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Organische Chemie Praktikum … wo die Frage „Wo denn das Chloroform steht?“ nicht mehr suspekt wirkt

Im 3ten Semester beginnt das große Organische-Chemie Praktikum für uns Biochemie-Bachelor. Über 9 Wochen hinweg heißt es zusammengeben, waschen, abdestillieren, auskristallisieren und vieles mehr.

Nachdem man sich im 2ten Semester durch die Vorlesung zur Organischen Chemie die theoretischen Kenntnisse angeeignet hat, darf man diese dann auch endlich umsetzen. In der ersten Woche gibt es natürlich erstmal eine Einführung, wo alles und jeder vorgestellt werden. Auch betritt man zum ersten Mal das Labor, welches man ab sofort Donnerstag und Freitag sein zu Hause nennen darf. Mit dabei ist der gut ausgestattete Arbeitsplatz mit allen möglichen merkwürdig aussehenden Glasgeräten, die man aber schnell zu kennen weiß.

Bevor man dann aber das erste Mal Handanlegen darf, muss natürlich auch die Sicherheit aller gewährleistet sein, wofür es erstmal eine generelle Sicherheitsbelehrung gibt.  Von diesem Vortrag abgesehen gibt es aber jeden Mittwoch noch eine Einführung für die anstehenden Versuche, wo man anschließend natürlich auch Fragen stellen kann. Doch heißt es sich auch im Vorfeld schon durch die Versuchsskripte durchzuarbeiten, denn über die Wochen verteilt, werden 4 Kurztestate geschrieben, die es zu bestehen gilt.                                                                                                                                                                     Hat man das erstmal hinter sich, heißt es den Kittel an, die Schutzbrille auf und ran ans Werk!

In den ersten 2 Wochen lernt man zuerst die Grundtechniken der Organischen Chemie in einfachen Versuchen, z.B. reinigt man Benzoesäure durch Umkristallisation oder aber entfernt das Wasser (auch Trocknen genannt) aus Methanol. Aber man führt auch diverse Dünnschichtchromatographien durch, die manch einer schon aus der Schule kennen dürfte. Dieses Verfahren erkennt man schnell als eine effiziente und schnelle Nachweißmethode, welche eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten hat. Die Säulenchromatographie ist eine weitere Variante der Chromatographie, welche jedoch zur Reinigung von Stoffen genutzt wird.

In den darauf folgenden Wochen wurden dann verschiedenste Synthesen durchgeführt. So stellen wir neben einem Orangenen Farbstoff auch den Farbstoff für Jeans her: Indigo. Hierbei handelt es sich um einen tiefblauen Stoff, welcher früher aus Pflanzen gewonnen wurde und wir ausgehend von 2-Nitro-Benzaldehyd mittels verschiedener Arbeitsschritte und Zusätzen synthetisiert haben.

Ein anderes Beispiel wäre die Herstellung von 4-Methyl-3-heptanol. Dabei handelt es sich um ein Pheromon des Borkenkäfers, was unter anderem dazu genutzt wird um diesen Schädling zu bekämpfen. Bei der Synthese ist jedoch besonders auf die Wasserfreiheit der Geräte zu achten, da einen ansonsten das ganze auch schnell um die Ohren fliegen oder aber die anschließende Vakuumdestillation nicht richtig funktioniert.

Und obwohl Sachen schiefgehen können (wenn man nicht aufpasst) und es auch gefährlich werden könnte, so muss man sich keine Sorgen machen. Die Assistenten, die die Versuche mit Betreuen, sind eigentlich immer für Fragen da und auch mitunter sehr geduldig. Auch wenn einem mal etwas kaputt, sei es nun weil man gerade ein wenig schusselig war und ein 120€-Thermometer kaputt gemacht hat oder aus anderen Gründen, so wird einem nicht gleich der Kopf abgerissen.

Und auch wenn das Praktikum mit dem Zeitaufwand im Labor(welches gerade komplett neu renoviert wird) und außerhalb mit dem Protokollen schreiben relativ anstrengend war, so hat es mir sehr viel Spaß gebracht und man hat zudem auch gleich etwas gelernt bzw. das Theoretische „in Action“ erlebt.

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