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Ich bin jetzt schon seit vier Jahren in Halle und studiere hier noch im alten Magister-Studiengang Prähistorische Archäologie. Das Fach war schon immer mein Traum, weil es Geistes- mit Naturwissenschaften verbindet. Vor allem die Möglichkeit, später nicht nur im Büro zu sitzen, fand ich sehr reizvoll.
Mit dem Osten hatte ich vor dem Studium nichts am Hut
Für Halle habe ich mich letztlich entschieden, weil man hier die Studiengänge so gut miteinander kombinieren kann. Ich komme aus einem kleinen Ort bei Stuttgart und hatte so gut wie gar nichts mit dem Osten am Hut. Doch ich wollte ihn unbedingt kennenlernen. Außerdem kam mir die Entfernung zum Elternhaus recht gelegen, da ich auf eigenen Füßen stehen und nicht jedes Wochenende nach Hause fahren wollte. Im Nachhinein war es eine sehr gute Entscheidung.
Die Atmosphäre bei uns ist sehr locker
Unser Institut für Archäologie, wo man heute den Bachelor „Archäologien Europas“ machen kann, liegt gut 20 Fahrradminuten von der Innenstadt entfernt. Dafür aber direkt an der Heide – ein kleiner Stadtwald, in dem sich einige archäologische Denkmäler befinden. Der Anfang wurde mir sehr leicht gemacht. Bei uns geht es recht locker zu, das liegt wohl auch an der geringen Anzahl der Studierenden in unserem Fach. Die Dozenten sind nett und beraten uns gut, und das ganze Jahr über werden immer wieder Feste gefeiert. Im selben Gebäude ist die Bibliothek untergebracht, und wir haben eine eigene Mensa, in der man zu moderaten Preisen gut essen kann.
Wir kooperieren oft mit den halleschen Museen
Am Institut gibt es auch ein Keramiklager, in dem wir mit den Funden umzugehen lernen. Als letztes wurden da Funde aus Mansfeld von Luthers Elternhaus bearbeitet, die auch in der Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen waren. Der Eintritt in das Museum ist übrigens für Studierende unseres Faches kostenlos. Dort kann man unter anderem eine schöne Dauerausstellung zur Stein- und Bronzezeit und die Himmelscheibe von Nebra sehen. Eine Kooperation besteht auch mit der Stiftung Moritzburg, wo wir Keramik und Münzen studieren können.
Von unseren Augrabungen kann ich nur schwärmen
Das Beste für mich sind aber die vielen praktischen Erfahrungen bei Ausgrabungen, auf Exkursionen (dieses Jahr auf Kreta), in Museen oder anderen Einrichtungen. Ich habe schon viele Ausgrabungen hinter mir und kann nur davon schwärmen. Man sieht fremde Orte, lernt Menschen kennen, lernt fachlich etwas dazu, verdient schon Geld und hat so einen kleinen Urlaub nebenher. Der Schwerpunkt des Studiums liegt in Halle auf der Prähistorie, besonders der Bronzezeit, und dem Mittelalter. Man kann aber auch Veranstaltungen in Leipzig und Jena im Rahmen des Universtitätsverbundes besuchen.
Im Nebenfach studiere ich noch Geologie und historische Hilfswissenschaften (leider ein auslaufender Studiengang, der in Leipzig noch angeboten wird). Beide Fächer sind sehr zu empfehlen, vor allem ergänzen sie wunderbar einige Bereiche der Archäologie. Das Schöne an solch einer breiten Kombination ist, dass ich in der Stadt herumkomme. Die Institute sind nicht auf einem Campus angelegt, sondern verteilt. So fahre ich öfters zwischen Veranstaltungen durch die Stadt und habe ein wenig Bewegung, bis ich wieder die Hörsaalbank drücken muss.
In Halle kann man viel unternehmen
Besonders schön sind die Sommermonate in Halle. Hier kann man in zwei Seen baden, die mit dem Fahrrad gut zu erreichenden sind, oder auf die Peißnitz (der Park an den Saaleauen) gehen, grillen, sich sportlich betätigen oder einfach in der Sonne liegen. Wenn es doch mal regnen sollte, was in Halle wegen des ariden Klimas selten ist, steht eben ein Besuch in den zahlreichen Museen, Theatern, der Oper, dem Planetarium oder den Kneipen an. Und wer die Nacht zum Tag machen möchte, findet in Halle immer die passende Gelegenheit.
Guten Anschluss fand ich auch im Unisportverein, wo ich schon mehrere Kurse belegt habe. Besonders gut gefällt mir das Rudern auf der Saale, im Sommer wie im Winter. Der Verein bietet auch Wanderfahrten oder die Teilnahme an den deutschlandweiten Hochschulmeisterschaften an.
Die Mieten hier sind unschlagbar günstig
Seit Beginn meines Studiums wohne ich in derselben WG mit den gleichen Leuten zusammen. Wir kannten uns zu Anfang nicht, doch es hat einfach gepasst. Die Suche war auch sehr leicht. Im Internet und am schwarzen Brett gab es viele Angebote, und schon nach zwei Tagen hatte ich meine Unterkunft. Die Preise sind hier im Gegensatz zum Westen unschlagbar. Wenn man keine großen Ansprüche hat – wie eben wir Studenten – kann man schon für 100 Euro im Monat wohnen.