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„Mathematik vereint Kreativität und Logik“

Jessica Kluge

Der Mathe-Treff - Interview mit Mara Jakob

Mathematik ist ja bekanntlich kein Zuckerschlecken und kann so einige zum Verzweifeln bringen. Und genau deswegen gibt es den Mathe-Treff, ein Ort, an den ihr euch mit euren Mathe-Fragen wenden könnt und euch von Studenten aus den höheren Semestern geholfen wird, damit ihr nicht alleine da steht. Was genau der Mathe-Treff ist, das erfahrt ihr in dem folgenden Interview mit der Leiterin des Mathe-Treffs.

Mara Jakob hat an der Uni Halle Lehramt Mathematik und Physik für Gymnasien studiert. Danach hat sie hier in Halle an einer Schule ihr Referendariat gemacht und ist nach dem Referendariat 2017 wieder hier zur Uni zurückgekommen. Nun ist sie hier als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und hauptsächlich für die Organisation des Mathe-Treffs zuständig.

Und genau um den geht es heute.

 

Wie lange gibt es den Mathe-Treff denn jetzt schon?

Als ich 2017 hier angefangen habe, gab es den Mathe-Treff bereits seit ungefähr einem Semester. Er ist also um die Mitte 2017 entstanden und ich habe dann quasi damit weiter gemacht.

 

Wie ist der Mathe-Treff zustande gekommen? Wer hat das ins Leben gerufen?

Das war eine Idee von Frau Rebecca Waldecker, sie meinte dass es so etwas geben sollte, so eine Anlaufstelle. Sie ist ja immer sehr engagiert, Angebote für Studierende einzurichten und das war jetzt eben ein Angebot, das noch gefehlt hat. Es gibt ja ganz viele Workshops, es gibt ja schon Tutorien usw. und so etwas wie den Mathe-Treff gab es eben vorher noch nicht. Also hatte sie sich gedacht, es ist sinnvoll einen Raum zu haben, wo Ansprechpartner da sind, wo auch Studenten aus höheren Semestern da sind, wo man mal hingehen kann, wenn man eine Frage hat, so dass man nicht immer gleich zum Professor oder Dozenten rennen muss. Viele Studierende haben da ja auch Hemmungen vor, direkt zum Professor zu gehen. So hat man jetzt ein Angebot, was sehr einfach zugänglich ist und wo man keine Angst haben muss.

Der Mathe-Treff ist ein Hochschulpakt-Projekt, also wird aus Hochschulpakt-Mitteln seit 2017 finanziert und wir hoffen, dass noch ganz lange Geld dafür da ist.

 

Was genau ist der Mathe-Treff, was wird dort gemacht?

Der Mathe-Treffpunkt ist ein Raum - mittlerweile sogar zwei Räume. Diese sind ungefähr 4 bis 6 Stunden am Tag geöffnet und zu diesen Öffnungszeiten sind dann auch Ansprechpartner vor Ort. Das sind Studentinnen/Studenten aus höheren Semestern sowie ich selbst und teilweise auch andere Mitarbeiter vom Mathe-Institut. Außerdem gibt es auch Freiwillige, die da mitarbeiten. Zu den Öffnungszeiten kann man also den Raum nutzen, es gibt da Tafeln, Withe-Boards, Gruppentische, wo man sich hinsetzen kann. Es gibt Bücher, Vorlesungsskripte, Altklausuren usw. Man kann sich da also reinsetzen, kann Fragen zu Vorlesungen stellen, kann auch einfach an seinen Übungsserien arbeiten… Man kann das natürlich auch als Arbeitsplatz nutzen und muss nicht nur hinkommen, wenn man eine Frage hat. Man kann sich einfach hinsetzen, an seinen Aufgaben weiter arbeiten und das Gute ist eben, wenn man doch mal eine Frage hat, dass dann immer jemand da ist, den man mal fragen kann. Aber auch außerhalb der Öffnungszeiten kann man den Raum gerne nutzen als Arbeitsplatz. Es gibt ja hier am Campus nicht ganz so viele Arbeitsplätze, andere sind vielleicht auch mal ein bisschen lauter und hier kann man sich dann außerhalb der Öffnungszeiten in Ruhe hineinsetzen. Wir haben auch einen Computer, den man benutzen kann.

 

Stehen die Öffnungszeiten irgendwo, wo die Studenten diese online nachlesen können?

Ja, also wir haben eine neue Homepage conway1.mathematik.uni-halle.de/~mathe-treffpunkt/, die seit heute online ist und auf der stehen die Öffnungszeiten drauf. Es gibt jetzt sogar eine App (auf der Homepage ist erklärt, wie man sich diese herunter lädt). Das ist eine ganz kleine App, die quasi nur die Öffnungszeiten des Mathe-Treffs hat, aber da kann man dann einfach drauf klicken und sieht sofort, ob der Mathe-Treff jetzt gerade geöffnet ist oder nicht.

Ansonsten haben wir auch noch unsere StudIP Veranstaltung. Also wenn man einfach im StudIP nach Mathe-Treffpunkt sucht, das ist eine Studien-Gruppe, da kann man sich eintragen und da werden auch die Öffnungszeiten hochgeladen und auch verschiedene Dateien und Ankündigungen usw.

 

Werden spezielle Themen im Mathe-Treff bearbeitet?

Es ist ja jetzt nicht so, dass es wie ein Tutorium oder eine Übungsgruppe aufgebaut ist, dass da jemand an der Tafel steht und etwas erklärt, sondern es wird das gemacht, was die Studenten eben gerade machen, die da sind. Also man kann sich da hinsetzen und kann machen, was man will. Die meisten Studenten, die kommen bloß, um ihre Übungsserien zu erledigen (die muss man ja jede Woche lösen und abgeben). Das ist ja das, was so am dringendsten ist bei den Studenten. Dann ergibt sich das eben auch anhand der Aufgaben in den Übungsserien, was da gerade für Themen gemacht werden und dann kann es eben doch mal sein, wenn jetzt mehrere Leute an der gleichen Aufgabe hängen oder wenn mehrere Leute die gleiche Sache nicht verstanden haben, dass mal einer von den Tutoren an die Tafel springt und dann da mal etwas erklärt.

Es ist einfach ein Lernraum, wo Leute da sind, die man anquatschen kann. Und es ist auch ein Ort des Kennenlernens. Also ganz viele Studenten lernen sich da auch im Mathe-Treff kennen.

 

Ist der Mathe-Treff nur für Mathematiker gedacht oder können auch andere Leute dort hinkommen?

Also hauptsächlich ist der Mathe-Treff tatsächlich gedacht für Mathematik-Studenten: Wirtschaftsmathematik-Studenten, Lehramt Mathematik (Gymnasium und Sekundarschule) und auch für die Informatik-Studenten. Ansonsten können aber auch gerne Studenten von anderen Studiengängen kommen, solange wir halt Platz haben. Also die Räume sind jetzt nicht wahnsinnig groß und solange wir Platz haben, nehmen wir gerne jeden auf.

 

Macht ihr denn wirklich nur Mathematik dort?

Gute Frage – nein! Manchmal wird weniger Mathematik dort gemacht als mir lieb ist, manchmal muss ich sogar ein bisschen schimpfen. Es kommen auch sehr viele außermathematische Gespräche zustande, auch teilweise hitzige Diskussionen. Also wir hatten schon mal politische Diskussionen im Mathe-Treffpunkt, wo ich mir dachte: ‚Macht hier eigentlich gerade überhaupt noch jemand Mathe?’ An sich wird natürlich auch viel Drumherum erzählt, wie gesagt, es ist ein Ort, an dem man sich kennenlernen kann, wo man dann auf einmal Kommilitonen trifft, die man vielleicht vorher noch nicht in der Vorlesung getroffen hat und dann kommt man eben mal ins Gespräch über das Studium allgemein, über Wohnungssuche, über Halle überhaupt und alles Mögliche wird da auch besprochen. Wir versuchen natürlich immer hinterher zu sein, dass es nicht zu laut wird und wir versuchen immer zu gewährleisten, dass die Leute, die arbeiten wollen, auch arbeiten können. Aber das ergibt sich dann halt so, da gibt es dann mal eine Gruppe, die kurz eine Pause macht und über etwas anderes redet und dann wieder zusammen weiter arbeitet usw.

Außerdem haben wir immer Tee da und Kaffee, Süßigkeiten, Chips – also immer so viel, wie das Sparschwein hergibt. Also die Studenten sollten immer fleißig Geld ins Sparschwein werfen oder ihre Pfandflaschen abgeben und damit kaufen wir dann immer Süßigkeiten ein. Aber wie das halt so ist, egal wie viele Tonnen Süßigkeiten man kauft, wenn man das hinstellt, ist es innerhalb von kürzester Zeit weg. Also es ist eigentlich immer eine super Atmosphäre im Mathe-Treff. Und das liegt sicherlich auch an den Leuten, die da arbeiten.

 

Gibt es besondere Veranstaltungen vom Mathe-Treff aus?

Ja, richtig coole sogar. Also wir haben zweimal im Semester eine Mathe-Nacht. Ich erkläre das mal kurz: Und zwar gibt es zu den Erstsemester-Modulen Analysis und Lineare Algebra sowohl im ersten als auch im zweiten Semester eine Klausur. Und kurz bevor so eine Klausur ist, bieten wir eine Mathe-Nacht an, da werden fleißig Aufgaben bearbeitet, es wird Pizza bestellt, es gibt ganz viel Süßkram, es gibt ganz viele koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Cola, alles mögliche) und wir bereiten eben Aufgaben vor für diese Mathe-Nacht, an denen dann gearbeitet werden kann. Die Aufgaben dienen der Klausurvorbereitung, wir versuchen also ungefähr den Schwierigkeitsgrad der Klausur zu treffen und auch die Themen der Klausur möglichst alle zu behandeln. Dann haben wir da so ungefähr 100 Studenten, die die ganze Nacht mit uns hier verbringen.

Die Aufgaben werden auch danach hochgeladen und man kann die dann auch noch zuhause bearbeiten, wenn man jetzt nicht alles geschafft hat. Dann kann man sich das auch noch in der Woche danach angucken und im Mathe-Treff nochmal dazu Fragen stellen.

Wir haben auch Workshops, die wir manchmal anbieten. Zum Beispiel auch zur Klausurvorbereitung bieten wir manchmal Altklausur-Rechnen an, dass wir eine Altklausur einfach mal vorrechnen oder sie besprechen.

Oder auch zum Thema Beweisen – also wie geht beweisen eigentlich. Weil das ist so das Thema, was den meisten Studienanfängern in Mathe die größten Schwierigkeiten bereitet, weil man das aus der Schule eben gar nicht kennt.

 

Zu den Altklausuren: Kommen die Studenten da auch so dran, also ohne diese Workshop-Veranstaltungen?

Wir haben ziemlich viele Altklausuren im Mathe-Treffpunkt und auch der Fachschaftsrat Mathe/Info hat auch noch einige Altklausuren.

 

Dann war es das auch schon mit meinen Fragen. Vielen Dank.

 

Übrigens: auch ich arbeite nächstes Semester im Mathe-Treff und beantworte euch gerne Fragen zu den Vorlesungen, aber auch zum Studium an sich. Also kommt gerne mal vorbei und schaut euch das an.

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