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„Ich möchte verstehen, warum Menschen so handeln, wie sie handeln.“ Jesko Habert, Studienbotschafter Sozialwissenschaften


Öffnet internen Link im aktuellen FensterAuch Soziologen forschen

Jesko erklärt die wichtigsten Erhebungsinstrumente

 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterGeisteswissenschaftler müssen sich selbst organisieren

Jesko erzählt vom Studium in Halle

 

Öffnet internen Link im aktuellen FensterInteractiones Socielogi

Jesko schreibt in seinem Blog wie er als Soziologe den Alltag sieht

 

Mein Halle: Jeskos Sicht auf die Stadt. Einfach anklicken!

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Kontakt

Wenn du Fragen zum Studium hast oder sonst irgendetwas zum Leben in Halle wissen willst, dann kannst du uns jederzeit per E-Mail erreichen:
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailstudienbotschafter(at)ich-will-wissen.de
Gemeinsam versuchen wir, deine Fragen so schnell wie möglich zu beantworten. Und wenn wir nicht weiterwissen, dann fragen wir einfach die netten Leute von der Studienberatung. Auf jeden Fall bekommst du eine Antwort. Versprochen!

 




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Ich habe mich ganz bewusst für Halle entschieden

Ich bin aus Neuwied am Rhein, einer kleinen Stadt in Rheinland-Pfalz, zum Studieren nach Halle gekommen. Beworben hatte ich mich bei elf Universitäten in ganz Deutschland – nur Koblenz, die Nachbarstadt meiner Heimat, habe ich bewusst ausgelassen: Ich wollte einfach irgendwo vollkommen neu und unvoreingenommen ankommen. Ansonsten blieb ich relativ offen, was den letztendlichen Studienort betraf und erwog alles von Berlin über Stuttgart, Köln und eben auch Halle. Ich studiere nun mittlerweile im vierten Semester an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und habe bisher noch nicht bereut, diese Stadt und diese Uni gewählt zu haben.

Ich möchte die Gesellschaft verstehen

Es ist schwer auf einen einzigen Punkt zu bringen, warum ich Soziologie studiere. Wie den meisten Geisteswissenschaftlern geht es mir nicht um eine spezielle Berufsausbildung, die mich zu einem klaren Job-Ziel hinführen kann, sondern um eine Denkausbildung. Schon lange interessiere ich mich für Gruppenphänomene; sich scheinbar von selbst entwickelnde Prozesse der Gruppenfindung und wie diese den Einzelnen in seinem Handeln beeinflussen. Natürlich konnte ich das vor Studienbeginn nicht auf die Bezugsgruppentheorie zurückführen, sondern hatte lediglich ein vages Allgemeinverständnis von der Problematik – wie das in den Sozialwissenschaften häufig der Fall ist. Und die über allem stehende Frage: Warum handeln wir, wie wir handeln?

Dieser Studiengang weckte also mein Interesse, weil er mir in Aussicht stellte, die Gesellschaft an sich zu verstehen, oder diesem Verständnis zumindest auf wissenschaftlichem Wege nahezukommen. Nach meinem Abitur tendierte meine berufliche Wunschvorstellung vor allem zum Journalismus, einer Branche, die besonders stark davon abhängt, dass man als Schreibender die Prozesse verstehen kann, die zu gesellschaftlichen Ereignissen führen. Mein privates Interesse und der Gebrauchsnutzen aus beruflicher Sicht fielen damit glücklicherweise zusammen. Mein zweites Studienfach, Hispanistik, wählte ich aufgrund meiner Faszination für den lateinamerikanischen Kontinent. Vor allem die Kulturwissenschaften, die ja auch viele Schnittbereiche zur Soziologie aufweisen, ermöglichen ein umfassenderes Verständnis vom Zusammenleben verschiedenster Menschen, in diesem Fall eben bezogen auf Südamerika.

Halle hat viele Vorteile

Obwohl ich sogar von der Uni Berlin schließlich noch eine Zusage für den von mir gewünschten Studiengang bekam, fällte ich meine Entscheidung für Halle zuerst aus ganz praktischen Gründen: Keine Studiengebühren und die Tatsache, dass für Hispanistik kein Latinum gefordert wurde. Nachdem die MLU dank dieser Faktoren überhaupt in mein Blickfeld geraten war, zeigten sich noch andere Aspekte, die schließlich zu einer Entscheidung führten.

Zum einen beeindruckte mich die Stadt, die gerade im Sommer (als ich zur Immatrikulation anreiste) einiges zu bieten hat. Zugleich Großstadt und trotzdem mit fast familiär-überschaubarem Ambiente freue ich mich noch heute, ständig bekannten Gesichtern zu begegnen, wenn ich die kurzen Wege zur Uni oder meinem Job zurücklege, oder einen sonnigen Nachmittag auf der Peißnitz verbringe. Zum anderen hat auch die Größe der Universität selbst einen entscheidenden Vorteil: Zu den bekannten Gesichtern und Leuten, die einen wiedererkennen, gehören nicht nur die Kommilitonen, sondern auch die Dozenten. Natürlich gibt es hier wie überall starke Differenzen zwischen den einzelnen wissenschaftlichen Mitarbeitern und Professoren; doch im Allgemeinen schenken einem so gut wie alle Dozenten ein Ohr, und persönliche Nachbesprechungen der Hausarbeiten sind oft Standard. Einen Sitzplatz im Hörsaal zu bekommen ist, im Gegensatz zu größeren Unis wie Köln, eigentlich selbstverständlich. Und wenn man, wie ich, ein Auslandssemester machen will, gibt es zahlreiche Plätze an Partneruniversitäten, von denen viel zu viele nicht ausgenutzt werden; das ist zwar schade für das Programm, aber nicht unpraktisch für die interessierten Studenten, die um so leichter an ein Auslandssemester in der ganzen Welt kommen. Auf diese Weise komme ich ab August in die peruanische Hauptstadt Lima, und kann nicht nur persönlich, sondern auch wissenschaftlich ganz neue Erfahrungen sammeln. Und dann wieder voller Vorfreude nach Halle zurückkehren.