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"Das Peißnitzhaus ist kein typischer Ausflugsort für Studenten. Aber das wollen wir ändern." Ulrich Möbius, Vorstandsassistent

Bilder vom Peißnitzhaus. Einfach anklicken!

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Wenn du mehr über das Peißnitzhaus wissen möchtest, kannst du dich an den Verein wenden.

Peißnitzhaus e.V.
E-Mail-Adressemail(at)peissnitzhaus.de
Haus: Peißnitzinsel 4, 06108 Halle
Büro: Burgstr. 38, 06114 Halle
Telefonnummer0345 2394666



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Bürgerliches Engagement, wo Halle am schönsten ist

Das Peißnitzhaus liegt – wie der Name schon sagt – auf der Peißnitzinsel, also mitten im Grünen von Halle. Das Haus ist eine alte Villa, die schon seit über 100 Jahren an diesem malerischem Ort steht. Der ehemalige Student der Uni Halle, Ulrich Möbius, wollte das Haus nach der Wende vor dem Verfall retten und hat deshalb die private Bürgerinitiative "Peißnitzhaus e.V." mit gegründet. Die Initiative saniert die Villa und erfüllt sie langsam wieder mit Leben. Auch Studenten engagieren sich hier regelmäßig. Wir haben mit Ulrich gesprochen, der inzwischen Vorstandsassistent ist, und etwas genauer nachgefragt.

Seit wann gibt es euren Verein?

Seit 2003. Die ersten Ideen gab es schon 2001 und zwei Jahre später haben dann 17 Hallenser den Verein gegründet. Inzwischen gibt es über 80 Mitglieder.

Welches Ziel verfolgt ihr?

Wir möchten das Peißnitzhaus sanieren und wieder nutzbar machen. Die Villa wurde 1892 gebaut und war zunächst eine gastronomische Einrichtung. Danach wurde sie sehr vielfältig genutzt. Zunächst als reformpädagogische Schule, dann als Haus der Hitlerjugend und bis zur Wende als erstes Bezirks-Pionierhaus der Stadt. Und seit 1990 stand die Villa leer.

Welche Veranstaltungen organisiert ihr?

Es gibt zum Beispiel die Kultursommertage. Das ist eine Veranstaltungsreihe, die von Mai bis Anfang Oktober läuft. Jeden Samstagnachmittag gibt es Puppentheater und jeden Sonntagnachmittag Konzerte. Im Juli und August gibt es auch am Samstagabend Konzerte. Ab und zu treten auch Freitagabend Nachwuchsbands aus der Region bei uns auf. Insgesamt haben wir etwa 100 Veranstaltungen im Jahr. Es gibt auch noch ein paar Highlights, die wir entweder selber organisieren oder die Partner bei uns veranstalten, beispielsweise das interkulturelle Sommerfest. Da kommen immer weit über 1000 Leute. Dieses Jahr hatten wir zum ersten Mal das Peißnitzhausfestival. Das wollen wir nächstes Jahr wieder machen.

Wie lief das Festival ab?

Nachmittags war Familienfest mit Jongleuren, Torwand, Trampolin und Kinderschminken. Abends gab es dann Konzerte mit verschiedenen Bands und einer Feuershow. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob es gut laufen wird, weil wir sonst entweder nachmittags oder abends Veranstaltungen haben. Aber das Festival war sehr gut besucht. Wir hatten etwa 800 Gäste. Und viele Familien sind bis abends geblieben.

Wer kommt zu euren Veranstaltungen?

Die meisten Besucher sind Familien. Darunter gibt es natürlich auch viele Studenten, die mit ihren Kindern herkommen. Wenn am Wochenende schönes Wetter ist, ist es immer voll bei uns. Die Villa ist sehr beliebt, allerdings ist sie kein klassischer studentischer Ausflugsort. Aber das wird sich hoffentlich ändern, wenn wir dann auch das Haus wieder nutzen können. Am Anfang hatten wir hier öfter Partys. Aber da wir Fläche nicht absperren konnten, hatten wir viel Stress.

Wie lange braucht ihr denn noch für die Sanierung?

Wir haben dieses Jahr mit der Sanierung angefangen, da die Planung doch länger gedauert hat als erwartet. Im Moment wird der Turm saniert, der dann nächstes Jahr fertig wird. Danach ist das Dach dran und dann folgen Arbeiten im Haus. Also es wird schon noch ein bisschen dauern.

Wie organisiert ihr euch?

Es gibt feste und ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Vereinsmitglieder treffen sich einmal im Monat zur Vereinssitzung. Außerdem haben wir verschiedene Arbeitsgruppen. Die beschäftigen sich dann explizit mit dem Bau oder der Organisation unserer Projekte. Es gibt auch eine Redaktionsgruppe, die für den Peißnitzboten arbeitet. Das ist ein Heft, das wir fünf Mal im Jahr herausbringen und das unter anderem alle Projekte von uns und Veranstaltungshinweise der Insel enthält, also vom Peißnitzhaus, vom Planetarium und vom Peißnitzexpress. Und natürlich gibt es noch den Vorstand. Die Studenten, die in der Gastronomie arbeiten, die auch Bestandteil des Peißnitzhausvereins ist, werden aber entlohnt.

Gibt es auch Studenten in eurem Verein?

Ja. Einige sind aus der Gastronomie heraus Mitglied geworden, andere sind so eingetreten. Es gibt auch Studenten, die uns bei einzelnen Veranstaltungen unterstützen. Und es gibt immer wieder Studenten, die bei uns ein Praktikum machen. Einige haben zum Beispiel die Kultursommertage mitorganisiert. Im Moment haben wir zum ersten Mal einen Praktikanten aus der Geographie, der uns bei der Sanierungskonzeption unterstützt. Wir möchten in Zukunft auch gerne mit Studenten der Architektur und der Biologie zusammenarbeiten. Denn Ziel der Sanierung ist auch, das Haus autark mit Strom und Wärme zu versorgen.

Was habt ihr denn sonst noch für Studenten zu bieten?

Viele Studenten pendeln ja zwischen der Innenstadt und dem Weinberg Campus. Ihr Weg führt meistens über die Peißnitz und an unserem Haus vorbei. In den warmen Jahreszeiten haben wir ein Angebot zum Mittagessen. Und sie können bei uns kostenlos das Internet nutzen. Spätestens in zwei Jahren haben wir auch wieder die Möglichkeit, das Haus als Gaststätte zu nutzen.

Letzte Frage: Wie bist du zu dem Verein gekommen?

Ich engagiere mich seit meinem Schulabschluss ehrenamtlich. Am Anfang habe ich Konzerte mit Nachwuchsbands organisiert. Danach wollte ich etwas mit leerstehenden Häusern machen. Zunächst dachte ich an große Hallen, in denen es nachmittags Programme für Kinder gibt und abends Konzerte stattfinden. Ursprünglich hatte ich mir das Fabrikgelände im Stadtteil Frohe Zukunft ausgesucht. Aber nachdem ich allen möglichen Leuten von der Idee erzählt habe, merkte ich, dass ihnen das Gelände entweder zu groß oder gar nicht bewusst war. Sie haben mich dann auf das Peißnitzhaus gebracht. Alles andere hat sich dann entwickelt.