1502
| Die Universität Wittenberg „Leucorea“ wird gegründet, um Juristen, Theologen und Mediziner auszubilden. Hier lehren unter anderem der Reformator Martin Luther und der Philosoph Philipp Melanchthon. Durch sie entwickeln sich die Stadt und die Uni zum geistigen Zentrum der Reformation. Melanchthon liegt die individuelle Betreuung der Studienanfänger und die Schulung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit besonders am Herzen. |
1531–1539 | Die Neue Residenz wird als erste hallesche Uni gebaut. Außerdem wird sie zum Ausgangspunkt wertvoller universitärer Sammlungen sowie richtungsweisender wissenschaftlicher Einrichtungen. Doch die erste Universität der Stadt muss bald wieder schließen. Durch die Reformation sinken die Studentenzahlen und der katholischen Uni fehlt das Geld. |
1694 | Friedrich III. (Kurfürst von Brandenburg und später König Friedrich I. in Preußen) stiftet die Uni Halle. Sie trägt den Namen „Friedrichs-Universität“. An der Gründung sind der Rechtsgelehrte Christian Thomasius und der Philosoph Christian Wolff entscheidend beteiligt. Durch sie wird Halle zu einem der Ausgangspunkte der deutschen Aufklärung. |
1696 | Die heutige U niversitäts- und Landesbibliothek wird als Universitätsbibliothek gegründet. Mit 5,55 Millionen Bestandseinheiten ist sie heute die größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek in Sachsen-Anhalt. |
1717 | In Halle wird das erste deutsche Universitätsklinikum eröffnet. |
1754 | Nach heftigem Kampf um die Zulassung promoviert Dorothea Christiane Erxleben an der Medizinischen Fakultät. |
1806 | Im Oktober nehmen napoleonische Truppen Halle ein. Die Uni wird bis zum Dezember 1807 geschlossen. Ihr bisheriges Hauptgebäude, die Ratswaage, funktioniert die Besatzungsmacht zum Lazarett um. |
1814 | Napoleon lässt auch die Uni Wittenberg schließen. |
1815 | Mit dem Wiener Kongress kommen die sächsischen Gebiete um Wittenberg zu Preußen und die Universität von Wittenberg wird nach Halle verlegt. Bis zur Reichsgründung ist die Uni einem ständigen Säuberungsprozess ausgesetzt. Professoren, die sich mit der Napoleonischen Fremdherrschaft arrangiert haben, werden zurückgestuft oder entlassen. |
1817 | Beide Universitäten werden in Halle vereinigt. Die Uni trägt nun den Namen „Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg“. Diese Besonderheit findet im Doppelsiegel symbolischen Ausdruck. Es besteht aus den beiden Siegeln der Universitäten Halle (links) und Wittenberg (rechts), die diese jeweils seit ihrer Gründung führten. Sie zeigen die jeweiligen Stifter der Unis. |
1834 | Die Universität zieht in das neue Hauptgebäude auf dem Uniplatz, das nach den Plänen der Architekten Ernst Friedrich Zwirner, dem späteren Kölner Dombaumeister, und Wilhelm Heinrich Matthias errichtet wurde. Im Jahre 1868 setzt man links und rechts der Freitreppe die Löwen vom inzwischen entfernten Marktbrunnen. Daher stammt der noch heute geläufige Name "Löwengebäude". Heute sind hier nicht nur Hörsäle, sondern auch das Immatrikulationsamt, die Allgemeine Studienberatung und die Zentrale Kustodie untergebracht. |
1848 | Nach der gescheiterten Deutschen Revolution werden erneut mehrere Professoren und Dozenten entlassen oder ins Exil gedrängt. Doch durch den Generationswechsel in der Professorenschaft gehört die Uni wieder zu den bedeutendsten im deutschen Sprachraum. |
1933 | Die „Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg“ erhält den Namen „Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“. |
1933–1945 | In der Zeit des Nationalsozialismus ist die Universität erneut Säuberungen ausgesetzt. Als Grund für die Entlassung von mehreren Professoren und Dozenten werden jüdische Abstammung, jüdische Ehefrauen, politisches Engagement für die Sozialdemokratie oder Homosexualität angegeben. Während des Zweiten Weltkrieges engagieren sich mehrere Professoren in der deutschen Kriegswirtschaft, vor allem als externe Berater von Industrieunternehmen oder auf dem Gebiet kriegswichtiger Grundlagenforschung. Es gibt auch Proteste: Im Jahr 1944/45 gründen einige Professoren Widerstandsgruppen, was 1945 die beinahe friedliche Übergabe der Stadt Halle an das amerikanische Militär zur Folge hat. Ein Professor gehört zu den Verschwörern des 20. Juli 1944. Ein Ehrensenator wird wegen seiner Beteiligung an den Umsturzplänen hingerichtet. |
1946 | Unter der Aufsicht der amerikanischen Besatzungsmacht gelingt der Uni eine demokratische Erneuerung, die von der Sowjetischen Militäradministration jedoch als nicht zukunftsfähig eingestuft wird. Außerdem ist die Universität stalinistischen Säuberungen ausgesetzt. |
1953 | Am 17. Juni kommt es in der DDR zum Arbeiteraufstand. Die Proteste und Streiks bilden den ersten Aufstand gegen Stalin. Zahlreiche Studenten und Lehrbeauftragte beteiligen sich an den Demonstrationen. Viele Professoren engagieren sich später für die Verhafteten. |
1989/90 | Nach der Wende werden viele Professuren neu besetzt, mehr als die Hälfte mit auswärtigen Bewerbern. Der Zustrom junger Hochschullehrer sorgt nicht nur für neue Ideen und Projekte an den Instituten, sondern auch zu einer wesentlichen Ausweitung der internationalen Kontakte der Universität. Mittlerweile verfügt sie über 43 Partneruniversitäten weltweit. |
1994 | Die Universität feiert den 300. Gründungstag ihres halleschen Zweigs. |
1997 | Die Planungen für den Wissenschafts- und Innovationspark auf dem ehemaligen Kasernengelände in Heide-Süd beginnen. |
2002 | Das Auditorium Maximum auf dem Uniplatz wird eingeweiht. Hier haben nun in 3 Hörsälen 1120 Personen Platz. Das puristische Gebäude bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den anderen historischen Unigebäuden des 19. Jahrhunderts. Außerdem begeht die Universität das 500. Gründungsjubiläum ihres Wittenberger Zweigs mit einem Festjahr und einer Landesausstellung im Löwengebäude. |
2009 | Mit dem Umzug der Institute für Agrar- und Ernährungswissenschaften, Physik und Chemie an den Von-Danckelmann-Platz sind nun sämtliche Naturwissenschaften der Uni in Heide-Süd konzentriert. Der Weinberg Campus ist der zweitgrößte naturwissenschaftliche Campus der neuen Bundesländer. |