Was erwartet mich im Studium?

Die Schulzeit liegt hinter Dir. Du hast dich an Klassenstrukturen und Lehrer gewöhnt, an Stundenpläne, Hausaufgaben, Ferien und Prüfungen. Nicht alles wird sich nun ändern, aber doch so einiges. Wir haben deshalb für Dich einiges zusammengetragen, was dich an der Uni erwartet.

Klassen und Lehrer

Als erstes wirst Du feststellen, dass es im Gegensatz zur Schule keine festen Klassenverbände gibt. Selbstverständlich wirst Du die Gesichter derer, die sich gemeinsam mit Dir an der Uni einschreiben, in den kommenden Semestern häufig sehen. Aber das kann zwischen den Studiengängen und in Abhängigkeit vom gewählten Stundenplan stark variieren.

Neu ist für Dich auch, dass es an der Uni keine Klassenlehrer gibt – was aber nicht heißt, dass die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter für Dich keine Ansprechpartner sind. Einige Fakultäten haben auch ein Mentorensystem etabliert. Außerdem gibt es in allen Studienfächern mit den so genannten Fachstudienberatern spezielle Beraterinnen und Berater für die Studierenden. Die Kontaktdaten findest Du auf den jeweiligen Seiten dieser Plattform.

Stundenplan

Einen verbindlichen Stundenplan gibt es an der Uni nicht. Du kannst Vorlesungen, Seminare und Übungen für jedes Semester neu zusammenstellen. Mit Einführung der Bachelor-Studiengänge und dem damit verbundenen Punktesystem ist die Freiheit jedoch ziemlich eingeschränkt, wenn Du innerhalb von sechs Semestern deinen Abschluss schaffen willst.

Weil man mit Beginn des Studiums noch nicht genau weiß, wie man seinen Stundenplan zusammenstellen soll, wird für viele Fächer eine Empfehlung ausgegeben. Außerdem gibt es Hilfestellung durch die Studienberatung und durch Tutoren. Die Tutorien werden zumeist von den Fachschaftsräten organisiert und finden entweder vor Vorlesungsbeginn oder in der ersten Vorlesungswoche statt.

Veranstaltungsformen

Abgesehen von Projektwochen, Exkursionen und Praktika kennst Du aus der Schule überwiegend den Klassenunterricht. An der Uni sehen die Veranstaltungen ein wenig anders aus:

Vorlesung

Die Vorlesung ist die klassische Veranstaltungsform an der Universität: In einem Hörsaal – der größte an der Uni Halle ist das Auditorium Maximum mit 520 Sitzplätzen – referiert ein Professor, Dozent oder wissenschaftlicher Mitarbeiter zu einem im Vorlesungsverzeichnis beschriebenen Thema. In der Regel erhältst du Unterlagen und Literaturlisten zum Thema, hörst aufmerksam zu und schreibst alles Wichtige mit. Zumeist kannst du die Inhalte in den dazugehörenden Lehrbüchern nachlesen, aber oft werden in Vorlesungen auch die neuesten Forschungsergebnisse mitgeteilt, die noch in keinem Lehrbuch zu finden sind.

Seminare und Übungen

Nicht weniger wichtig sind Seminare und Übungen, die in etwa den Leistungskursen entsprechen, die du aus der Schule kennst. In Seminaren und Übungen werden Referate gehalten, Hausarbeiten geschrieben und das erarbeitete Wissen von den Studierenden in Vorträgen oder Präsentationen vorgestellt. Anders als in Vorlesungen können hier die behandelten Themen intensiv diskutiert werden.

Die Module Deines Bachelor-Studiums bestehen überwiegend aus einer Vorlesung und den dazu gehörenden Übungen und Seminaren. In den Klausuren zum Abschluss des Semesters wird dann das Gelernte beider Veranstaltungen überprüft.

Arbeitszeit

Nehmen wir an, Du hast einen Plan von insgesamt 20 Stunden Lehrveranstaltungen in der Woche zusammengestellt. Das erscheint auf den ersten Blick nicht besonders viel, da Du aus der Schule durchaus 30 Wochenstunden gewohnt bist. Davon darfst Du dich aber nicht täuschen lassen: Lehrveranstaltungen erfordern Vor- und Nachbereitungszeit. Oft musst Du Fachbücher und Artikel in Fachzeitschriften lesen oder Übungsaufgaben lösen. Das solltest Du bei deiner Stundenplangestaltung berücksichtigen.

Die Frage nach der konkreten Arbeitszeit, die Du in Dein Studium investieren musst, ist nicht leicht zu beantworten. Der Aufwand hängt auch davon ab, welche Fächerkombination Du gewählt hast oder ob Du nebenbei jobben musst. Um die für den Bachelor-Abschluss erforderlichen 180 Credit-Points in sechs Semestern zu erreichen, hast Du etwa eine 35-Stunden-Woche bei sechs Wochen Urlaub im Jahr.

Eigenverantwortung

Von Studenten wird erwartet, dass sie den Lernstoff selbstständig vor- und nachbereiten. Wie und wann Du das machst, bleibt Dir überlassen.

Semesterferien

Fünf Monate im Jahr sind vorlesungsfrei. Urlaub ohne Ende – könnte man denken. Aber auch hierbei gilt: Einen großen Teil davon brauchst Du für das Studium - nur eben nicht für Lehrveranstaltungen. Stattdessen wirst Du in den Semesterferien - je nach gewähltem Fach - Praktika absolvieren, im Labor arbeiten oder Klausuren vorbereiten. Vor allem Hausarbeiten, also in Heimarbeit erstellte wissenschaftliche Aufsätze, nehmen viel Zeit in Anspruch.

Was wir aber keineswegs verschweigen wollen: Nur selten im Leben wirst Du wieder so viel frei verfügbare Zeit für Dich haben. Sei also kreativ und nutze sie optimal!