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„Mathematik vereint Kreativität und Logik“

Jessica Kluge

Interview mit Rebecca Waldecker Teil 1

Rebecca Waldecker ist Mathematik-Professorin der Uni Halle seit rund 10 Jahren. Ihr Fachbereich ist die Algebra. Außerdem ist sie die Leiterin des Instituts für Mathematik.

Da dieses Interview etwas länger geworden ist, gibt es dieses Mal 2 Teile. Der zweite Teile wird nächste Woche folgen.


Warum sind Sie an die Uni Halle gekommen?

Ich war nach meiner Promotion als Postdoc (Postdoktorantin) in Birmingham an der Uni in Großbritannien tätig. Währenddessen habe ich mich dann nach Stellen umgeschaut. Ich habe mir sowohl Stellenangebote in Großbritannien angeguckt, als auch so im Rest von Europa, eben auch in Deutschland. Dann wurden kurz nacheinander zwei Junior-Professuren ausgeschrieben: eine in Halle, eine in Jena und die waren beide in Richtung Algebra ausgeschrieben, passten zu meinem Forschungsprofil und so habe ich mich bei beiden Stellen beworben. Es hat mich sehr gefreut, als dann der Ruf aus Halle kam, dass ich da erfolgreich war in dem Verfahren und dass man mich hier gerne als Kollegin haben wollte und da habe ich dann sehr gerne zugesagt.


Was gefällt Ihnen speziell an der MLU?

Ich mag, dass es eine fachlich breit aufgestellte Uni ist. Mir gefällt einfach die Mischung an Fächern, mir gefällt auch die Stadt, mir gefällt die Größe, dass es so grün ist, dass kulturell so viel los ist, dass die Uni so auf die Stadt verteilt ist, auf mehrere Campus. Das ist zwar manchmal unpraktisch, aber gleichzeitig haben die verschiedenen Standorte auch so ihren eigenen Charme. Und ich mag das Familiäre. Mir gefällt, dass ich meine Studis (so nennt Frau Waldecker die Studierenden) sehr schnell ganz gut kennen lerne und dass ich sie dann besser betreuen kann, als wenn das so ein Massenbetrieb wäre mit Vorlesungen mit 1000 – 1500 Studis, riesig vielen Kollegen und Kolleginnen, die man gar nicht kennt und auf mehrere Gebäude verteilt sind. Hier sind wir alle zusammen in einem Haus, das gefällt mir richtig gut. Ich habe hier so meinen kleinen Bereich, ein paar Büros drum herum mit meinem Team, mit den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite. Und mir gefällt auch sehr gut, dass die Mathematik-Didaktik mit bei uns im Haus ist, dass man sich da austauschen kann, das ist auch nicht überall so.


Was gefällt Ihnen speziell an ihrem Job?

Auf der einen Seite denke ich selbst gerne über Mathematik nach und auch darüber, wie man sie besonders gut vermitteln kann. Deswegen wird mir auch nicht langweilig dabei, wenn ich die gleiche Vorlesung immer mal wieder halte. Jedes Mal wieder lerne ich etwas Neues, jedes Mal wieder habe ich noch neue Ideen, wie man irgendetwas erklären kann, noch besser, noch anders, noch vielfältiger. Und zu den absoluten Highlights in meinem Job gehört einfach, wenn da Leute vor mir sitzen, mit denen ich ins Gespräch komme über Mathematik und dann sehe ich so im Gesicht: Aha! Jetzt hat’s Klick gemacht! Jetzt haben sie auf einmal etwas verstanden, was sie vorher noch nicht verstanden hatten. Das ist großartig und eigentlich unbezahlbar, wenn man das erleben darf. Und mir gefällt auch, Leute dabei begleiten zu dürfen, wie sie in dieser Phase ihres Lebens, also so 17, 18, 20, 25, Entscheidungen treffen, wie sie so ihren Weg finden, wie sie sich auch selbst besser kennen lernen, dadurch, dass sie so ihre Arbeitsweise finden an der Uni. Und da die Leute begleiten zu dürfen und manchmal beraten zu dürfen und einfach zu sehen, wie sie sich entwickeln und langsam erwachsen werden, das ist echt spannend und macht mir sehr viel Freude an meinem
Job.

Wollten Sie schon früh Dozentin werden?

Nein! Also nicht explizit. Ich hatte viele verschiedene Ideen, was ich beruflich machen könnte und ehrlich gesagt, habe ich die auch immer noch. Ich kann mir immer noch vorstellen, auch andere Dinge zu machen und in irgendwelchen Parallel-Universen, da laufen Versionen von mir rum, die was anderes machen. Die sind dann Sängerin einer Heavy-Metal-Band oder Kindergärtnerin oder Kostümschneiderin oder irgend so was. Auf jeden Fall wusste ich nicht, dass ich Mathe studieren will, bis ich in einer Mathe-Vorlesung saß und mich das einfach so glücklich gemacht hat, was da los war. Ich fand Mathe vorher schon toll, aber ich wusste nicht so richtig, was heißt Mathe studieren, was kann man damit später machen. Irgendwann war ich dann Übungsleiterin, das hat mir auch Spaß gemacht, aber ich war auch immer so ein bisschen unsicher und hab immer überlegt: „Mach ich das gut genug? Erkläre ich gut genug? Bin ich kompetent genug?“ Und erst mit den Jahren kam dann so diese Freude daran, den Leuten zu helfen, Dinge zu verstehen. Da musste ich erst selber ein bisschen älter werden und ein bisschen erfahrener und vielleicht auch sicherer. Und als ich dann in Birmingham angefangen habe, Vorlesungen zu halten und auch selber Inhalte konzipieren durfte, da war es einfach klar. Diese Mischung aus Forschung, Lehre und diesen organisatorischen Aufgaben, die eben mit dazu gehören – das ist es, das macht mir wirklich, wirklich viel Spaß!

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