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Kerstin Thomar

Sich wieder wie 18 fühlen

Pub Crawling.

Ja, bin schon etwas älter und gehöre zu der Minderheit der Erasmusstudierenden die über 24 Jahre alt sind. Bin auch etwas darüber, aber man merkt es den meisten doch an, wie alt sie sind. Je mehr Parties und Sauftouren sie mitmachen, desto jünger sind sie in der Regel. Gibt es Leute, die sich eher für kulturelle Veranstaltungen interessieren, so sind sie doch auch etwas älter.

Nichts desto trotz gibt es mehrere Angebote, auch bei den Organisationen. Auch ich habe mal gedacht, so 'ne Bartour ist bestimmt cool. In Deutschland würde ich es eher zu schätzen wissen als in Italien. Zumindest ist das eines meiner Ergebnisse nach dem Abend.

Am 11. April schloss ich mich also der Bartour von Erasmusland an. Los ging es beim Büro, wo wir mit einem Limoncello begrüßt wurden. Der hat sogar mal geschmeckt, auch wenn ich Limoncello bis heute hasse. Im Büro bekamen wir eine Stanzkarte mit allen Bars drauf, die wir an dem Abend besuchen werden. Insgesamt acht Bars sollten es sein. Das Ende bildete ein Club, wo man den Rest des Abends abhängen konnte. 

(Foto: MLU Kerstin Thomar)

Weiter ging es zu Habanero. Den Laden mag ich eigentlich und er ist auch gleich 3x vorhanden in Bologna. Die haben wirklich lustige Shots für 2€. Doch diesmal gab es einem Plastikbecher Wodka Lemon. Es waren auch um die 30 Leute in unserer Gruppe. Wir verweilten also eine Weile dort um unser Getränk auszutrinken. Währenddessen lernte man neue Leute kennen oder Freunde von Leuten, die man schon kannte.

Weiter ging es zur nächsten Bar. Okay, ihr merkt, ich krieg es nicht mehr zusammen. Wir waren im Luppulus und dort bekamen wir ein Rum. Viele haben den stehengelassen, weil purer Rum für viele doch etwas zu stark war. Meiner war leer und von mir ausgetrunken. Anschließend ab ins Café Paris um den ekligsten Cuba Libre zu trinken, den ich je getrunken habe. Billig eklig!

(Foto: MLU Kerstin Thomar)

Im Balanzone gab es dann ein Bier. Das war lecker. Bier kann man in Italien auch gar nicht zahlen. Ein halber Liter kostet so um die 5€ und es garantiert einem nicht, dass es schmeckt, vor allem wenn es aus Italien kommt.

Ein anderes Problem, was sich so langsam auftat, war, dass es in den meisten Bars nur eine Toilette gab. Für alle Gäste. Die Schlangen waren immer sehr lang.

So langsam merkte ich den Alkohol doch. Gegessen hatte ich extra was, aber der Abend zog sich in die Länge.

(Foto: MLU Kerstin Thomar)

Die Geschichten der Menschen war auch sehr interessant. So fand ich heraus, dass die „normalen“ Student*innen um die 1000€ im Semester zahlen. Während Brasilianer*innen zu Hause 2500€ im Semester hinlegen – zumindest an dieser einen Uni, von der mir berichtet wurde.

Danach gingen wir zu meinem absoluten Hassladen; ABSOLUT!!!! Dummes Wortspiel. Auf jeden Fall hatte ich dort mal einen Long Island Icetea Japan probiert. Ich glaubte, der könne schmecken. Das Problem ist nur, dass die in den Bars das aller, allerbilligste Zeug nutzen. Die Qualität des Alkohols ist so niedrig, dass es nur zum Besoffen werden gedacht ist und ich das Gefühl habe, Italiener*innen wissen gar nicht was leckerer Alkohol ist. Auf dem Foto könnt ihr Mojitos sehen, die übrigens auch einfach wortwörtlich scheiße geschmeckt haben, neben meinem Getränk.

(Foto: MLU Kerstin Thomar)

Dieses mal gab es ein Gin Tonic. Tonic im Arsch würde ich vor lauter Frust schon sagen. Ich hab es dann an jemanden weitergegeben, die auch schon gut dabei war. Meine Zunge war auch schon sehr redselig zu dem Zeitpunkt.

Die vorletzte Station war dann Moulin Rouge. Unter aller Sau. Ich weiß nicht, was ich getrunken habe, aber es schmeckte nicht nach Alkohol.

Zum Schluss kamen wir zu Soda Pops, was ein Studentenclub ist. Also ich nenne es Bar, in der man tanzen kann. Wie ich die Clubs in Deutschland vermisse. Platz ist gleich null. Tische stehen im Weg. Die Leute sind so voll, dass die sich eh nur jemanden suchen zum Rumknutschen. Die Toiletten kann man nicht so nennen, sondern eher Pinkelbecken oder so was. Das Ambiente ist wie, ehm gute Frage, ich glaub ich muss dafür noch ein Wort finden.

In den Clubs spielt man meistens spanische oder portugiesische Musik. Hilfe. Irgendwie stressig. Ich vermisste die Charts, einfache Hip Hop-Lieder oder so was. Ach ja elektronische Musik muss man sich mitbringen, gibt es in den Clubs nicht, wie mir gesagt wurde.

Immerhin habe ich mit einem Brasilianer dann noch ein leckeren Tequila getrunken, nach festen Ritual, anscheinend ist das wirklich international. So für alle die es nicht wissen oder wieder vergessen haben: Tequila Silver: Lecken Trinken Beißen! Erst Salz von der Hand lecken, dann den Tequila trinken und dann in die Zitrone beißen.

Auf jeden Fall blieb ich nicht lange. Zu Hause angekommen, was auch so gegen 1Uhr war, legt ich mich ins Bett. Mein Kopf drehte sich schon ziemlich. Die Zusammenfassung von der Nacht ist: Es gab keine! Mein bester Freund war das Bad für die Nacht. Der nächste Tag war schrecklich! Und meine Magen war 100% leer. Ungelogen, ich fühlte mich wie damals, als ich es einfach übertrieben hatte, weil ich meine Grenzen nicht kannt

In Italien habe ich sie auch nicht so wahrgenommen, die Grenzen, aber ich weiß, dass ich Billigalkohol und den Süßkram, der immer mit gepanscht wurde, auch nicht vertrage. Wie ich mir am Anfang meines Studiums vorgenommen habe, das nie wieder zu erleben... Ihr wisst das ja, wie das mit den Vorsätzen so sein kann.

Ich denke, dass ich hier in Italien, mehr Alkohol trinke als ich es sonst tue. Der Körper sagt einem schon, wann es genug ist. Eine Erfahrung, die ich nicht noch einmal brauche!

 

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