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Charlotte Wagner

Im Gespräch mit Prof. Dr. Domsgen zu den Theologischen Tagen 2019

Wie Du schon lesen konntest, finden an der Theologischen Fakultät jedes Jahr die Theologischen Tage statt. Lies hier, was einer der Organisatoren, Prof. Dr. Domsgen, zur Organisation hinter den Kulissen und seiner persönlichen Beziehung zu den Tagen zu sagen hat.

Lieber Herr Domsgen, könnten Sie kurz Ihre Rolle zusammenfassen, die Sie als Organisator bei den Theologischen Tagen 2019 spielen?

Hr. Domsgen: Ich bin gemeinsam mit meinem systematisch-theologischen Kollegen Prof. Evers (Prof. für Systematische Theologie) Organisator im Sinne der inhaltlichen Linie der Tage. Im Laufe der Festlegung des Themas war uns schnell klar, dass wir die Künstliche Intelligenz (KI) genauer betrachten möchten. Es geht darum, was KI ganz konkret ist, welche Chancen sich damit verbinden, aber auch welche Grenzen uns dabei gesetzt sind. Die neuen Möglichkeiten und Chancen, zum Beispiel der Einsatz von Beratungsrobotern, die sich auch uns in der Theologie und in der Kirche anbieten, möchten wir systematisch-theologisch und praktisch-theologisch beleuchten.

Wie sind Sie auf das Thema der Tage gekommen?

Hr. Domsgen: Für mich als Religionspädagogen ist die KI ein so wichtiges Thema, weil sie die zwischenmenschliche Kommunikation maßgeblich verändert und unser Kommunikationsverhalten in grundlegender Weise bestimmt.

Als Religionspädagoge frage ich: „Wie lernen Menschen heutzutage Religion?“ Lernprozesse verändern sich durch mediale Einflüsse. Ich finde es wichtig, das wahrzunehmen.

Die Theologischen Tage gibt es in Halle nun schon seit Jahrzehnten. Wie würden Sie den Wandel der Themen beschreiben, der sich im Laufe der Zeit ergeben hat?

Hr. Domsgen: Ich bin seit 2006 Professor an dieser Fakultät in Halle und habe in dieser Zeit 5 Mal die Rolle des Organisators der Theologischen Tage innegehabt. Mir war es immer wichtig, aktuelle, herausfordernde Themen zu wählen und in unser Konzept aufzunehmen.

Wenn ich weiter zurückdenke, meine ich eine Veränderung beobachten zu können. Ich habe ja in Halle mein Theologiestudium 1987 begonnen und später dann auch abgeschlossen, nachdem ich in Bern, Kiel und Tübingen studiert hatte. Als ich Student war, waren die Theologischen Tage noch eine Theologische Woche. In der DDR war es schwierig, gesellschaftspolitische Themen offen anzusprechen. Daher wurde der Fokus hier eher auf theologische Themen gelegt und von dort her dann nach gesellschaftspolitischen Implikationen gefragt. Heute dominieren eher die aktuellen Herausforderungen. Als TheologInnen* sind wir zum einen durch die Themen selbst herausgefordert. Allerdings werden aber auch die Themen durch unseren spezifischen Blick auf sie herausgefordert. In dieser doppelten Bezugnahme bewegen wir uns.

Sie haben die Theologischen Tage nun schon einige Male organisiert. Was reizt Sie an dieser Arbeit innerhalb des Fakultätsalltags?

Hr. Domsgen: Als Religionspädagoge und praktischer Theologe habe ich ein besonderes Interesse an der Lebenswelt heutiger Menschen. Sie bestimmt unsere Fragestellung in der wissenschaftlichen Arbeit. Sie mit der Tradition zu verschränken, ist sehr spannend. Die Theologischen Tage können ein Mittel sein, dies auch einer breiteren Masse vor Augen zu führen.

Dazu gehört auch der Austausch zwischen den Generationen. Regelmäßig haben wir zum Beispiel einen Religionsgrundkurs eines Gymnasium aus der Region bei den Theologischen Tagen dabei. Es kommt zu sehr bereichernden und spannenden Gesprächen zu unseren Themen zwischen PfarrerInnen* im Ruhestand und den SchülerInnen*.

Wie schaffen Sie es, die verschiedenen Horizonte der teilnehmenden Menschen zusammenzubringen, von Diplomtheologen und -theologinnen bis hin zur Schülergruppe?

Hr. Domsgen: Theologie ist keine „Nischenwissenschaft“, sondern in der Öffentlichkeit zu Hause. Es sollen hier Themen und Fragen besprochen werden, die uns alle angehen. Ein Thema soll aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und allen Beteiligten die Möglichkeit gegeben werden, sich zu äußern.

Zum Abschluss eine persönlichere Frage: Haben Sie ein „Lieblingsthema“ in Ihrer Arbeit als Theologe?

Hr. Domsgen: Die Frage, wie Menschen Religion lernen, beschäftigt mich besonders. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach den Menschen, die keinen religiösen Hintergrund haben, also nicht religiös sozialisiert wurden. Wir fragen: „Was prägt diese Menschen? Wovon lassen sie sich inspirieren?“ Dabei ergibt sich auch der Blick auf die neuen Medien. Umfassender ausgedrückt: Ich frage nach dem Lebenskontext, aus dem wir kommen und der uns prägt und versuche Theologie und Religionspädagogik kontextuell zu denken.

Vielen Dank für das Gespräch und die vielen Einblicke in Ihre Arbeit!

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