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Der „Schwiegersohn“ Trick- Molieres Tartuffe im Neuen Theater Halle

Das soll es geben: Menschen die um den Finger gewickelt werden, bekommen einen verklärten Blick und sehen nicht mehr klar. Genauso passiert es in der Kömodie „Tartuffe“ von Moliére. Der „gute Mann“ Tartuffe (Alexander Gamnitzer) wird von Orgon (Hilmar Eichhorn) aufgenommen und befolgt jeden Rat den dieser ihm gibt. Als Dank dafür will der Hausherr seine Tochter Mariane (Stella Hilb) mit Tartuffe vermählen, obwohl sie schon mit Valére (Alexander Pensel) verlobt ist. Daraufhin will die Stiefmutter Elmire (Nicoline Schubert) den „guten Mann“ davon überzeugen Orgon von seinem Plan abzubringen. Doch der Sohn Damis (Max Radestock) belauscht das Gespräch, in dem Tartuffe sein Interesse an der Hausherrin bekundet und berichtet seinem Vater alles. Letzterer bezichtigt Damis der Lüge, wirft ihn aus dem Haus, enterbt ihn und vermacht sein gesamtes Hab und Gut sogleich Tartuffe. Erst durch eine List Elimires gelingt es der Familie Orgon zu überzeugen, das Tartuffe ein Falschspieler ist. Doch da ist die Einsicht schon fast zu spät. Nur durch glückliche Fügungen soll es am Ende zu einem guten Schluss kommen.

Noch nicht genannt wurde hier Hannelore Schubert als Zofe Dorine. Diese schert sich nicht um übliche Stände und widerspricht dem Hausherren und mischt sich so oft ein wie es nur geht. Jörg Simonides als kettenrauchender Schwager Cléante nimmt eine Beraterrolle ein und ist bei der kleinsten Anstrengung auf Grund seines Lasters sofort außer Atem. Reinhard Straube darf in einer halleschen Komödie natürlich nicht fehlen und übernimmt gleich zwei Rollen: die der Mutter Madame Pemelle und des Gerichtsvollziehers Monsieur Loyal. Die Leistung der Schauspieler ist durchweg überzeugend und vor allem passend zu den Situationen. Man möchte daher keinen herausstellen.

Der Intendant des Neuen Theaters Matthias Brenner hat höchst selbst Regie geführt. Nicolaus- Johannes Heyse und Julia Kneusels versetzen die Bühne und die Kostüme in die Zeit der zwanziger Jahre. Alexander Pensel spielt sowohl den Verlobten Mariane's Valére, als auch live auf der Bühne am Klavier. Dabei stammt die Musik hauptsächlich aus seiner eigenen Feder und untermalt passend das Geschehen. Der Platz des Instruments ist aber für die Schauspieler Luft, sie achten nicht auf den Spieler. Kurios ist der Anfang des zweiten Teils: Ludwig XIV, in Person von Andreas Range, betritt als besonderer Zuschauer die Bühne. Seine Kutsche stand auf der A14 im Stau, so die einfache Begründung. Durch diesen Auftritt gibt es einen Höhepunkt abseits des Schauspiels.

Ein Besuch der Inszenierung ist lohnenswert, man bekommt 2 Stunden und 30 Minuten feinste Komödie geboten. Gegenwartsbezüge sind gelungen in die Inszenierung eingefügt worden. So ist auch der langanhaltende Applaus erklärbar und der sehr gute Premierenbesuch, trotz "Wetten, dass...?" in Halle.

mehr Informationen auf der Seite des Neuen Theaters: http://buehnen-halle.de/produktionen/tartuffe

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