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„Mein Leben, meine Uni, mein Blog …“

Kerstin Thomar

Konnichiwa Vorlesungsfreie Zeit!

Erst betrachte dich im Spiegel, dann rede. (Japanisches Sprichwort)

 

Gefühle

Nach meinem Erasmus in Italien dachte ich mir: Ich will was machen, was mir am Herzen liegt. Seit dem ich klein bin, bin ich ein Fan von Animes, später kamen auch Mangas hinzu. Natürlich habe ich dabei auch viel darüber gelesen. Am Anfang waren es nur kleine Ausschnitte aus Zeitschriften, später wurde mein Interesse immer größer. Ich selbst habe beschlossen im Master Religionswissenschaft zu studieren und mich mit dem Schwerpunkt Buddhismus zu beschäftigen. Da kommt so eine Sprache wie Japanisch ganz gut. Denk' ich mal. Auf jeden Fall habe ich beschlossen, nach all dem blöden, was mir letztem Wintersemester widerfahren ist, mehr auf mich zu hören.

 

Die Entscheidung

Also habe ich beschlossen Japanisch zu lernen. Wie oft sagt man sich: „Ich hab keine Zeit“, „Ich habe kein Geld.“, „Irgendwie klappt das alles nicht, aber ich will so gern.“

Heißt es nicht, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg? In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass mich mein altes Studium an ganz vieles gehindert hat. Z.B. träumen. Ich habe viel gelernt, nie das, was mir Spaß gemacht hatte. Immer habe ich mich durchgequält.

Jetzt lerne ich Japanisch, trotz meiner Lese-Rechtschreibschwäche. Und ich muss euch sagen, ich habe nicht das Gefühl, dass ich eine habe. Im Studium habe ich sehr darunter gelitten, unter anderem musste bis zu 100 Seiten Fachliteratur jede Woche lesen. Jetzt lerne ich Japanisch und habe Spaß.

 

Intensiv

Vielleicht liegt es daran, dass ich einen Intensivkurs besuchte. Dieser Intensivkurs wurde in Leipzig angeboten. Zwei Wochen sechs Stunden Japanisch, jeden Tag, bis auf Samstag und Sonntag. Klingt hart, ist es auch, aber auch ziemlich geil! Man lernt mehr und bleibt auch am Ball, lässt sich nicht vom Alltag ablenken.

Man lernt die Leute anders kennen, geht gemeinsam Mittagessen. Also wir haben von 9-12Uhr Unterricht, eine halbe Stunde Mittagspause und dann nochmal von 12.30-14Uhr Unterricht. Das ist hart, aber man hat es „hinter sich“ nach 2 Wochen.

 

Der Unterricht

Unsere Lehrerin ist selbst aus Japan. Ihr Deutsch ist auch etwas gebrochen. Unser Lehrbuch ist ebenso Englisch-Japanisch. Irgendwie ist das ganze witzig und authentisch. Wir sitzen an Gruppentischen, meist so zu viert. Ständig machen wir Gruppenarbeit und jeder kommt eigentlich auch dran, wenn wir üben, z.B. Verben oder Adjektive. Im ersten Kurs waren wir noch 17 Leute, seit der zweiten Woche sind wir nur „noch“ 12.

In der Mittagspause sind wir auch immer zusammen mensen gegangen. So lernt man sich auch anders kennen. Außerdem unterhält man sich auch über die eigene Situation, wie es einem geht und das auch dasLernen manchmal schwer fällt. Jeden Tag bekamen wir Hausaufgaben. Die brauchten nicht ewig, aber doch ihre Zeit.

Manchmal erinnert es mich, dass ich vor Jahren einen Hebräisch-Intensivkurs gemacht habe um in, so fern ich mich richtig erinnere, sieben Wochen jeden Tag Hebräisch zu lernen und dies am Ende mit einem Hebraicum abzuschließen. Zugegeben, ich weiß nicht wie ich den überstanden hatte.

 

Probleme

Das Problem dabei ist, dass man mit Lesen üben und Vokabeln lernen nicht ganz so schnell hinterher kommt. Japanisch hat alleine schon drei Alphabete. Das Hiragana, Katakana und die Kanjis. Mit den ersten beiden fängt man an. So schnell lerne ich leider dann doch nicht. Aber dir reist niemand den Kopf ab, wenn man seine Hilfs- und Lernmaterialien nutzt und man etwas langsamer ist. Wichtig ist es, verstanden zu haben, wie das Prinzip der Sprache funktioniert. Es ist übrigens die erste Sprache, die ich besser Sprechen als Lesen kann. Super witzig.

Manchmal war es so, dass man doch merkt, dass man keine Zeit hat so viel anderes nebenher zu machen. Zum einen, weil das Gehirn nicht mehr konnte und ich einfach Kopfschmerzen und Informationszunahme-Stau hatte und weil ich selbst manchmal nicht richtig entspannen konnte. Ich stand meistens 6:30Uhr auf und ging gegen 22 Uhr ins Bett. Ein ganz anderer Tagesrhythmus als sonst.

 

Der Erfolg

Trotz allem habe ich so viel Spaß, dass ich zu Hause weiterlerne und mir gesagt habe, ich will damit nicht aufhören! Ich will weitermachen. Ganz ehrlich, ich finde es mega geil wenn ich im Anime Wörter verstehe, die ich sonst nie verstanden hätte, wäre ich nicht in einem Kurs gewesen. Nach 10 Tagen Intensivkurs habe ich über 120 Vokabeln gelernt und kann mich ausdrücken auf Japanisch. Eigentlich könnte ich eine kleine Konversation führen; ob mich jemand versteht, ist was anderes.

Am Ende des Kurses habe ich einen Kuchen gebacken. Den haben wir dann gemeinsam gegessen. Das ist auch irgendwie schön, was zu teilen.

 

Lern selbst was!

Meine Empfehlung an euch! Nutzt die Zeit des Studiums und lernt einfach mal eine Sprache die euch begeistert, auch wenn es Englisch ist. Sie sieht gut im Lebenslauf aus, hilft bei Bewerbungen und vor allem euch selbst um euch kulturell zu öffnen, etwas Neues zu lernen. Ihr werdet später nicht mehr so viel Zeit haben.

Eine Freundin von mir die Arabisch spricht, lernte Türkisch im letzten Semester. Sie dachte sie macht es nur fürs ASQ, und dann entdeckte sie, dass es ihr auch Spaß macht, weil es dem Arabischen ähnlich ist.

Was hält euch noch auf? Der Schweinehund dort drüben?

Es gibt nicht so viele Intensivkurse an der Uni Halle. Das Sprachenininstitut der Uni Leipzig bietet mehr Intensivkurse an. Aber auch im Semester gibt es Sprachkurse, die ihr sogar nutzen könnt.

Auf den Mund, sprechen und los!

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