E-Learning an der Uni Halle

So viele Möglichkeiten (Quelle: @LLZ)

Lernen nur mit Stift und Papier? Diese Zeiten sind vorbei. Digitalisierung rückt auch im Hochschulkontext immer mehr in den Vordergrund. Dabei meint es nicht nur den schnellen und unkomplizierten Zugang zu Wissen, Fakten und Informationen über das Internet oder der digitalen Aufbereitung von z. B. Bibliotheksbeständen. Vielmehr versteht man unter Digitalisierung die Anreicherung von Lehrveranstaltungen mit multimedialen Lehr- und Lernelementen, um das Studium und vor allem das Selbststudium individuell zu unterstützen. Dabei werden multimediale Lehr- und Lernangebote ergänzend zur klassischen Präsenzveranstaltung angeboten und ermöglichen den Studierenden das selbstständige und flexible Lernen auch außerhalb der Universität. Vorteile für die Studierenden zeigen sich darin, dass sie zeit- und ortsunabhängig Vorlesungen vor- und nacharbeiten können. Die Prüfungsvorbereitung kann intensiviert, angereichert und optimiert werden. Zudem wird die Interaktivität zwischen Lehrenden und Studierenden und Studierenden untereinander gefördert. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Studierenden das Studium an das eigene Lerntempo anpassen können. Unterm Strich kann man sagen, dass durch eine sinnvolle Verknüpfung der Präsenzlehre mit multimedialen Lehr- und Lernangeboten die Lehre optimiert, der Lernprozess unterstützt und so der Studienerfolg verbessert werden kann.

An der Martin-Luther-Universität Halle gibt es viele Möglichkeiten, Lehrveranstaltungen und Seminare mit Hilfe von E-Learning zu vertiefen:

Vorlesungsaufzeichnungen

Zurzeit sind 21 Hörsäle an der MLU mit dem automatisierten Aufzeichnungssystem OpenCast ausgestattet. So können Vorlesungen automatisch aufgezeichnet und online als Video zur Verfügung gestellt, erweitert oder für andere didaktische Szenarien verwendet werden. Meist umfassen Vorlesungsaufzeichnungen den Videomitschnitt des Vortragenden und ein Screencast der verwendeten Materialien (Präsentationsfolien). Pro Semester werden zurzeit an der MLU ungefähr 450 Lehrveranstaltungen in verschiedenen Bereichen automatisch aufgezeichnet. Dadurch wird auf die individuellen Bedürfnisse der Studierenden eingegangen: durch Überschneidungen der Vorlesungen, Arbeit neben dem Studium, Betreuung der Kinder usw. ist es nicht jedem möglich, bei allen Vorlesungen anwesend zu sein. Durch Aufzeichnungen haben Studierende die Möglichkeit, sich orts- und zeitunabhängig auf spätere Vorlesungstermine vorzubereiten, den Stoff zu wiederholen, (verpasste) Vorlesungen nachzuarbeiten und zur Prüfungsvorbereitung intensiv zu nutzen.

OpenLecture

Neben diesen Videos, die meist nur für die in die Veranstaltungen eingetragenen Studierenden über ILIAS oder Stud.IP zugänglich sind, werden im Videoportal OpenLecture auch Aufzeichnungen von Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen oder interdisziplinären Vorträgen bereitgestellt. Auf diese kann öffentlich und ohne Einschränkungen zugegriffen werden. Somit bietet sich für alle Interessierten die Möglichkeit, Einblicke in die Lehre an der MLU zu bekommen, ob als Studieninteressenten, Studierende an einer anderen Hochschule oder aus reinem Wissensdurst.

Screenshot des Videoportals OpenLecture (Quelle: @LLZ)

E-Klausuren

Studierende können in ausgewählten Computerpools der Universität elektronisch geprüft werden. Vorteile von E-Klausuren für die Studierenden ergeben sich aus dem standardisierten Format der Fragen, dem übersichtlichen Review der gegebenen Antworten und dem transparenten, fairen und beschleunigten Bewertungsprozess. Für Lehrende bieten E-Klausuren eine sehr viel schnellere Auswertung sowie umfangreiche Statistiken der Ergebnisse. Der Prüfungsprozess wird somit gerechter und effizienter.

Screenshot des Wiki, Bereich E-Assessment (Quelle: @LLZ)

ILIAS - Das E-Learning-Portal der MLU

Für das E-Learning an der MLU werden die beiden Systeme Stud.IP und ILIAS eingesetzt. Der Schwerpunkt von Stud.IP liegt auf der Organisation und Verwaltung der Veranstaltungen. ILIAS hingegen bietet zahlreiche didaktische Möglichkeiten für das Lehren und Lernen, den Zugriff auf Übungsmaterial, aber auch Klausuren, die Online geschrieben werden. Beide Lernplattformen sind nahtlos miteinander verbunden. Diese virtuelle Form des Studiums unterstützt eine selbstständige Aufbereitung von Wissen und ermöglicht auch didaktische Lehrszenarien, die in reiner Präsenz nicht möglich wären. Die Lernmodule (noch gibt es sie nicht für jeden Studiengang) variieren je nach Fachbereich und bieten neben dem Bearbeiten von Lerninhalten auch die Funktion des Austausches und der Interaktivität zwischen Lehrenden und Studierenden und den Studierenden untereinander an.

Eine dritte Plattform ist das sogenannte Löwenportal. Während die Eintragung in Lehrveranstaltungen in Stud.IP erfolgt, ist die verbindliche Modul- und Prüfungsanmeldung nur im Löwenportal möglich. Dadurch bietet sich Studierenden beispielsweise die Gelegenheit, am Semesterbeginn in verschiedene zu einem Modul angebotene Lehrveranstaltungen "hineinzuschnuppern" und sich später online wieder auszutragen, ohne dass die Modulanmeldung davon beeinflusst wird, was eine flexiblere Gestaltung des Studiums ermöglicht.

ASQ - E-Learning Pass

Allgemeine Schlüsselqualifikationen (ASQ) gehören als Kompetenzen zum Studium. Im Rahmen der ASQ-Module können Studierende der MLU z.B. einen E-Learning-Pass erwerben. Hier eignen sich die Studierenden allgemeine Grundlagenkenntnisse zu elektronischen und digitalen Medien für die Konzeption und Erstellung von Lernmaterialien an. Während des Kurses werden E-Learning-Arrangements in einem Lernmanagementsystem (LMS) erstellt. Es werden praktische Fähigkeiten zur Planung, Erstellung und Bearbeitung von E-Learning-Bausteinen im LMS ILIAS entwickelt.

Online-Selbsttest

Je nach Zielstellung gibt es verschiedene Einsatzszenarien für Online-Selbsttests. Neben dem Einsatz in Form von Studienorientierungstests, welche Studieninteressierten die Möglichkeit bieten ihre Interessen und Kompetenzen mit den Anforderungen und Inhalten eines angestrebten Studienganges zu vergleichen, werden Online-Selbsttests vor allem in Form von diagnostischen (Auswahl- und Zulassungstests) und formativen (Audience Response und Zwischentests) Testszenarien eingesetzt. In der Regel stellen Lehrende ihren Studierenden diese Tests zur Verfügung, um einerseits die Vorkenntnisse von Studierenden zu identifizieren und andererseits damit diese ihre erzielten Lernergebnisse feststellen und/ oder sich auf anstehende Prüfungen gezielt vorbereiten können. Davon zu unterscheiden sind die summativen Tests, die eigentlichen E-Klausuren (s.o.). E-Portfolios E-Portfolios dienen den Studierenden als Lerninstrument und leisten einen Beitrag zu einer erhöhten Transparenz im Lern-, Kommunikations- und Beurteilungsprozess. Studierende übernehmen die Verantwortung für ihr eigenes Lernen, indem sie eigenständig z. B. ihre Lernprozesse planen, Lernmaterialien sammeln, Aufgaben bearbeiten, ihre Lernprozesse reflektieren und ihre Leistungen selbst einschätzen können. Eigentümer eines Portfolios sind immer die Autoren selbst. Diese erhalten die Möglichkeit, ihre Lerndokumente darzustellen und ggf. zu präsentieren. Wenn Lernportfolios erstellt werden, wird ein Feedbackinstrument eingeplant, damit Lernende während des Lernens eine Rückmeldung zu Ihrer Arbeit erhalten. Manchmal sind E-Portfolios auch Bestandteil einer Prüfungsleistung.

Campus Connect

Die Universitäten Halle, Leipzig, Magdeburg sowie die Hochschulen Anhalt, Harz, Magdeburg-Stendal und Merseburg haben eine Kooperationsvereinbarung zu CampusConnect unterzeichnet und somit der hochschulübergreifenden Vernetzung ihrer E-Learning-Plattformen wie Stud.IP, ILIAS oder Moodle zugestimmt. CampusConnect ermöglicht eine unkomplizierte und lernplattformübergreifende Freigabe von digitalen Lehr- und Lernmaterialien. So können Lehrende verschiedener Hochschulen miteinander kooperieren, gemeinsam digitale Lehr- und Lernmaterialien sowie Online-Kurse entwickeln, zur Verfügung stellen und damit das Angebot der eigenen Hochschule erweitern und ergänzen. Ebenso erlaubt es Studierenden anderer Hochschulen den einfachen Zugriff auf freigegebene Veranstaltungen und die Zusammenarbeit von Studierenden verschiedener Hochschulen.

@ward - Preis für multimediales Lehren und Lernen

Die MLU vergibt jährlich den @ward, einen Preis für multimediales Lehren und Lernen. Dieser Preis soll das besondere Engagement der Lehrenden in der Entwicklung und im Einsatz multimedialer Lehrkonzepte und -methoden fördern und honorieren. Studierende der MLU haben die Möglichkeit, besuchte, multimedial ausgerichtete Veranstaltungen für diesen Lehrpreis @ward zu nominieren.

@ward, Preis für multimediales Lehren und Lernen (Quelle: @LLZ)

Zentrum für multimediales Lehren und Lernen

Das Zentrum für multimediales Lehren und Lernen (@LLZ) unterstützt als zentrale Einrichtung der MLU den Einsatz multimedialer Angebote in Lehr- und Lernprozessen. Als Bestandteil des Innovationsprojektes „Studium multimedial“ (gefördert durch das gemeinsame Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung), legt das @LLZ bis Ende 2020 universitätsweit stabile Grundsteine für eine nachhaltige Weiterentwicklung und Modernisierung der Lehr- und Lernformen an der MLU und orientiert sich dabei am Multimedia-Leitbild der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Studierende finden weitere Informationen rund um E-Learning, Serviceangebote und Ansprechpartner unter www.elearning.uni-halle.de