Prof. Dr. Rebecca Waldecker

Frau Prof. Dr. Rebecca Waldecker ist aktuell Professorin für Algebra und war bis 2015 Juniorprofessorin für Geometrie und Gruppen. Sie ist Leiterin des Insituts für Mathematik und bildet angehende Lehrer und Mathematiker aus. Ich-will-wissen Redakteur Oliver Müller-Lorey sprach mit ihr über die Schönheit der Mathematik und die individuelle Betreuung an der Uni Halle.

Seit wann sind Sie an der MLU?

Seit 2009.

Was machen Sie an der MLU?

Ich bin Juniorprofessorin für Gruppen und Geometrie, sprich Mathematikerin und bilde sowohl angehende Lehrer, als auch Mathematiker aus.

Worum geht es in Ihrem Studiengang?

In der Mathematik geht es darum, komplexe Probleme zu verstehen und dafür die passende Lösung zu suchen. Dafür gibt es ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Mal rechnet man etwas aus, mal verbessert man bereits bestehende Rechnungen. Obwohl das Fach sehr alt ist, gibt es immer noch viele offene Fragen, auch, weil sich die Mathematik mittlerweile in zahlreiche Forschungsfelder verzweigt hat. Meines ist eben die Gruppentheorie.

"Mathe" war ja bei vielen in der Schule ein unliebsames Fach. Wieso sollte man es dennoch studieren?

An Mathematik gefällt mir, dass man mit ihr auch komplizierte Dinge sehr genau beschreiben und verstehen kann. Mir gefällt auch die Exaktheit der mathematischen Sprache. Und auch wenn sich das jetzt merkwürdig anhört: Es gibt mathematische Argumente, die sind einfach schön. Das geht auch meinen Studenten so, wenn sie in einer Vorlesung sitzen und am Ende eines Beweises sagen: "Das war ja schön!"

Wieso sollte man Mathematik ausgerechnet an der MLU studieren?

Unser Institut ist überschaubar und daraus folgt, dass sich alle Dozenten und Studenten kennen. Da fällt der Kontakt einfach viel leichter, als wenn man einer von Tausend ist. Gerade in den fortgeschrittenen Kursen betreue ich oft kleine Gruppen von 15, vielleicht 20 Studenten und kann ihnen natürlich individuell helfen. Wenn die Studenten eine Frage haben und nach der Vorlesung zu mir kommen, ist das sogar ausdrücklich erwünscht.

Und was macht die Stadt Halle so besonders?

Mich fasziniert immer wieder, wie grün Halle ist. Wenn ich zum Beispiel morgens mit dem Rad in die Uni fahre, fahre ich über die Peißnitzinsel, eine Art Park, mitten in Halle und direkt an der Saale gelegen. Aber auch die Innenstadt mit ihren alten Häusern, kleinen Geschäften und Cafés ist wunderschön. Außerdem ist auch kulturell immer was los, sei es im Kino oder im Theater.

Für wen ist das Mathematikstudium interessant?

Für alle, die gerne tüfteln, knobeln und damit komplexe Probleme lösen wollen. Die Studenten sollten außerdem eine gewisse Ausdauer mitbringen, denn an manchen Rechnungen sitzt man auch schon einmal länger.

Was kann man später nach dem Mathematikstudium machen?

Viele Mathematiker werden nicht wegen ihrer spezifischen Fachkenntnis eingestellt, sprich, weil sie so gut rechnen können, sondern weil sie gelernt haben, Lösungen für komplexe Probleme zu finden. Das macht studierte Mathematiker natürlich in sehr vielen Bereichen begehrt, nicht nur in Banken und Versicherungen. Und wer Mathematik auf Lehramt studiert hat, wird natürlich Lehrer.