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"Wir kümmern uns um alle sozialen Angelegenheiten der Studierenden und versuchen, ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu machen." Dr. Volkmar Thom, Geschäftsführer des Studentenwerks Halle




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„Wir sind da, wenn jemand Hilfe braucht.“

Ohne Wohnheime und Mensen wäre eine Universitätsstadt keine richtige Universitätsstadt. Beides wird in Deutschland von den Studentenwerken betrieben. Sie sorgen dafür, dass du während des Studiums günstig wohnen und essen kannst. Aber das ist noch nicht alles. Das Studentenwerk in Halle macht noch viel mehr – es hilft beispielsweise bei den BAföG-Anträgen, bei Prüfungsstress und es zeigt dir, wie man richtig kocht. Worum sich das Studentenwerk sonst noch alles kümmert, hat uns der Geschäftsführer Dr. Volkmar Thom erklärt.

Herr Dr. Thom, welche Aufgaben hat das Studentenwerk?

Wir kümmern uns um alle sozialen Angelegenheiten der Studierenden und versuchen, ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Was bedeutet das genau?

Es gibt drei große Gebiete, auf denen Studentenwerke traditionell tätig sind: Finanzierung, Wohnen und Ernährung. Darüber hinaus wird die individuelle Sozialberatung immer wichtiger, und außerdem erproben wir gerade neue Formen der kulturellen Förderung.

Das heißt, Sie geben zum Beispiel auch Hinweise zur Studienfinanzierung?

Ja, zum Studentenwerk gehört das BAföG-Amt. Hier kann sich jeder beraten lassen und gegebenenfalls einen Antrag auf Ausbildungsförderung stellen. Für Studierende, die kein BAföG bekommen, gibt es jetzt auch die Möglichkeit, einen Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu beantragen. Auch zu diesem Thema beraten wir jeden Interessenten, der zu uns kommt, ganz individuell und versuchen, eine passende Finanzierungslösung für das Studium zu finden.

Wird dieser Service stark nachgefragt?

Ja, alles rund um die Finanzierung des Studiums ist natürlich ganz wichtig, denn die Arbeitsbelastung im Studium hat in den letzten Jahren zugenommen. Und das heißt eben auch, dass die Studierenden weniger Freizeit haben, in der sie jobben und sich etwas dazuverdienen können.

Wie können Sie den Studierenden bei der Suche nach Wohnungen helfen?

Zunächst einmal bieten wir die Plätze in unseren Wohnheimen an. Auch hier bemühen wir uns um individuelle Lösungen. Wir haben Einzimmer-Apartments, wir haben Wohnungen für Paare mit Kind, und wir haben Wohngemeinschaften für bis zu sechs Mitglieder. Wir vermitteln den Studierenden aber auch Wohnungen, die von Wohnungsgesellschaften auf dem freien Markt angeboten werden. Der Vorteil für die Studierenden dabei ist, dass wir die Mietverträge prüfen.

Gibt es denn für Studierende genug Wohnraum in Halle?

Halle ist sehr gut ausgestattet mit attraktiven und bezahlbaren Wohnungen und Zimmern. Aber man sollte nicht erst kurz vor Semesterbeginn mit der Suche beginnen. Gerade die Zimmer in unseren Wohnheimen sind sehr begehrt. Deshalb würde ich jedem raten, sich so früh wie möglich um einen Platz zu bewerben.

Was macht denn die Wohnheimplätze so attraktiv?

Wir haben jahrelange Erfahrung im Umgang mit jungen Mietern und wissen, was sie suchen und was sie brauchen. Die Zimmer sind vollständig möbliert – man kann also sofort einziehen. Im Mietpreis ist wirklich alles inklusive. Es kommt also nicht irgendwann eine unerwartete Nachforderung für die Heizung oder sonstige Betriebskosten. Jedes Zimmer hat einen Internetanschluss, der in den meisten Fällen über das Netz der jeweiligen Hochschule erfolgt. Neben einer im Vergleich zum typischen DSL-Anschluss deutlich höheren Geschwindigkeit, lassen sich darüber alle digitalen Kataloge der Hochschule, etwa Fachzeitschriften, bequem vom Wohnheim aus nutzen. Und unsere Hausverwalter achten sehr darauf, dass die Gemeinschaft in den Häusern gut funktioniert. Wir beschäftigen jetzt auch Wohnheim-Tutoren. Das sind speziell geschulte Studierende, die sich um die sozialen Belange der Studierenden kümmern.

Warum ist eine soziale Betreuung der Studierenden nötig?

Sie ist natürlich nicht bei jedem nötig, aber das Studium bringt auch sehr viele Veränderungen mit sich, denen nicht jeder sofort gewachsen ist. Viele Studierende sind das erste Mal ganz auf sich allein gestellt – Familie, Freunde und die ganze gewohnte Umgebung sind unter Umständen nicht mehr in der Nähe. Dazu kommen die hohen Anforderungen, die das Studium stellt. Es kommt also vieles zusammen, was individuelle Krisen und Konflikte auslösen kann. Und wenn das passiert, wenn jemand Hilfe braucht, dann sind wir da.

Wie sieht die Hilfe konkret aus?

Unsere Betreuungsangebote sind sehr vielfältig. Oft hilft es ja schon, wenn man ein paar freundliche Worte mit dem Wohnheimverwalter oder den Wohnheim-Tutoren wechseln kann. Wenn es damit nicht getan ist, steht in unserer Beratungsstelle ausgebildetes Fachpersonal bereit, um den Studierenden bei ernsthaften Krisen zu helfen.

Können sich die Studierenden irgendwie an der Arbeit des Studentenwerks beteiligen?

Ja, selbstverständlich. Wir legen großen Wert auf die Mitarbeit und die Meinung der Studierenden. Zunächst ist der Verwaltungsrat des Studentenwerkes zur Hälfte mit Studierenden der betreuten Hochschulen besetzt, so dass alle strategischen Entscheidungen mitgestaltet werden können. Darüber hinaus arbeiten Studierende zum Beispiel in der Küchenkommission mit, in der das Speiseangebot für die Mensen festgelegt wird. Zur weiteren Verbesserung der Speisepläne haben wir mit Studierenden der Ernährungswissenschaft zusammengearbeitet, und auf Anregung der Studierenden weiten wir gerade unser kulturelles Angebot stark aus.

Was bieten Sie auf diesem Gebiet?

Seit Jahren gibt es den Photoclub, der nach wie vor sehr beliebt ist. Und jetzt bieten wir beispielsweise auch Zeichenkurse, Keramikkurse, Kochkurse und eine Einführung in den Videoschnitt an.

Und was wird am meisten nachgefragt?

Interessanterweise der Kochkurs. Dafür hatten wir über 70 Interessenten. Damit habe ich nicht gerechnet, freue mich aber sehr, dass dieses Kursangebot so gut angenommen wird.

Apropos Kochen – das Studentenwerk baut eine neue große Mensa auf dem Campus der Naturwissenschaften. Was ist das Besondere daran?

Die Funktion einer Mensa hat sich gewandelt. Früher diente Sie in erster Linie zum Mittagessen und war häufig auch nur in der Mittagszeit geöffnet. Studierende brauchen aber einen für ihre Bedürfnisse geeigneten Aufenthaltsort, an dem sie sich treffen, diskutieren und lernen können. Und genau das werden wir mit dem Neubau auch bieten: Die Mensa wird ganztägig geöffnet sein. Sie ist mit einer ansprechenden Lounge ausgestattet, die zum Bleiben einlädt, sie hat eine Terrasse, und abends an der Bar kann man Cocktails bekommen. Zudem haben die Studierenden in der Lounge über das WLAN der Uni einen Zugang zum Internet.