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Du lernst an der Uni immer wieder neue Leute kennen und triffst einige früher oder später in anderen Vorlesungen wieder.




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Warum du mehr Spaß an der Uni haben wirst als in der Schule

Zuerst muss ich meinen Titel ein wenig einschränken: Ich weiß ja nun mal nicht, was genau du studieren wirst, dementsprechend auch nicht, wie dein Unialltag so aussehen wird. Aber wenn du deinen Studiengang richtig gewählt hast, dann wirst du im Allgemeinen eine positive Bilanz im Vergleich zwischen deiner Zeit auf der Schulbank und dem Studentenleben ziehen – denn schließlich studierst du etwas, das dich persönlich interessiert. Du findest Chemie einfach unglaublich spannend? Dann wirst du auch mit dem hohen Arbeitsaufwand und den langen Zeiten in Laboren und Unisälen zurechtkommen. Du denkst beim Schlendern über den Marktplatz über die verschiedenen Subkulturen nach, die da deinen Weg kreuzen? Dann wirst du bestimmt auch mal einen soziologischen Wälzer zum richtigen Thema durchschmökern können. Das ist eigentlich der größte Unterschied zwischen Schule und Uni: Vielleicht hast du die eine oder andere Veranstaltung, die dich nicht ganz so reizt, aber grundsätzlich bist du hier, weil du es dir ausgesucht hast!

Ein darauf beruhender drastischer Wechsel im Studium ist dein Stundenplan: In den wenigsten Studiengängen wird dir irgendeine Autorität mit einem fertigen Plan deine Woche ausfüllen (auch wenn dies mit dem Bachelor-System etwas stärker strukturiert ist als vorher) – das musst du schon selber machen. In den naturwissenschaftlichen Studiengängen ist es ein wenig festgelegter, da viele Kurse aufeinander aufbauen; in den Geisteswissenschaften hast du jedoch höchstens ein paar Empfehlungen (damit du nicht unbedingt den anspruchsvollsten Sprachkurs als erstes belegst). In deinem Modulplan siehst du, welche Fächer du insgesamt in deinen sechs Semestern belegen musst, aufgeteilt in Pflichtfächer (musst du machen, kannst dir meist aber die Reihenfolge aussuchen), Wahlpflichtfächer (musst du machen, kannst dir aber die genaue Ausprägung auswählen) und zusätzliche Schlüsselqualifikationen. Wenn du Lust hast, kannst du auch immer fakultativ (also freiwillig) einen beliebigen anderen Kurs belegen. Das Ganze gibt dir eine große Freiheit, wie du deine Woche und dein ganzes Studium planen willst. Aber: Verschieb nur nicht zu viel auf das letzte Jahr.

Auch von den aus der Schulzeit bekannten Klassen wirst du dich verabschieden müssen – bzw. dürfen. Die über mehrere Jahre gleichbleibenden Klassenverbände mit den gleichen Kameraden und den gleichen Klassenlehrern wirst du an der Uni nicht vorfinden, da eben jeder seinen Stundenplan anders gestalten kann. Dadurch lernst du immer wieder neue Leute kennen und triffst trotzdem früher oder später einige bekannte Gesichter wieder – spätestens in der nächsten großen Vorlesung, wo die meisten Studenten zusammensitzen.

Vorlesungen sind Veranstaltungen, in denen der Dozent „vorliest“ – daher der Name. Glücklicherweise gibt es genug Professoren, die eher freie Vortragsweisen umsetzen und so das Aufkommen von Langeweile vermeiden. Von dir wird hier vor allem erwartet, aufzupassen, mitzuschreiben und nicht zu laut die Tür zuzuschlagen, wenn du auf die Toilette musst. Im Gegensatz zu den meisten anderen Veranstaltungen gibt es hier häufig keine Anwesenheitspflicht – wenn du meinst, dir den Inhalt genauso selbst per Buchlektüre beibringen zu können, dann musst du auch nicht kommen. Viele können Inhalte aber besser auf die audiovisuelle Vortragsweise behalten.

Zusätzlich zu den Vorlesungen gibt es Seminare und Übungen, manchmal inhaltlich als Ergänzung zu einer bestimmten Vorlesung orientiert, manchmal aber auch für sich stehend. Hier solltest du versuchen, dich angemessen vorzubereiten und die ausgewiesenen Texte zu lesen, damit du in der Veranstaltung an den Diskussionen teilnehmen und mit Fragen des Dozenten umgehen kannst. Außerdem wirst du in den meisten Seminaren mindestens ein Referat oder einen Vortrag halten müssen.

Wenn du ein naturwissenschaftliches Fach studierst, wirst du logischerweise außerdem viel Zeit in Laboratorien und auf Exkursionen verbringen, in denen es dann etwas praktischer wird. Was da von dir erwartet wird, hängt natürlich vom Studienfach ab – also ob du Chemikalien zusammenrühren oder Knochen auseinandernehmen sollst.

Wenn du zum Ende der Vorlesungszeit möglicherweise einige Klausuren hinter dich gebracht hast (was öfter noch in die vorlesungsfreie Zeit hineinreicht), hast du Semesterferien – insgesamt fünf Monate im Jahr. Das klingt nach einem lockeren Leben, stimmt aber nur teilweise: Neben deinem vielleicht anfallenden Nebenjob wirst du Praktika machen, dich auf weitere Klausuren vorbereiten und vor allem in den geisteswissenschaftlichen Studiengängen Hausarbeiten schreiben. Eine Hausarbeit ist die Möglichkeit, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen – auf wissenschaftlichem Niveau natürlich, und das kann einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Das alles mag wie ein riesiger Berg an Ungewohntem aussehen, und – ehrlich gesagt – ist es das auch. Aber glaub mir: Es wird dir gefallen. Trotz deines unter Umständen prallgefüllten Stundenplans, Nebenjobs und Hausarbeiten wirst du wahrscheinlich so viel freien Gestaltungsraum haben wie das letzte Mal im Kindergarten, nur dass du ihn jetzt viel besser nutzen kannst. Denn Student sein heißt eben nicht nur in Vorlesungsräumen sitzen. Student sein heißt auch, viele intelligente, interessante und abwechslungsreiche Menschen kennenzulernen und Freundschaften fürs Leben zu schließen, beim Unisport oder im Sprachenzentrum Körper und Geist vor völlig neue Herausforderungen zu stellen, sich im außeruniversitären sozialen und kulturellen Ehrenamt auszuleben, in der eigenen Bude selbstständig zu werden, auf WG-Partys zu gehen oder einfach mit seinen besten Freunden für zwei Euro beim Unikino im Auditorium Maximum zu entspannen – und genau das werd ich jetzt tun!