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Annemarie Reichenbach

Ges(ch)ehen in Halle - Eine besondere Ausstellung

Die Worte, mit denen ich sonst reagiere, wenn Freunde mir ihre Urlaubsfotos zeigen, werden zum Namen eines neuen Events in der halleschen Kulturlandschaft: TAKE ME TO THAT PLACE. Vom 11.-27. Januar entsteht eine ganz besondere Ausstellung...

Besonders ist sie dadurch, dass sie aus einer Kooperation zwischen der Kunsthochschule Burg Giebichenstein und der Oper Halle entstanden ist, die schon seit Jahren besteht und beiden Institutionen viel kreative Frucht bringt. Siebzehn Studierende des Studiengangs 'Zeitbasierte Künste' haben sich intensiv mit den Prozessen auseinandergesetzt, die in der Oper gerade durch eine europäisch-afrikanische Zusammenarbeit zustande kommen. Gemeinsam widmet sich dieses Interkulturelle Team nämlich der Neuerfindung der Oper L'Africaine, und deckt dabei viele Details auf, die es zu überschreiben oder sich neu anzueignen gilt, man denke zum Beispiel an Vorgänge der Kolonialisierung. Wie praktisch ist es da, neben interessant und unterhaltsam natürlich, dass sich meine Bachelorarbeit genau mit diesem Bereich beschäftigt - Adaptation Studies. Ich werde bald intensiver darauf eingehen, (wenn ich auch endlich intensiver auf meine genaue Themenfindung eingegangen bin), aber im Grunde untersucht man da, wie bestimmte Inhalte, Filme, Regeln, etc. in eine andere Kultur übersetzt und verändert werden, und was das dann über diese Kultur aussagt (Ist euch zum Beispiel aufgefallen, wie anders die ganze Harry-Potter-Welt jetzt wirkt, seitdem sie in den neusten Filmen auch in Amerika spielt?)

Dass bei Interkultureller Zusammenarbeit immer vor allem der Prozess und nicht das Produkt im Vordergrund steht, darf ich bei der Ausstellungseröffnung gleich erleben, oder zumindest interpretiere ich es jetzt mal mutig so. Ein junger Mann zeigt eine Performance auf dem Opernvorplatz mit nichts weiter als ein paar Straßenbau-Materialien. Er verstrickt sich nicht in Widersprüche, sondern in weißes Band, mit dem er ein interessantes Gebilde formt und einige Autofahrer auf der Straße daneben zum anhalten und staunen bringt. Auch mich hat er mit seiner Ruhe in der Ausführung (und seiner Kälteunempfindlichkeit zugegebenermaßen) zum Staunen gebracht und mir neue Beschreibungsideen für meine Abschlussarbeit gegeben, gerade weil ich das so mal aus einer ganz anderen Perspektive erleben konnte. Allgemein ist diese Ausstellung eine sehr Lebendige. Da sie im Operncafé stattfindet und die Räumlichkeiten begrenzt sind, wechseln sich die Arbeiten der Studierenden immer wieder ab, sodass es im ganzen Zeitraum neues zu entdecken gibt.

Dass ist es auch, warum ich so dankbar bin, in Halle zu studieren: Die Kulturszene ist lebendig, die Erscheinungsformen überraschend (letztens konnte ich bei Schneefall zu Brassmusik auf der Straße tanzen und staunte auch da über die Kälteunempfindlichkeit der Musiker) und vieles, das im Verborgenen liegt, offenbart schließlich eine ganze Menge - nicht nur durch die Burg Giebichenstein sind einfach ganz viele kreative Menschen hier. Ein wenig kommt es mir so vor, als ist es in Halle erlaubt, viel Neues zu wagen und auszuprobieren, da der Stadt nicht ein riesiger Ruf vorauseilt, der Druck ausüben könnte. So habe auch ich das Gefühl, mich hier verwirklichen zu können und gleichgesinnte zu treffen und immer öfter mal Fotos von Halle anzuschauen und zu sagen : TAKE ME TO THAT PLACE. 

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