann also keiner mehr was vormachen, wie es um die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens tatsächlich bestellt ist, du weißt es besser!

Tja und dann war´s das auch schon, mit dem zweiten Tag der Woche. Entweder ab nach Hause und den Mittwoch vorbereiten, in dem du dir die Folien der Profs anschaust, die im Netz hochgeladen sind oder du gehst erst mal einen Kaffee trinken, oder beides.

Mittwoch

Heute ist zeitig aufstehen angesagt, Bergfest der Woche und gleichzeitig der Höhepunkt der Woche. Du brauchst erst mal Kaffee! Heute ist Grundlagen-Tag: Grundlagen VWL, Grundlagen BWL, Grundlagen WI. Da viele Studenten im ersten Semester erst einmal eine gemeinsame Basis brauchen, finden diese Vorlesungen außerhalb der Universität statt, entweder im Steintorvarieté oder in der Händelhalle. Nur diese beiden Räumlichkeiten können den über 1100 Studenten den Platz bieten den wir mittwochs brauchen. Das Ganze ist natürlich anstrengend, aber die Professoren sind mit Mikrophon ausgestattet und die Folien werden per Beamer auf eine große Leinwand projiziert, so dass auch in der hintersten Ecke alles prima verfolgt werden kann.

Um 08:15 Uhr starten wir mit den "Grundlagen der Volkswirtschaftslehre". Hier geht es speziell um die Analyse von volkswirtschaftlichen Studien und Texten. Wir verstehen anhand von Modellen den Unterschied zwischen verschiedenen Herangehensweisen und optimieren zielführend immer wieder kleine theoretische Modelle hinsichtlich ihrer Kostenverteilung. Welche Länder haben in der Produktion von welchem Gut welchen Vorteil und warum haben versunkene Kosten nichts mit Wasser zu tun?

Nach 30 Minuten Pause beginnen wir mit den "Grundlagen der Betriebswirtschaft". BWL ist zwischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein breites Feld. Nachhaltigkeit und Umweltmanagement sind  zentrale Themen. Die Finanzwirtschaft und auch das Rechnungswesen sind genau wie Marketing und Unternehmensführung nur einige Aspekte, die uns die Zusammenhänge in der Wirtschaft näherbringen. Was passiert eigentlich, wenn jeder in der Gesellschaft nur noch auf sich schaut und wer ist eigentlich der Homo Oeconomicus?

Pünktlich um 12:15 Uhr startet "Grundlagen der Wirtschaftsinformatik". Die Teilnehmerzahl hat sich deutlich nach unten korrigiert, die Konzentration ist auch in der dritten Vorlesung noch mal aufzuraffen. Jetzt geht es konkret um die computerbasierte Unterstützung der betriebswirtschaftlichen Prozesse im Unternehmen. Diese sollten nachhaltiger und effizienter sein und schlussendlich dafür sorgen, dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Nur was haben denn Einsen und Nullen damit zu tun?

Soweit so gut, Ende des Tages in Sicht? Nee, noch lange nicht!

Um 14:15 Uhr beginne ich mit der 14tägigen Übung auf dem Uniplatz im altehrwürdigen Löwengebäude. Wenn ihr die Treppen hochlauft, schaut einfach mal nach oben zur Decke, der Blick lohnt sich. Also gut, wir sind aber nicht bei der Deckenmalerei, sondern wir sind wieder bei Mathematik. In der Übung geht der Prof mit uns noch mal die Aufgaben aus der Vorlesung Stück für Stück durch und wir haben so die Möglichkeit uns die einzelnen Schritte besser einzuprägen. Dennoch ist hier Tempo befohlen. Ich hab mich zudem immer weit nach vorn gesetzt, damit ich gleich mitschreiben konnte und nicht warten musste, bis er eine der 4 Tafeln nach oben schob.

So, jetzt ist aber Feierabend.... Denkste!

16:15 Uhr Uniplatz, Audimax, "Übung Buchführung". Jetzt geht es noch mal um die Zahlen der Zahlen, der Bleistift ist noch vorgewärmt von Mathe. Wir bekamen anfangs zwei Arbeitsbücher von der Universität gestellt, in einem davon sind jede Menge Beispielaufgaben zum Stoff der Vorlesung, die wir entweder gemeinsam bearbeiten oder jeder für sich die Buchungssätze aufschreibt und dann in die jeweiligen Tabellen einträgt. Der Moment, wenn am Ende deiner Rechnung die Summen übereinstimmen ... unbezahlbar!

Feierabend um 17:45 Uhr! Nix geht mehr.

Donnerstag

08:15 Uhr finden wir uns im Audimax auf dem Uniplatz wieder. Es ist wieder Übungszeit und zwar die "Übung zu den Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre". Hier greifen wir einzelne Themen aus der Vorlesung wieder auf und vertiefen diese. Die einzelnen Rechtsformen der Unternehmen zu kennen ist genauso wichtig wie harte und weiche Standortfaktoren zu unterscheiden. Dafür bleibt in der Vorlesung meist wenig Zeit, deswegen ist diese Übung sehr zu empfehlen.

Freitag

Aller drei Wochen findet 12:15 Uhr eine praktische Übung zu den "Grundlagen der Wirtschaftsinformatik" statt. Dort treffen wir uns in kleinen Gruppen im Computerpool und haben die Möglichkeit mit einem Tutor Sachverhalte aus der Vorlesung und der Zentralübung aufzugreifen und auszuprobieren. Bis Oktober bedeutete zum Beispiel eine Buchbestellung bei einem Onlineanbieter für mich maximal "Ware auswählen, anmelden, bestellen, erhalten". Jetzt weiß ich wie viele einzelne Prozesse da wirklich passieren, und es kommt noch besser. Ich kann diesen Prozess sogar grafisch darstellen, mit allen ja/nein Möglichkeiten. Und wenn ich jetzt noch weiter überlege, wie viele Prozesse in einem Onlineunternehmen noch passieren, außer einer Buchbestellung, dann freu ich mich darauf, dass alles noch detailliert kennen zu lernen und später aktiv mit optimieren zu können.

Wenn nicht gerade Computerübung ist, habt ihr den Freitag frei!