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Zu den LUX-Kinos zählen das LUX.Kino am Zoo und das PUSCHKINo. Beide warten mit einem anspruchsvollen und interessanten Kinoprogramm jenseits der üblichen Produktionen auf. 2010 wurde das LUX-Kino bereits zum neunten Mal in Folge von der Bundesregierung für die hervorragenden Jahresfilmprogramme ausgezeichnet. Für das Angebot an Kurz-, Dokumentar- und Kinderfilmen gibt es regelmäßig Einzelauszeichnungen. Wir haben mit einem der Geschäftsführer, Wolfgang Burkart, gesprochen und möchten euch das LUX genauer vorstellen.
Warum gibt es zwei LUX-Kinos?
Da beide Kinos jeweils nur einen Saal haben, können wir das Programm so flexibler planen. Besser wären natürlich drei Kinos oder ein Kino, in dem es mehrere Säle gibt. Wir hatten auch mal ein drittes Kino im Mitteldeutschen Multimediazentrum, das wir aber wieder aufgegeben mussten. Der Saal war wirklich sehr schön. Aber es gab nur eine Mietvereinbarung. Und als es dann um den Mietvertrag ging, haben unsere Vorstellungen nicht mehr zusammengepasst. Der Aufwand wäre einfach zu hoch für uns gewesen.
Wie setzt sich das Programm zusammen?
Wir sind ein Programmkino im eigentlichen Sinne. Also so, wie es früher mal gedacht war. Wir haben jeden Monat ein Programm, an das wir uns fest binden. Auf der einen Seite ist diese Bindung schlecht für uns, da wir nicht flexibel auf die jeweilige Woche reagieren können. Auf der anderen Seite haben die Besucher Zeit, sich auf die Filme einzustellen und sich vorher zu informieren. Außerdem sind wir schon sehr lange ein Erstaufführungstheater für viele Verleiher im Programmkinobereich. Aber wir zeigen trotzdem noch Repertoirekino mit interessanten Filmreihen.
Welche Themen haben diese Reihen?
Wir haben zum Beispiel „20 Jahre Mauerbau“ oder auch „Drehort Halle“, bei dem die Stadt als Filmkulisse ins Blickfeld rückt. Wir haben aber auch Reihen, die bestimmten Personen gewidmet sind. Die letzte galt der Schauspielerin Birgit Minichmayr. Darüber hinaus gibt es auch Festivals, bei denen wir begleitend tätig werden. Entweder stellen wir das Programm selber zusammen wie bei den französischen Filmtagen oder wir unterstützen ein Festival in der Stadt wie das Akkordeon-Akut Festival, bei dem wir zur Eröffnung den Stummfilm „The Cameraman“ gezeigt haben.
Nach welchen Kriterien suchen Sie die Filme aus?
Wir gucken uns viele Filme auf der Filmkunstmesse oder auch auf der Berlinale an. Aber diese zwei Termine im Jahr sind natürlich zu wenig. Leider gibt es in Halle keine Pressevorführungen und wir müssten jedes Mal nach Leipzig fahren, was ein zu hoher Aufwand für uns wäre. Daher informieren wir uns auch über Filme und nutzen Kontakte zu Regisseuren, Schauspielern und Verleihern. Und wir haben natürlich ein Gefühl für bestimmte Sachen.
Zeigen Sie auch Hollywood-Filme?
Kaum. Auch wenn es uns lieber wäre, als Kino gesehen zu werden und nicht nur als Programmkino, gibt es trotzdem eine Marktaufteilung. Denn Zuschauer und Verleiher rechnen bei bestimmten Filmen mit bestimmten Kinos. Und dann ist es manchmal unsinnig, einen Hollywood-Film zu zeigen, der in den meisten Multiplex-Kinos läuft – auch wenn er uns gefällt. Man ist dann auch nicht der alleinige Anbieter eines Films. Und es ist schöner, einen exklusiven Film zu zeigen. Es sei denn, der Film ist uns so wichtig, dass wir ihn auch haben müssen. Aber das passiert eher selten.
Sie bieten nach Ihren Filmen oft Diskussionen an. Wie laufen die ab?
Wir suchen oft das Gespräch mit den Besuchern, da wir die Filme nicht nur einfach abspielen möchten. Die Diskussionen sind inhaltlicher oder filmsprachlicher Art, wobei die meisten Besucher schon eher auf den Inhalt achten. Die Diskussionen laufen bei uns sehr gut. Meistens laden wir Filmschaffende ein wie beispielsweise den Regisseur. Letztens hatten wir aber auch nach dem Film „Forgetting Dad“, in dem es um Amnesie geht, den Chef der Neurologie aus Halle zu Gast. Die Zuschauer waren sehr interessiert und meinten im Anschluss, dass sie ohne die zusätzlichen Informationen anders nach Hause gegangen wären.
Vor dem eigentlichen Programm zeigen Sie oft Kurzfilme. Warum?
Wir möchten diese Filmgattungen vor dem Aussterben retten. Viele Regisseure und auch Schauspieler haben über den Kurzfilm ihren Einstieg gefunden. Außerdem eignen sich Kurzfilme für bestimmte Themen. Denn im Spielfilm fallen gewisse Dinge weg. Filme, die eine Randgeschichte zeigen, verlieren sich oft, wenn sie nicht stringent erzählt wird. Und da eignet sich der Kurzfilm. Man hat ein kleines Sujet und kann es in seiner ganzen Form ausreizen.