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„MLU, Halle und die Welt“

Anna Katharina Pieper

Die Themen hinter den Modultiteln II - Von der Lebensmittelverschwendung zur Welternährungskrise

Dass die betriebene Landwirtschaft verheerende Folgen auf unser Klima hat, haben wir ja bereits im ersten Eintrag angerissen. Das Resultat sind ebenso verheerende Folgen des Klimas für unsere Landwirtschaft. Extreme Dürren, lange Frostperioden und starke, andauernde Regenfälle führen immer öfter zu Ernteausfällen, die zu einer globalen Knappheit an Lebensmitteln führen und die Preise in die Höhe treiben.

Mit wachsendem Reichtum beginnen Länder mehr und mehr in Lebensmittelimport zu investieren. Die Erwartungshaltung des Bürgers zu jeder Zeit eine allumfassende Auswahl an Produkten im Laden vorzufinden wächst. Ein saisonunabhängiges Sortiment an Früchten und Gemüse, frisches Brot auch noch um 18Uhr und Fleisch als täglicher Bestandteil unserer Ernährung werden zur Selbstverständlichkeit.

Doch wird auch all das gegessen, was wir importieren und zur Dekoration unserer Supermärkte verwenden? Die Antwort ist: nein. Industrieländer verfügen durchschnittlich über 2-mal so viel Nahrungsmittel, wie sie zur tatsächlichen Ernährung ihrer Bevölkerung benötigen. Nimmt man die Summe der Lebensmittel, wie Mais und Soja, dazu, die an Tiere verfüttert wird, ist es ein Überschuss der 3-4-fachen Menge. Mit nur ca. einem Viertel der verschwendeten Lebensmittel in den USA, Großbritannien und Europa könnte man die etwa eine Milliarde hungernder Menschen ernähren, die zur Zeit auf der Erde leben. Das Problem ist also nicht die Menge sondern die Verteilung.

Eine Konsequenz der nichtnotwendigen hohen Nachfrage der Industrieländer nach Lebensmitteln führt zu einer stetigen Preissteigerung auf dem Weltmarkt, da das Angebot künstlich geschmälert wird. Zwei Beispiele sind zum einen die Verschwendung von Brotendscheiben, die als nicht geeignet für zu verkaufende Sandwiches betrachtet werden - frisches Brot, dessen Verschwendung den Getreidepreis in die Höhe treibt - und zum anderen die hohe Nachfrage nach Bananen, welche zu einem solchen Preisanstieg führt, dass sich die einheimische Bevölkerung ihre selbst angebauten Früchte nicht mehr leisten kann - damit sie später bei uns auf dem Müll landen. Würden wir weniger wegwerfen, müssten wir weniger kaufen. Daraus folgt eine Verringerung der Nachfrage, die nach dem Angebot-Nachfrage-Prinzip automatisch zu einem Fall der Preise führen würde.

Darüber hinaus führen Agrarzölle und Subventionen zu zusätzlichen Ungerechtigkeiten und Chancenungleichheiten. So verlangen die Industrieländer hohe Agrarzölle von den Ländern, die ihre erzeugten Lebensmittel in diese exportieren wollen, sodass die Gewinnspanne solcher Produkte deutlich geschmälert wird. Gleichzeitig wird in den Industrieländern der Export der eigenen Agrarerzeugnisse großzügig subventioniert, was diese in anderen Ländern erschwinglicher werden lässt als die einheimischen Waren, was sich wiederum stark schmälernd auf den Absatz und Gewinn heimischer Erzeuger auswirkt.

Fortsetzung folgt... 

 

 

Quellen:

Spiegel Online, Wirtschaft, Verschwendung: Ein Drittel aller Lebensmittel landet im Müll. In: www.spiegel.de/wirtschaft/verschwendung-ein-drittel-aller-lebensmittel-landet-im-muell-a-740969.html 03.01.2018

Stuart, Tristram. The global food waste scandal. (September 2012). In: www.ted.com/talks/tristram_stuart_the_global_food_waste_scandal.html 03.01.2018

Tristram Stuart. Food Waste Facts. In: www.tristramstuart.co.uk/FoodWasteFacts.html 03.01.2018

Thurn, Valentin. Frisch auf den Müll. In: www.phoenix.de/frisch-in-den-muell/530854.htm 27.10.2013

Proplanta, das Infozentrum für die Landwirtschaft. Die Welternährungskrise und ihre Ursachen. In: www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Verbraucher/Die-Welternaehrungskrise-und-ihre-Ursachen_article1212592777.html 03.01.2018

WWF. Themen und Projekte. Landwirtschaft. Ernährung und Konsum. In: www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/das-grosse-wegschmeissen/. 03.01.2018

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