Warum studieren?

Studieren in Halle

Leben in Halle

Alle StudienbotschafterInnen

Mein Blog

„Gesagt, getan, für's Leben gelernt“

Annemarie Reichenbach

So organisiere ich mein Studium - mit bunten Stiften

"Mensch, wo warst du denn gestern Abend?" So wurde ich vor ein paar Wochen von einer Freundin vor der Vorlesung begrüßt. Leider hatte ich wohl, im Prüfungszeit-Vorbereitungsstress, total vergessen, zu einer wichtigen Gastvorlesung zu gehen. Nachdem sie mir erzählt hatte, wie es war, schaute sie mich mit großen Augen an: "Aber wie konntest du das denn vergessen? Du machst doch jetzt Bullet Journaling!"...

Was so 'fancy' klingt, ist im Endeffekt nichts anderes als das Selbst-Gestalten eines Terminkalenders. Geht man in einen Buchladen, springt einen dieser Trend sofort an, und auch das dazu passende Schreibwarenangebot - Marker, Zeichenstifte, Sticker - hat sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Ich habe schon immer gern gemalt, und Stifte nach Farben zu sortieren beruhigt mich irgendwie. Dieses Hobby aber auch auf mein, nennen wir es, 'erwachsenes' Leben anzuwenden, das hatte mich bisher immer abgeschreckt. Wollte ich, nur um meinen Zahnarzttermin einzutragen, die schönsten Stifte verwenden und außerdem Zeit darauf, dieses 'Highlight' zu gestalten? Eine Freundin, mit der ich das künstlerische Hobby des Schönschreibens ('Handlettering') teile und mich öfter einmal mit ihr treffe, um zum Beispiel Geburtstagskarten zu gestalten, erzählte mir kurz vor Weihnachten aufgeregt: 'Ich fang jetzt an mit Bullet Journaling, dann kriege ich vielleicht mein Leben in den Griff!'. Und tatsächlich versprechen Verfechter dieser Methode, (es gibt sogar Kurse!), dass man mit dem achtsamen und kreativen Gestalten seiner Aufgaben 'die Vergangenheit versteht, die Gegenwart ordnet und die Gegenwart entwirft'. Als Erfinder des Ganzen gilt ein New Yorker Grafikdesigner, und nach meiner fast zweimonatigen Erfahrung damit kann ich ihm nur danken! Das schöne ist, dass man sich seinen Kalender selbst zusammenstellen kann danach, welche Eintragungsmöglichkeiten man braucht, seien es Noten oder ein Saisonkalender für Lebensmittel. Ich zum Beispiel habe einige 'Habit Tracker' eingefügt, das sind Seiten auf denen man entweder ein kreatives System oder einfach eine Tabelle findet. Für verschiedene Vorsätze, zum Beispiel genug Wasser zu trinken, kann man sich dann jeden Abend belohnen, indem man ein Kästchen ausmalt, oder sich schnell nochmal ans Mehr-Trinken erinnert, wenn das Kästchen noch leer ist. Natürlich gibt es inzwischen Apps für sowas, aber die analoge Methode des Stifts und Buches ist glaube ich auch deshalb so beliebt, weil sie Entspannung bietet. In dem Moment, in dem ich abends irgendetwas ausmale, und sei es nur wenige Sekunden lang, müssen meine Augen auf keinen Bildschirm schauen und keine Nachricht ploppt auf, die mich stressen könnte. Es ist üblich, sein 'Set up' - meist bestehend aus Wochenplänen, Listen, 'Trackern' (man kann zum Beispiel nicht nur seine Gewohnheiten, sondern auch seine Stimmung verfolgen) und vielem mehr- immer monatlich vorzubereiten. So ergibt es sich, gegen Ende jeden Monates sich eine stille Zeit  dafür zu nehmen, und den vorrangegangenen Monat zu reflektieren. Dabei hab ich persönlich schon einiges erkannt und es hat mir geholfen, mit dem Wechsel von Vorlesungs- zu vorlesungsfreier Zeit besser klarzukommen - Zum Beispiel:Welche Vorhaben nehme ich mit in den nächsten Monat? Wie lange könnte ich dafür brauchen? Wie oft hatte ich Migräne, wie viel Puffer sollte ich darum einplanen? Ich glaube, jeder hat einmal das Gefühl, dass einem das Leben über den Kopf wächst, und das hat nicht selten etwas mit Uni/Schule, Job/Praktikum und natürlich Zahnarztterminen zu tun. Seit ich aber weiß, dass ich zum Organisieren des Ganzens ein schönes Buch mit meinen Lieblingsfarben drin aufschlagen kann, macht mir das ganze schon etwas weniger Angst.:) (Und dass ich die Vorlesung verpasst habe, lag wahrscheinlich einfach daran, dass ich sie nicht ins Journal eingetragen hatte !)

Zur Übersicht

Unsere Service-Angebote

Für StudienanfängerInnen

Für Eltern und LehrerInnen